In die Mitte der Gesellschaft

Das traditionelle Geschenk wird dem Hausherren Norbert Lütjens von Susanne Heyer-Borchelt überreicht.

Die Aufregung war dem Stadtjugendpfleger ins Gesicht geschrieben, als er am vergangenen Donnerstag knapp 100 Gäste zur offiziellen Eröffnung des neuen Jugendtreffs in der Hans-Böckler-Straße empfing. Obwohl er die Räumlichkeiten nun schon zum wiederholten Mal präsentiere, sagte Norbert Lütjens, sei die Jugendarbeit eben nicht nur Beruf, sondern auch Herzenssache und insofern bat er, seine Kurzatmigkeit zu verzeihen. Wenn in die Aufregung auch die Sorge mit einspielte, dass die späteren Auftritte  der Jugendlichen und Jungerwachsenen ungeprüft und ungeprobt ablaufen sollten, so war diese unbegründet. Im Gegensatz zur Verwaltung und Politik hatte man bei den Veranstaltern nie das Gefühl, dass etwa improvisiert werden musste. Frank Ruppert, an und für sich ein guter Redner, hatte für diesen Abend nur ein paar Floskeln, den allfälligen Dank an die Unterstützer und eine recht flapsige Bemerkung über die Finanzierung übrig. Kein Wunder, dass Lütjens den Bürgermeister zu früh von der Bühne holen wollte, so wenig strukturiert war dessen Beitrag. Die Politik hatte offenbar gar nichts vorbereitet. Der Bürgervorsteher war wenigstens anwesend, der Vorsitzende des Sozial- und Kulturausschusses jedoch nicht und hatte auch keinen Vertreter entsandt. Susanne Heyer-Borchelt sprach dann zwar als Ausschussmitglied im Namen der Politik und überreichte dem Jugendpfleger Brot, Salz und Glückscent, aber das war offensichtlich eine Eigeninitiative der früheren Sozialausschussvorsitzenden.

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Begossene Pudel

Der Schwarzenbeker Kinder- und Jugendbeirat veranstaltet drei Planspiele, geleitet von professionellen Moderatoren, in denen jeweils 30 Teilnehmer, aus logistischen Gründen nach Schularten getrennt, die Stadtpolitik in Schwarzenbek simulieren sollen und man kann für die Kids nur hoffen, dass „Spiel und Spaß“ bei einem solchen Experiment tatsächlich nicht zu kurz kommen. Wenn man sich nur die letzte Stadtverordnetenversammlung anschaut, will man den Jugendlichen nicht wünschen, das etwa nachspielen zu sollen. Aber natürlich muss man die bestehenden Strukturen ausloten, will man überhaupt verstehen, was dort aus welchem Grund und auf welche Art und Weise abläuft. Wollen nur hoffen, dass die Jugendlichen für sich nicht den Schluss ziehen, solchem Treiben auch künftig fortzubleiben. Der SKJB als Veranstalter der Planspiele erwartet natürlich das Gegenteil. Die Jugendlichen sollen an den Entscheidungsprozessen, die sie betreffen, auch beteiligt werden: „Dazu müssen sie nach unserem Verständnis dazu befähigt werden, wie Politik und Verwaltung in einer Kommune funktionieren“, erklären Maike Schäfer und Melf Johannsen vom SKJB.

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Der Ausschuss hat Kenntnis genommen

Der Sozial- und Kulturausschuss besucht den Jugendtreff

„Und nun sagen Sie mir doch bitte, wie Sie es finden“, beendete Stadtjugendpfleger Norbert Lütjens den Rundgang des Sozial- und Kulturausschusses durch den Anfang September wiedereröffneten Jugendtreff. Es verging einige Zeit, bis sich der Vorsitzende Heitmann (FWS) räusperte und so etwas wie „interessiert zur Kenntnis genommen“ sagte. Leicht irritiert zuckte Lütjens zusammen: „Das kann ja durchaus zweideutig sein“. Die peinliche Situation wurde durch die Sozialdemokratin Heyer-Borchelt gemildert. „Wenn ich Jugendliche wäre, würde ich mich freuen, in solchen Räumen aktiv zu werden“, löste die Genossin die ungute Spannung und der Ausschuss atmete auf. Dennoch wurde man das Gefühl nicht los, als teilte die Mehrheit diesen Eindruck eher nicht.

