Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab!

Neue Töne in der kommunalen Presse

„Ein großes Missverständnis?“ fragt die aktuelle Ausgabe des Wochenblattes und fordert seine Leser auf, die bisherigen Ereignisse rund um die seit annähernd vier Jahren angekündigte Ansiedlung eines chinesischen Textilcenters in Schwarzenbek zu bewerten. Wir wollen uns erinnern, dass diese bisherige Luftnummer den ehemaligen Wirtschaftsförderer Schwarzenbeks auf den Lauenburger Bürgermeistersessel pustete und auch so manches Propagandasegel blähte, ansonsten aber frei nach Luther diesem traurigen Arsch kein fröhlicher Furz entwich: Außer Spesen nichts gewesen. Das Wochenblatt erinnert daran, wie noch im Oktober 2011 kein Zweifel bei der städtischen China-Delegation bestand, dass der Unternehmer Zhu seinen Worten auch Taten folgen ließe. Danach sieht es derzeit nicht aus. Der blackbekblog hatte nicht nur sich selbst  bereits im Oktober 2011 gefragt, woher man die Sicherheit nähme.

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Weiterhin keine Kaufverhandlungen, aber die Sache „findet statt“

Die Presse soll Sie, verehrte Leserinnen und Leser heute Folgendes wissen lassen: Die Errichtung des 50-Millionen-Objektes European Textile Center „findet statt“. Auf die einzig wesentliche Nachfrage der versammelten Pressevertreter bei der Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag im Rathaus zu Schwarzenbek, nämlich was denn nun Herr Zhu zum Schicksal des Heimtextilcenters sage, antwortete Herr Ruppert kurz, knapp und deutlich: „Findet statt!“

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Die Delfsche Relativität

Wir erinnern uns, wie die Vielbeschäftigten Delfs und Siepert, als es um die Frage ging, ob man nicht wegen des Raumnutzungskonzeptes noch eine Stadtverordnetenversammlung zwischen September und Dezember einschieben könnte, den Terminplan bemühten. Delfs unkte von Zufallsmehrheiten, die keiner wolle und Siepert, obschon „keine Führungskraft“, konnte seinem überstrapazierten Kalender auch keinen Termin mehr zuordnen. Wie schön, dass man diesem aber kurzfristig nicht nur die morgige Feierstunde zum 50. Jahrestag der Verleihung des Europapreises zufügen konnte. Nein, auch eilig einberufene Ein-Themen-Ausschüsse sind gar kein Problem. So konnte am vergangenen Dienstag ein Hochgeschwindigkeitsausschuss stattfinden, in dem der Chef der Schwarzenbeker U-Boot-Flotte, Major a.D. Delfs zackig durch das Programm führte (man hatte schließlich noch andere Termine!).

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Seine Gnaden Frank von Swarte Beke

Le Schwarzenbek, c'est moi!

Wieviel grünen Tee muss man trinken, um in einen Höhenrausch zu geraten? Anders als mit Drogeneinfluss lässt sich das ungeheuerliche Benehmen des grün angestrichenen Verwaltungschefs von Schwarzenbek nicht mehr erklären. Vielleicht ist er aber auch vor Schmerzen wahnsinnig geworden, denn der tägliche Anblick des von ihm angerichteten Schulden-Grand-Canyons kann auch die stärksten Gemüter erzittern lassen. Allerdings war ja aber auch nicht zu erwarten, dass der überhebliche Bürgermeister seine Art des Umganges mit den gewählten Repräsentanten der Schwarzenbeker Einwohner verändern würde. Großkotz, Hochmut und Heimlichtuerei haben uns schließlich auch in den Abgrund geführt. Wie konnte man erwarten, dass der Louie von der schwarzen Beke trotz aller anderslautenden Lippenbekenntnisse tatsächlich etwas Demut gelernt hätte?

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Wer lügt denn da?

