Verbrüderung unter Vorbehalt

Die Urkunde von 1961

Die Urkunde von 1961

„Nicht fair“ sei das gegenüber den anderen Institutionen, meinte der Vorsitzende des Finanzausschusses in dessen Sitzung am 2. Juni. Gemeint war die Beschlussvorlage zum TOP 15, wonach für das Verbrüderungstreffen „Jumelage“ in 2015 in Schwarzenbek statt der ursprünglich angesetzten 30.000 EUR nun ein erhöhter Ansatz von 80.000 EUR zum Zuge kommen sollte. Und das könne schließlich noch mehr werden, sorgte sich Frank Schmeil (CDU). Die Einführung in den Tagesordnungspunkt machte das Missverständnis bereits deutlich: Bei der Ausrichtung dieses Festes geht es nicht etwa darum, einen Verein und dessen spezielles Interesse zu unterstützen. Entweder bekennt sich die Europastadt auch weiterhin zu dem Gedanken der Verbrüderung, füllt das mit Leben und lässt es sich dann natürlich auch etwas kosten oder Europa und das Jumelage gehören eben nicht zur Identität der Stadt.

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Schwarzenbek gegen Polen: Acht zu Null

Franz Kubelke, hier auf der 50-Jahr-Feier zur Verleihung des Europapreises (Foto: Archiv)

Der fühere, langjährige Vorsitzende des Bürgervereins in Schwarzenbek, Manfred Schulz ist vor fast vier Jahren verstorben. Franz Kubelke, u.a. Vorsitzender des Ortsvereins der Europa-Union, erinnerte im Sozial- und Kulturausschuss vom 12. März an die Initiative des Bürgervereins, eine Straße nach Manfred Schulz zu benennen. Man sei damals beschieden worden, einen solchen Beschluss zu gegebener Zeit fassen zu wollen. Er sei der Meinung, das könne man jetzt tun. Jürgen Heitmann, seines Zeichens Vorsitzender des Ausschusses machte Kubelke Mut, indem er auf die Neubaugebiete und „zahlreiche Möglichkeiten zur Straßenbenennung“ verwies: „Die Anregung nehmen wir auf“, war nun allerdings die erneute Antwort und damit ist der Bürgerverein genau so weit wie bisher. Warten wir also weiter ab, denn für eine Eilentscheidung des Bürgermeisters á la Dr.-Brucklacher-Straße reicht der jahrzehntelange, ehrenamtliche Einsatz für Schwarzenbek natürlich nicht. Aber vielleicht könnte man sich ja inhaltlich einmal damit befassen, ob man grundsätzlich bereit ist, eine Straße nach Manfred Schulz zu benennen. Und wenn das geklärt ist, sollte es einfach sein, eine Straße zu finden. Es muss ja nicht gleich eine zentrale Hauptstraße sein, die zudem noch so einen wunderschönen, traditionellen Namen trägt wie „Zubringer Nord“. Jedenfalls sollte man verbindlich werden, so oder so.

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