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„Ich fühle mich nicht richtig informiert“

Die gestrige Sitzung des Haupt- und Planungsausschusses wurde pünktlich um 18 Uhr eröffnet und war mit 6 Mitgliedern auch beschlussfähig. Später kam mit Helge Harms auch noch ein siebtes Mitglied hinzu und das war auch gut so, denn er sollte kurz darauf im Mittelpunkt einer Anfrage von Helmut Stolze (FDP) stehen. Auch wenn Herr Heitmann von der FWS zunächst witzelte, ob es sich überhaupt lohne, Platz zu nehmen, wurde nämlich doch eine anderthalbstündige Sitzung daraus. Leider fand der mit Abstand längere Abschnitt (gut 75 Minuten) nicht-öffentlich statt, aber mit der Anfrage des Herrn Stolze bekam auch die Öffentlichkeit (welche ausschließlich aus mir bestand) etwas zu hören.

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Katzenjammer Kids

Hans und Fritz, die "Katzenjammer Kids"

Der Freude über den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, den Jugendtreff sofort umziehen zu lassen, folgte in der gestrigen Sitzung des Schwarzenbeker Kinder- und Jugendbeirates unter Leitung von Femke Johannsen schon bald ein ernüchternder Kater. Der Stadtjugendpfleger Norbert Lütjens eröffnete den desillusionierten „Kids“, dass der auf 250.000€ gedeckelte Etat mit großer Wahrscheinlichkeit nicht einmal für alle gewünschten und  erforderlichen baulichen Veränderungen ausreichen werde. Auch der als Besucher anwesende Finanzausschussvorsitzende Helge Harms (SPD) konnte den Jugendlichen keinerlei Hoffnungen auf weitere Gelder machen. Er sehe „keinen Hoffnungsstreifen“, sei vielmehr „froh, wenn der Bürgermeister die 250.000€ zusammen bekommt“, aber auch daran machte er vorsorglich ein Fragezeichen.

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Fraglos viele Fragen

Die Öffentlichkeit sieht immer nur die Fassade

Im Bauausschuss sei das Konzept ja bereits vorgestellt worden, ließ sich der Stadtjugendpfleger gestern im Sozial- und Kulturausschuss bitten, noch einmal über den Umzug des Jugendtreffs zu berichten. Nun war der Tagesordnungspunkt dankenswerterweise vom nicht-öffentlichen in den öffentlichen Teil verschoben worden, die Öffentlichkeit blieb im Grunde aber weiter außen vor. Denn wenn auch den Stadtverordneten (und anderen bürgerlichen Mitgliedern?) die Pläne bekannt sein mögen, der Öffentlichkeit blieben sie verborgen. Die schließt man gekonnt eben auch aus, wenn man Tagesordnungspunkte ohne hinreichenden Grund erst einmal als nicht-öffentlich deklariert. Dann bleiben die Unterlagen auch geheim, wenn man anschließend so tut, als dürften die Steuerzahler auch einmal sehen, was sie finanzieren. Nun will man Herrn Lütjens ja gerne glauben, dass der Umzug keine Luxusveranstaltung sei und man sich keinen Palast baue, aber überzeugen würde man sich davon auch gerne. 250.000€ für verschiedene Durchbrüche im Erdgeschoss und einen Tanzboden in der 2. Etage klingen zunächst einmal üppig bemessen. Und wenn man bedenkt, dass weitere 100.000€ so gut wie sicher in das „Projekt“ fließen sollen, dann sind Zweifel angebracht, ob man hier mit den günstigsten Partnern arbeitet.

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