Die Laiendarsteller

Ein Leserbrief in der heutigen Printausgabe der Lübecker Nachrichten nimmt u.a. den neuen BUB-Stadtverordneten Kranacher* aufs Korn, der zur Entschuldigung des vermeidbaren Formfehlers nichts Intelligenteres sagen konnte, als dass die Stadtverordneten „letztendlich Laien“ wären. Der Briefschreiber meint, eine Beschäftigung mit den Bestimmungen der Gemeindeordnung sollte zur Mindestqualifikation von Stadtverordneten gehören. Ein frommer Wunsch, aber natürlich nicht durchführbar, vermutlich in Konsequenz auch nicht richtig. Sicher wäre zu erwarten, dass wenigstens die Mitglieder des Finanzausschusses, die ja ebenfalls eine Aufwandsentschädigung für ihr Tun erhalten, die wenigen Paragraphen kennen sollten. Mich ärgert an den Ahnungslosen aber etwas anderes: Immer wenn es um Verantwortlichkeit geht, wollen sie die armen kleinen Würstchen sein, als die sie sich ausgeben. Wenn es aber darum geht, Transparenz und Bürgerbeteiligung durchzusetzen, findet man sie in aller Regel nicht an erster Stelle. Dann kommt Wichtigkeit regelmäßig von Wicht. Wobei ich Herrn Kranacher das bislang nicht vorwerfen kann. Noch ist er einer der zwei Stadtverordneten, die mir überhaupt antworteten und dabei auch sehr redlich zu eigenem Unwissen stand.

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