Der Schnarchjournalist

Von Ruben Ballutschinski

Kein Wutbürger, sondern entspannt lächelnder Zeitgenosse. (Foto: Agencia Brasil)

Als ich Dirk Kurbjuweits unsäglichen Artikel im Spiegel las, wusste ich nicht, ob Arroganz oder Dummheit hinter seinen Ausführungen steckte. Ich befürchte, es war eher Dünkel als Dummheit. Zu „Wutbürgern“ stempelte Kurbjuweit darin jene Bürgerinnen und Bürger ab, die sich gegen zukunftsweisende Großprojekte dadurch wehren, dass sie auf die Straße gehen, demonstrieren, gar lauthals und auf dem Rechtswege versuchen, diese Heil bringenden Großbaustellen der Bundesrepublik in Investitionsruinen zu verwandeln. Bah, was widerlich, nicht wahr? Und wie dreist, oder? Sich beschweren und auch noch frech vor Gericht ziehen! Pfui, meint Herr Kurbjuweit. Natürlich weiß jeder, der seine sieben Brezeln beieinander hat, dass Kurbjuweits „Wutbürger“ nichts anderes als mündige Bürger sind. Die Herabsetzung zum Wutbürger ist nicht anders als infam zu nennen. Umso merkwürdiger und geradezu surreal anmutend erscheint mir der Siegeszug dieses Begriffes; einer Wortschöpfung, die genauso gut der Giftküche widerlichster Potentaten, Aristokraten oder der chinesischen KP entstammen könnte.

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Picture it! – Teil 2

Von Ruben Ballutschinski

Ein Jahrhundertprojekt?

Okay, Sie werden die Geschichte von Shmuel wohl nicht glauben. Sie spielt ja auch in Chelm und Chelm ist in etwa so bekannt wie Schwarzenbek oder Schilda. Sie werden sagen, dass so blöd allein keiner sein kann, um so einen Quatsch zu machen. Das mag sein, das mag stimmen, denn wer kennt sich nicht mit Autos aus in diesem Land und würde sich so leicht ein X für ein U machen lassen? Zumal Autos tausend mal am Tag gekauft und verkauft werden, eine Investition, die fast jeder einmal machen oder durchrechnen muss – selbst wenn es beim Durchrechnen bleibt –  weshalb es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Mensch so blöd wie Shmuel sein kann. Als ich aber am letzten Samstag (27.11.) das Schlichtungsgespräch über Stuttgart 21 verfolgte, da musste ich wieder an Shmuel und seine Karre denken.

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Picture it!

Von Ruben Ballutschinski

 

Picture that!

„Picture it …“ so begann Sophia, die älteste der vier Damen aus der Sitcom Golden Girls stets ihre ebenso skurrilen wie sizilianischen Lehrbeispiele und Sentenzen und sie forderte damit ihre drei Mitbewohnerinnen auf, sich das folgende bitte nicht nur vorzustellen, sondern sich hineinzuversetzen und sich das Gehörte plastisch auszumalen. Mir fällt das immer noch schwer, obwohl ich es live im Fernsehen gesehen habe. Alsdann: Picture it:

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