„Nicht mit uns!!!!“

Manchmal gehen die Dinge schnell. Gestern erst gab Konrad Freiberg zwei Presseerklärungen ab, heute sind sie bereits Gegenstand der Berichterstattung in beiden lokalen Blättern. Und während die Lübecker Nachrichten bereits vor deren geradezu umstürzlerischer Ortsvereinsversammlung nüchtern bis freundlich über die Erneuerer der SPD berichtete, so erlaubt sich auch die Lauenburgische Landeszeitung heute nur noch eine kleine Spitze. Scheint also, dass diese Schlacht geschlagen ist. Der neue Vorsitzende („Für Konflikt bin ich ja da“) zögert jedoch nicht und bricht den nächsten Streit vom Zaun. Sein Gegner ist kein geringerer als der Bürgermeister selbst. Jedenfalls hat es eine solche Kampfansage einer der größeren Parteien schon eine gefühlte Ewigkeit nicht gegeben: Gestern verteilte die SPD nach eigenen Angaben 600 Exemplare eines Flugblattes in der Innenstadt, mit dem Sie den Bürgermeister frontal annimmt.

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Ist der Bürgermeister ein Idiot?

„Wir haben die Verwaltung, die wir verdienen“, sagt Bernhard Böttel (FWS)

„Machen wir uns nichts vor“, stoßseufzte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FWS in der gestrigen Hauptausschusssitzung, „jede Selbstverwaltung hat die Verwaltung, die sie verdient“. Vielleicht könnten die anderen Mitglieder ja auf der Basis von Tischvorlagen und angesichts so vieler offener Fragen abstimmen, fuhr Bernhard Böttel fort, er könne das nicht. Sprachs und meldete Beratungsbedarf in Sachen Haushaltskonsolidierung an. Daraufhin wurde es gestern noch turbulenter in einer Sitzung, über die bis zum 27. September hier noch ausgiebig geschrieben werden wird. Denn es ist tatsächlich so, wie der Fraktionsvorsitzende der Grünen deprimiert feststellte: „Wir können ja nach Hause gehen, wenn jetzt die Verwaltung alles allein entscheidet“. Matthias Schirmacher und einige seiner KollegInnen kamen gestern aus dem Staunen nicht heraus, mit welcher Unverfrorenheit die Schwarzenbeker Masche fortgesetzt wird. Da werden quasi über Nacht Beschlussvorlagen mit enorm weitreichenden Konsequenzen aus dem Hut gezogen und obwohl der Bürgermeister betont, man habe das Recht, über jeden einzelnen Punkt zu diskutieren und ihn gegebenenfalls auch abzulehnen, warnt er nur Sekunden später, genau das zu tun. Die Konsolidierungsliste, über die bekanntlich gestern zum ersten Mal öffentlich (oder was man dafür hält) debattiert wurde, sei „mit Kiel abgestimmt“ und daher sei das jetzt „schwierig, wenn einzelne Punkte herausgenommen“ würden“und „gefährde“ gar die Konsolidierung.

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