In die Mitte der Gesellschaft

Das traditionelle Geschenk wird dem Hausherren Norbert Lütjens von Susanne Heyer-Borchelt überreicht.

Die Aufregung war dem Stadtjugendpfleger ins Gesicht geschrieben, als er am vergangenen Donnerstag knapp 100 Gäste zur offiziellen Eröffnung des neuen Jugendtreffs in der Hans-Böckler-Straße empfing. Obwohl er die Räumlichkeiten nun schon zum wiederholten Mal präsentiere, sagte Norbert Lütjens, sei die Jugendarbeit eben nicht nur Beruf, sondern auch Herzenssache und insofern bat er, seine Kurzatmigkeit zu verzeihen. Wenn in die Aufregung auch die Sorge mit einspielte, dass die späteren Auftritte  der Jugendlichen und Jungerwachsenen ungeprüft und ungeprobt ablaufen sollten, so war diese unbegründet. Im Gegensatz zur Verwaltung und Politik hatte man bei den Veranstaltern nie das Gefühl, dass etwa improvisiert werden musste. Frank Ruppert, an und für sich ein guter Redner, hatte für diesen Abend nur ein paar Floskeln, den allfälligen Dank an die Unterstützer und eine recht flapsige Bemerkung über die Finanzierung übrig. Kein Wunder, dass Lütjens den Bürgermeister zu früh von der Bühne holen wollte, so wenig strukturiert war dessen Beitrag. Die Politik hatte offenbar gar nichts vorbereitet. Der Bürgervorsteher war wenigstens anwesend, der Vorsitzende des Sozial- und Kulturausschusses jedoch nicht und hatte auch keinen Vertreter entsandt. Susanne Heyer-Borchelt sprach dann zwar als Ausschussmitglied im Namen der Politik und überreichte dem Jugendpfleger Brot, Salz und Glückscent, aber das war offensichtlich eine Eigeninitiative der früheren Sozialausschussvorsitzenden.

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Der Ausschuss hat Kenntnis genommen

Der Sozial- und Kulturausschuss besucht den Jugendtreff

„Und nun sagen Sie mir doch bitte, wie Sie es finden“, beendete Stadtjugendpfleger Norbert Lütjens den Rundgang des Sozial- und Kulturausschusses durch den Anfang September wiedereröffneten Jugendtreff. Es verging einige Zeit, bis sich der Vorsitzende Heitmann (FWS) räusperte und so etwas wie „interessiert zur Kenntnis genommen“ sagte. Leicht irritiert zuckte Lütjens zusammen: „Das kann ja durchaus zweideutig sein“. Die peinliche Situation wurde durch die Sozialdemokratin Heyer-Borchelt gemildert. „Wenn ich Jugendliche wäre, würde ich mich freuen, in solchen Räumen aktiv zu werden“, löste die Genossin die ungute Spannung und der Ausschuss atmete auf. Dennoch wurde man das Gefühl nicht los, als teilte die Mehrheit diesen Eindruck eher nicht.

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„Der Jugendtreff ist abgefrühstückt!“

Nachdem der Finanzausschussvorsitzende Helge Harms in der Stadtverordnetenversammlung vom 9. September vergeblich um Aufschub gebeten hatte, um für den Erhalt des Gebäudes und Jugendtreffs am bisherigen Standpunkt eine Fördermöglichkeit über die Aktivregion Sachsenwald/Elbe zu prüfen, hatte er für die jüngste Ausschusssitzung deren Geschäftsführer Ralf Benno Brassat eingeladen. Doch wie schon Anfang September, erhielt Harms auch dieses Mal eine deutliche Abfuhr, nicht zuletzt von seinen eigenen Fraktionskollegen. Allerdings hatte er die nun auch zum zweiten Mal als leichtfertig vorgeführt.

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Jugend forsch

Vier nette junge Menschen vom SKJB stellten sich am 23. August  2011 in der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses vor und wurden natürlich mit höflichem Applaus bedacht. Wenn sie nur früher gewusst hätten, dass sie sich mit ein paar Worten vorstellen sollten, wären sie auch vollzählig aufgetreten. Dass sie es nicht wussten, zeigt für meine Begriffe auch bereits, dass man in der Öffentlichkeit zwar tunlichst freundlich tut, ansonsten aber gut und gerne auf dieses Gremium verzichten könnte. Die Kraft, zur Not auch öffentlich zu unpopulären Maßnahmen und Entscheidungen zu stehen, spreche ich den politischen Gruppierungen dieser Stadt aber ohnehin ab.

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Schwarzenbeker Dialektik

Frisch gestärkt mit grün-weißer Krawatte

Zugegeben, die Schwarzenbeker Puppenspiele laufen bereits seit einer Woche wieder auf vollen Touren. Der blackbekblog benötigte etwas länger, um aus den Startlöchern zu kommen, hat dafür jedoch Verstärkung gewonnen. Rupert Talia wird zukünftig den Blick etwas erweitern und mit seinen Beiträgen dafür sorgen, dass dieser Blick nicht ausschließlich nach innen gerichtet ist. Das gibt mir Gelegenheit, mich auf das Wesentliche der Kommunalpolitik zu konzentrieren und nicht auch noch das unnötigste Geplänkel redaktionell verarbeiten zu müssen. So wird zum Beispiel der höchst lächerliche Affentanz im Seniorenbeirat hier nicht breit getreten werden. Nur soviel: Dieser Beirat muss sich nicht wundern, dass kein Mensch ihn ernst nimmt. Während der Kinder- und Jugendbeirat mittlerweile mehr oder weniger regelmäßig selbst an den nicht-öffentlichen Sitzungen teilnimmt, streiten die durchgeknallten Alten öffentlich darüber, wessen Tanztee das nun eigentlich ist. Um fair zu sein, muss man jedoch einräumen, dass die Kommunalpolitik in Schwarzenbek jedoch ähnlich wirkt. Der Bürgermeister beherrscht diese Kränzchen nach Belieben und zieht seine Tanzpartner regelmäßig am Nasenring durch die Manege.

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Fraglos viele Fragen

Die Öffentlichkeit sieht immer nur die Fassade

Im Bauausschuss sei das Konzept ja bereits vorgestellt worden, ließ sich der Stadtjugendpfleger gestern im Sozial- und Kulturausschuss bitten, noch einmal über den Umzug des Jugendtreffs zu berichten. Nun war der Tagesordnungspunkt dankenswerterweise vom nicht-öffentlichen in den öffentlichen Teil verschoben worden, die Öffentlichkeit blieb im Grunde aber weiter außen vor. Denn wenn auch den Stadtverordneten (und anderen bürgerlichen Mitgliedern?) die Pläne bekannt sein mögen, der Öffentlichkeit blieben sie verborgen. Die schließt man gekonnt eben auch aus, wenn man Tagesordnungspunkte ohne hinreichenden Grund erst einmal als nicht-öffentlich deklariert. Dann bleiben die Unterlagen auch geheim, wenn man anschließend so tut, als dürften die Steuerzahler auch einmal sehen, was sie finanzieren. Nun will man Herrn Lütjens ja gerne glauben, dass der Umzug keine Luxusveranstaltung sei und man sich keinen Palast baue, aber überzeugen würde man sich davon auch gerne. 250.000€ für verschiedene Durchbrüche im Erdgeschoss und einen Tanzboden in der 2. Etage klingen zunächst einmal üppig bemessen. Und wenn man bedenkt, dass weitere 100.000€ so gut wie sicher in das „Projekt“ fließen sollen, dann sind Zweifel angebracht, ob man hier mit den günstigsten Partnern arbeitet.

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