Abi-Ferien

Man schließt eine ganze Schule, um in zwei oder drei Räumen zu prüfen!?

Die Lübecker Nachrichten machen heute mit einem Streit um Extra-Ferien für die Gymnasiasten auf, wobei sie sich auf die schulfreien Tage für die anderen Schülerinnen und Schüler bezieht, die nicht geprüft werden. Tatsächlich ist es mehr als fragwürdig und nicht einzusehen, dass rund 90 % der Schüler schulfrei haben, wenn 10 % geprüft werden. Selbstverständlich ist man an einem ruhigen Ablauf interessiert, aber der ließe sich auch anders organisieren. Kritik kam in diesem Jahr nun verstärkt auf, weil man überwiegend offenbar gleich 3 Tage freigab, um dank Himmelfahrt und einem beweglichen Ferientag am Freitag eine ganze Woche frei zu haben. „Ungewohnt großzügig“ nennt die Vorsitzende des Landeselternbeirates das und bleibt damit wie gewohnt in der Rolle der zahnlosen Tigerin. Denn natürlich ist das ein Unding und entbehrt jeglicher Grundlage. Wer hätte je gehört, dass Universitäten geräumt würden, wenn ein paar Prozent der Kommilitonen in Staatsexamen schwitzen? Und gerade wenn man sich eine Schule wie das Gymnasium in Schwarzenbek ansieht, böte das ohne Probleme die räumlichen und baulichen Voraussetzungen für einen ungestörten Prüfungsverlauf. Das würde aber bedeuten, man wäre vorrangig daran interessiert.

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Wir müssen leider draußen bleiben

Gegen solche Ordensbrüste ist nur im Film ein Kraut gewachsen

Wissen Sie, was ein Staat im Staate ist? Bestimmt erinnern Sie sich an wenigstens einen dieser Spielfilme, in denen es um die eigene Gerichtsbarkeit nicht nur innerhalb der US-amerikanischen Armee geht. Nicht nur fehlt der ordentlichen Gerichtsbarkeit der grundsätzliche Zugriff, auch gilt es den eigenen Strafverfolgern als potentiell strafbar, einen Offizier auch nur zu verdächtigen. Umgekehrt landet ein Soldat (auch als Offizier!) vor einem ordentlichen Gericht und wird dort auch bestraft, sobald er den Gehorsam verweigert. Wenn es nicht gelingt, einen Befehl als offensichtlich rechtswidrig zu entlarven, ist der ehemalige Soldat nicht nur unehrenhaft entlassen, sondern auch vorbestraft. Das ist in Deutschland übrigens nicht anders. Als Wesensmerkmale eines Imperium in imperio gelten dann auch noch ein von der Gemeinsprache unterschiedlicher Sprachgebrauch, abgeschottete Lebensbereiche, zivile Kontrolle durch eigene oder wenigstens ehemalige Mitglieder, ausgeprägtes Kaderdenken und tiefes Misstrauen gegen den Rest der Welt. Kritik von außerhalb, sei es nur in Form von Fragen, wird als Angriff betrachtet und bedrohlich wahrgenommen; Selbstkritik gilt als Verrat.

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Klassenteiler

Prima, was so ein einzelner, besorgter Papi alles erreichen kann. Zumindest Medienecho, wie sich heute in den Lübecker Nachrichten zeigt:

Geesthacht/Ratzeburg – Der Hilferuf eines besorgten Vaters aus Geesthacht hat jetzt Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen erreicht. Karsten Steffen, Geesthachter CDU-Fraktionsvorsitzender, klagt in seinem Brief an den Landesvater über die Reduzierung von Klassen am Otto-Hahn-Gymnasium und an der Ratzeburger Gelehrtenschule. Es fehle an Lehrern.“ (Zitat: Lübecker Nachrichten, 24.07.2008 – siehe Link) Mehr von diesem Beitrag lesen