Parole Stammtisch?

Seit Jahren mehren sich die Klagen über das hoheitliche Gehabe der Verwaltung und die Wagenburgmentalität der Selbstverwaltung in Schwarzenbek. Kaum gewählt, scheint man jede Versprechung des Wahlkampfes in den Wind zu schlagen, entscheidet nur noch in Hinterzimmern und ignoriert den Wählerwillen ebenso konsequent wie beharrlich. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich die Zähne daran ausgebissen und nicht selten wurden Mitbürger auch noch verhöhnt und diskriminiert, um deren allfällige Kritik zu diskreditieren. Und das mit Erfolg. Auch die ansässige Presse übernimmt in aller Regel ungeprüft die Verlautbarungen der herrschenden Parteien und des Bürgermeisters und unterschlägt ebenso regelmäßig die Kritik. Von eigener Recherche und kritischer Nachfrage scheint man eher weniger zu halten und es ist ein trauriger Aspekt der Schwarzenbeker Presselandschaft, dass ausgerechnet das Anzeigenblättchen am verlässlichsten berichtet und die erforderliche Distanz wahrt. Das war beileibe nicht immer so und liegt selbstverständlich in der Person der Berichtenden begründet.

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Ende der Schonfrist

Der Adhoc-Publikumserfolg des Stammtisches dürfte nicht zuletzt in der Prominenz seines Veranstalters begründet liegen.

Schon in der nächsten Sitzung“, schreibt Stefan Huhndorf am Donnerstag in seiner den beiden großen Fraktionen durchaus zugeneigten Postille am vergangenen Donnerstag, „will (..) Helge Harms ein Konzept vorlegen, wie bei den Sitzungsgeldern gekürzt werden könnte“. Solches tat er offenbar auf dem von Konrad Freiberg initiierten SPD-Stammtisch kund und dieses „schon“ überrascht schon, denn erst im nachfolgenden Satz schiene es berechtigt: „Das Papier hat er schon vor einiger Zeit ausgearbeitet“.  Ja, hat er wohl schon (man kennt es ja noch nicht, also darf man da schon noch Zweifel haben), aber auch dieses „schon“ ist eigentlich fehl am Platz, denn auf solches Konzept warten wir alle schon sehr lange. Wir wollen uns trotz des medialen – und nicht unberechtigten – Glanzes des wie Phönix aus der sozialdemokratischen Asche aufsteigenden Freiberg nicht nur vor Augen halten, dass eine Schwalbe nicht schon einen Sommer macht, sondern auch, dass die FDP und in ihrem Gefolge dann auch die FWS schon sehr viel länger fordern, dass die Verschonung der Diäten vor dem (all-)gemeinen Rotstift endlich ein Ende haben muss. Es war die rotschwarze Koalition, die dem beharrlich einen Riegel vorsetzte und die nicht nachstehende grüne Geldgeilheit macht die Gouache in Schwarzenbek schon seit deren Fraktionskaperung komplett.

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