Grenzen des Wachstums

Wir fanden nur 58, aber es gibt sicher noch andere Anbieter

Von Klaus Kamm wurde am 15. Februar ein interessanter Leserbrief in den Lübecker Nachrichten veröffentlicht. Darin bezieht sich der engagierte Schwarzenbeker auf die nicht enden wollende Ausweisung immer neuer Wohngebiete in der Stadt: „Obwohl zurzeit in Schwarzenbek und seinem unmittelbaren Einzugsgebiet über 65 Häuser im Internet privat zum Verkauf angeboten werden“, schreibt Kamm, „wird vom Haupt- und Planungsausschuss bereits wieder eine Änderung (…) für ein weiteres Neubaugebiet in Auftrag gegeben“ und das trotz „den bereits ausgewiesenen Neubaugebieten: Wohnpark Sachsenwald, Im Strange, Brüggemannstraße, Sachsenwaldring (altes Hallenbadgelände), Möllner Straße linke Seite Mühlenkamp.“ Neben der Unverständlichkeit solchen Tuns bemängelt Kamm auch und vor allem, dass die politische Entscheidung „sicher wieder hinter verschlossenen Türen fallen“ wird, „da es sich um eine Grundstücksangelegenheit handelt“. Man fragt sich tatsächlich, was die Stadtverordneten sich dabei denken, solche für die Einwohner doch zentralen Themen immer wieder einsam zu entscheiden. Wundern kann man sich darüber jedoch spätestens nicht mehr, seit man deutlich gemacht hatte, die Bevölkerung nicht einmal dann beteiligen zu wollen, wenn Schwarzenbek sein Gesicht verändern würde (Stichwort chinesisches Handelszentrum).

Mehr von diesem Beitrag lesen

In trockenen Tüchern?

Da fehlt doch was!

„Über Geld, das man nicht hat, kann man auch nicht befinden“, hatte die Haushaltsexpertin und Ortsvereinsvorsitzende der SPD den Vorsitzenden des Kinder- und Jugendbeirates belehrt, noch bevor der Anfang Dezember 2010 beantragen konnte, den Verkaufserlös aus dem wie immer so gut wie unterzeichneten Kiefaberkaufaberkeinvertrag für den Umzug des Jugendtreffs zu verwenden. Ungewöhnlich gut unterrichtete Kreise wussten auch damals bereits, dass die Politik eigentlich seit Jahrzehnten nichts anderes tut, aber Nobelpreisträger sind rar gesät und insofern sollte man nicht zu strenge Maßstäbe anlegen. Dass man nun aber – auch mit der Stimme von Frau Francke – über genau diesen nichtexistenten Verkaufserlös verfügte, hätte auffallen können. Drei Mal musste zum Beispiel Herr Schröder in der Sitzung vom vergangenen Freitag den Bürgermeister fragen: „Ist die Finanzierung tatsächlich und rechtlich gesichert?“, bevor der Angesprochene antwortete, die Höhe der Kostenpositionen nicht zusichern zu können. Aus heutiger Sicht ergebe sich nach der Rechnung der Verwaltung aber sogar ein Plus von 32.000€, da dem Verkaufserlös von 350.000€ lediglich Kosten von 312.000€ gegenüberstünden. Ich fürchte, die Frage bezog sich eher auf die Sportart Fuß ohne Ball, sprich: Finanzierung ohne Geld (Verkaufserlös), aber ich mag mich täuschen. Übrigens stimmte auch der frühere Finanzverweser Moldenhauer für den Umzug, der „aus heutiger Sicht“ 42.000€ mehr kostet, als er jemals dafür zu zahlen bereit war.

Mehr von diesem Beitrag lesen

„Augen zu und durch“?

Bald Geschichte, so oder so

Kiefaber und kein Ende. Das Thema Innenstadtgestaltung ist in Schwarzenbek auch ohne den nunmehr seit zwei Jahren gärenden Verkauf der Gebäude am Markt 6 und 8 eine unendliche Geschichte. Man darf gar nicht darüber nachdenken, wie viele Planungen hier schon erstellt, bezahlt und wieder verworfen wurden. Die jüngste Farce um den Verkauf an den Investor Kiefaber begann, als CDU und FWS zwar nicht gemeinsam, aber vom Ergebnis her ziemlich gleichlautend den Abriss der alten Gebäude favorisierten, die man zuvor für teures Geld wieder erstanden hatte. Über den Kaufpreis, den die Stadt bezahlt hatte, kursierten die unterschiedlichsten Zahlen und die Frage des Blogbetreibers nach der konkreten Zahl wurde vom damals angeblich zuständigen Herrn Thiede mehrfach vertröstet. Offenbar darf sich jeder einen Preis ausdenken. Die Untergrenze der Kaufsumme liegt nach letzter Recherche des Blogs bei 1.500.000 DM und damit mindestens beim Doppelten des zuletzt kolportierten Angebotes des Herrn Kiefaber.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Das Fell des Bären

Um diese Rechengenies geht es

Dass die Schwarzenbeker Milchmädchen Meister der kühnen Kalkulationen sind, wissen wir ja nicht erst seit heute. Das Mahnmal kommunaler Kontoführung, das Europagymnasium, wird die Kassenlage einer kompletten Generation verhunzen. Und das liegt keineswegs an globalen Krisen und Steuereinbrüchen, sondern schlicht an mangelnder Vor(aus)sicht in Verbindung mit Großmannssucht und verfehlter Planung. Und wenn ich heute in den Lübecker Nachrichten lese, dass weder der Umzug des Vereins Füreinander-Miteinander, noch der des Jugendtreffs aus dem Ensemble Am Markt 6-8 in irgend einer Form sicher gestellt ist, obwohl dort am 31. Juli mit den Bauarbeiten begonnen werden soll, dann ist das ein erneuter Beleg für ein Verwaltungschaos erster Rangordnung.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Torloses Unentschieden

Das soll Fußball sein?

Ich gebe zu, es ist bisweilen schwer, in Schwarzenbek am Ball zu bleiben. Mitunter (ja, es gibt auch noch andere Worte für ‚zwischenzeitlich’) wechselt die Spielrichtung, dann spielen Auswechselspieler ein völlig anderes System oder es werden während des Spieles die Regeln geändert. Aber eines ist auch beim herzogtümlichen Absteiger nicht anders: Eine Vorlage sollte in ein Tor verwandelt werden. Stefan Huhndorf, einer der Sportfreunde von der Lauenburgischen Landeszeitung, hatte jetzt sogar einen Elfmeter vor den Füßen bzw. den schreibenden Händen – und vergab kläglich.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Nicht ganz unrisikovoll

Ein eindeutiges Vielleicht für jeden Investor

Helge von Appen wurde belächelt, als er in Fragen der Stadtplanung gebetsmühlenartig seinen Runden Tisch erwähnte, an den er alle Bürger holen wollte, um Planung bürgernah zu betreiben.  Je mehr Leute man fragt, das ist die weit verbreitete Einstellung, desto mehr Antworten erhält man und kann am Ende doch nicht entscheiden. Also soll es besser sein, nur Wenige zu fragen? Hm, dann wäre es wohl am Besten, man fragte nur einen Einzigen und der kann das dann per Eilentscheidung… Mehr von diesem Beitrag lesen