Alles für Gotteslohn: Dr. Tjan

Schade, ich hätte nicht zögern sollen. Vor ca. 14 Tagen war ich drauf und dran, die Firma Fette anzuschreiben, wie lange man unkommentiert lassen wolle, dass man seit knapp drei Jahren mit dem China-Deal der Stadt Schwarzenbek unmittelbar in Verbindung gebracht werde. Immerhin geht es um eine Geschichte, die zwar bislang nur in Pseudo-Städtepartnerschaften und -Investitionsabkommen sowie der rechtswidrigen Gründung der Schwarzenbek Marketing GmbH kumulierte, aber durchaus noch Skandalpotential in Richtung Vetternwirtschaft, Scheingeschäft, Veruntreuung, Bestechlichkeit und Bestechung besitzt. Jedenfalls wurde auf der Jahrhundertfeier der Firma Fette die „China-Connection“ geschmiedet, als die sehr eng mit der Firma Fette zusammen arbeitende chinesische Unternehmerin Puping Wang die Möglichkeit einer chinesischen Investition in Schwarzenbek vorstellte. Mit dabei der in dieser Angelegenheit seit gut 25 Jahren rührige Dr. Thian-Fong Tjan aus Schwarzenbek, Studienkollege und späterer Hausarzt sowie laut SPIEGEL auch Reiseapothekenausstatter (Valium 5, Diazepam, Azutranquil) des ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Barschel. Die Rolle des in Indonesien geborenen HNO-Arztes erscheint so undurchsichtig wie seine Qualifikation zum offiziellen und einzigen Dolmetscher. Das Vertrauen erscheint jedoch grenzenlos: Die Stadt veröffentlicht sogar chinesische PR auf der eigenen Website und unterzeichnet vermutlich sogar chinesisch-sprachige Dokumente, ohne dass außer Dr. Tjan irgendjemand in Schwarzenbek wüsste, was da geschrieben steht. „Vor eineinhalb Jahren hat er die städtische Delegation als Dolmetscher nach Haimen begleitet und ist seitdem stets zur Stelle, wenn Chinesen Schwarzenbek besuchen – ohne einen Cent zu berechnen“, wusste die Bergedorfer Zeitung anlässlich der städtischen Auszeichnung für Dr. Tjan zu berichten. Das ist aller Ehren wert, aber ist es auch verantwortlich?

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Die Pressesprecherin

Der Verkündete

Silke Geercken von den Lübecker Nachrichten hat nicht nur eine neue politische Heimat gefunden, offenbar sucht sie auch einen neuen Job. Wenn es zutrifft, dass der neoverde (neugrün statt neoliberal ist der Trend der Stunde!) Bülgelmeistel Frank „Frisch gedreht ist halb geraucht“ Ruppert aus dem bankrotten Dienstzimmer heraus in ein saturiertes Landtagsabgeordnetenbüro gewählt werden möchte, dann stimmt wohl auch, dass er zu diesem Behufe und darüber hinaus auch schon eine Pressesprecherin gefunden hat. Jedenfalls ist es sehr schön, dass ich wieder einmal nur zu fragen brauchte und schon bekomme ich verlässlich ein paar Tage später die vermeintlichen Antworten über die Presse. Jedenfalls grient mich am Wochenende der grün beschlipste Ruppert bereits im Titel des Lokalteils der Lübecker Nachrichten an und lässt verkünden: „Chinesen siedeln sich an“.

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Offener Brief an den Bürgermeister

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

über den büroleitenden Beamten erhielt ich Ihre Antwort, dass bei dem jüngsten Arbeitsessen vertrauliche Gespräche geführt wurden, wie sie im Rahmen von Investitionsvorbereitungen üblich wären.  Ich weiß nicht, was im Rathaus üblich ist, aber ich persönlich habe noch nie davon gehört, geschweige denn selbst erlebt, dass ausgerechnet bei einem „Arbeitsessen“ vertrauliche Gespräche geführt würden, schon gar nicht in so großer Runde. Zudem ist mir schleierhaft, dass man das dann auch noch von sich aus an die große Glocke hängt. Ich muss Ihnen daher sagen, dass ich Ihnen das nicht abnehme, weil ich doch hoffen möchte, Sie wären nicht so unvernünftig, sich angesichts vertraulicher Gespräche derart fahrlässig zu verhalten.

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