Die kleine Dingdong

Wie hatte Käpten Iglo gesagt? Die Braut muss sich hübsch machen. Na, das hat sich Frank Ruppert nicht zweimal sagen lassen und sich für den „großen Bahnhof für Mr. Zhu“ (Bergedorfer Zeitung) ins fesche Seidenjäckchen gewandet. Wie man jetzt erfährt, wurde am vorgestrigen Dienstag im Amtsrichterhaus die Vertragsunterzeichnung schon einmal vorgefeiert, als neben einigen Stadtverordneten und auch hochrangigeren Politikern auch „Vertreter aus der Wirtschaft“ und handverlesene Gäste einem „Festakt für den chinesischen Investor“ beiwohnten. Und ein Notar war praktischerweise auch gleich dabei.

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Heute schreiben wir an Frau Nowacki

Allerdings möchte ich voranstellen, dass sich das Gelbe Blatt, welches hier ja auch entsprechend schlecht weggekommen ist, erstaunlich gemausert hat und nicht zuletzt dank Frau Nowacki zwar noch nicht, wie es sich selbst bewirbt, zu einer Alternative zu den Tageszeitungen geworden ist, aber doch zu einer unverzichtbaren Ergänzung. Natürlich erfolgen die Artikel immer noch selektiv und scheint auch Frau Nowacki nicht frei von Zwängen zu sein, aber im Gegensatz zu den Wohlfühlartikeln der Bergedorfer Zeitung besticht sie meist durch einen detailgetreuen und durchaus kritischen Blick. Kurz und krumm: Wenn ich heute meinen Fisch in das Blättchen wickele, habe ich es mindestens vorher gelesen und der Fisch verdirbt auch nicht mehr.

Der ehemals tote Fisch zappelt wieder

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Wie eine Bombe…

Die Bombe der LL

…schlug laut Bergedorfer Zeitung die Nachricht ein, dass Kiefaber nun doch bauen darf. Selbst der unbedarfte Leser stutzt und denkt: „Zement mal, damit hatten wir doch jetzt gerechnet!?“ Tatsächlich ist es doch unschöne Übung, dass eine Abstimmung einfach so oft wiederholt wird, bis man das gewünschte Ergebnis hat. Nachdem sich am 9. Juli die vier traurigen Helden der CDU in bewährter konservativer Tradition verdünnisierten, als es gefährlich wurde, war man doch allgemein davon ausgegangen, dass Admiral Delfs seine Süßwassermatrosen dieses Mal an Bord behalten würde. Der eigentliche Skandal, die Wiederholung ein- und derselben Abstimmung, kam in den Zeitungen kaum oder eigentlich gar nicht vor. Warum also diese Bombe, Herr Huhndorf?

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Augsburger Puppenkiste für Erwachsene

Ich fürchte, genau so läuft das in der Kommunalpolitik: Die Günstlingswirtschaft blüht und gedeiht. Man nehme einen versierten Politprofi, der sich nicht nur mit den örtlichen Gegebenheiten, sondern auch mit Kungelei, Mauschelei, Durchstecherei und Nepotismus bestens auskennt. Dieser versammele um sich eine Schar mehr oder weniger erleuchteter Vasallen, die vor allem eines wollen: einen Posten. Solcher garantiert nicht nur ein nettes, steuerfreies Nebeneinkommen von bis zu 7.000 € jährlich, sondern auch eine gewisse Wichtigkeit im Staate Protz.

Wer erinnert sich nicht der Tränen, die ein ganzes Schwimmbad füllten?

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Ehrlich, er kann nicht anders

Eine meiner negativeren Erinnerungen an Einwohnerfragestunden betrifft den polternd aggressiv, selbstgefällig und ungezogen auftretenden Vorsitzenden des Finanzausschusses („Ja, schreiben Sie ruhig mit, Herr Marohn [Anm.: Redakteur der Lübecker Nachrichten], Ihren Müll lese ich schon lange nicht mehr“), welcher gleichzeitig nicht einmal die Eckdaten der historisch zu nennenden Verschuldung der Stadt aus dem Gymnasiumsneubau parat hatte. Dieser Herr Moldenhauer wird heute in der Bergedorfer Zeitung zitiert, dass er es sehr bedauere, aber eben keine andere Möglichkeit hätte, als auch die Kleingärtner mit einer fulminanten Anhebung der Pacht zu belegen. Was zwingt ihn wohl, den armen Mann?

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