Muss der Pleitegeier zwingend ein Banause sein?

Richtet sich der Ausschussvorsitzende zu sehr nach der Verwaltung?

Als hätte der eine vom anderen abgeschrieben, titelte erst Marc von Kopylow in den Lübecker Nachrichten mit „Schwarzenbek feiert Jübiläum mit Wasser und Brot“ und legte Stefan Huhndorf später in der Bergedorfer Zeitung mit „Schlichtes Fest mit Wasser und Brot“ entsprechend nach. Beide beziehen sich auf den Tagesordnungspunkt 11 des Sozial- und Kulturausschusses vom 23. August 2011. Dort war eine festliche Begehung in diesem Rahmen vorgesehen, wobei sich schnell herausstellte, dass die Einladung der verschwisterten Bürgermeister noch gar nicht erfolgt war und dieser Posten problemlos von der Liste genommen werden konnte, auch wenn der Ausschussvorsitzende Heitmann in der ihm eigenen bescheidenen Art zu Beginn der Debatte den Bürgermeister fragte, ob man denn noch etwas ändern könne. „Sie sind der Souverän!“, wollte man ihm ohnehin mehrfach während dieser Sitzung zurufen. Aber leider mangelt es zu vielen örtlichen PolitikerInnen an Selbstbewusstsein gegenüber der offenbar noch immer als Obrigkeit empfundenen Verwaltung. Leider kompensieren das einige mit Geringschätzung der parteilosen BürgerInnen, wobei damit aber ausdrücklich nicht Herr Heitmann gemeint ist.

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Der Manipulator und sein Dirigent

Auch nach Fukushima bedauert Herr Moldenhauer noch, dass Schwarzenbek kein AKW hat...

„Euphorie ist nicht angesagt“, eröffnete der Vorsitzende des Finanzausschusses den Tagesordnungspunkt über den Nachtragshaushalt und angesichts des um weitere 500.000 € angestiegenen Schulden-Everests konnte eigentlich nur überraschen, wie der Mann überhaupt auf die Idee kommen konnte, dass irgend jemand auf diese Idee kommen könnte. Aber der Chef der Finanzen wäre nicht Vorsitzender geworden, wenn er nicht auch eine Antwort hätte, wie es dazu kommen konnte: „Wir haben viel ausgegeben“. Und dieser stupenden Antwort ließ er geradezu philosophische Ausführungen folgen: Schwarzenbek sei eine kleine Stadt und habe nur ein begrenztes Steueraufkommen und „leider“ kein Atomkraftwerk. Daher solle man Investitionen doch bitte positiv begleiten und nicht in einen negativen Sumpf ziehen. Es blieb zwar offen, ob er die rechtswidrige Gründung und finanzielle Ausstattung der Schwarzenbek Marketing GmbH meinte oder die Schlammschlacht mit Fette um das Grundstück für das ETC, welche auch ohne diese Kapriolen durch die Geheimniskrämerei der Stadt in einen Sumpf von Bestechung, Bestechlichkeit und Korruption zu sinken droht. Warum aber ausgerechnet er, der doch maßgeblich an diesen Auswüchsen beteiligt ist, nun glaubte, den Mahner und Warner spielen zu müssen, erschließt sich nicht. Herr Moldenhauer muss nicht glauben, dass sein Versagen vergessen wird, sobald er am kommenden Freitag die Verantwortung für den Finanzausschuss los wird. Die Verantwortlichkeit bleibt!

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