Auschwitz Polka

Von Ruben Ballutschinski

(Foto: Bundesarchiv)

Jetzt verstehe ich endlich, was sich hinter der Schlagzeile verbarg, die auch mir in den letzten Tagen begegnet war und die mich nicht weiter interessiert hatte. Nicht aus Ignoranz. Die Schlagzeile habe ich in Erinnerung mit: Überlebender der Shoa tanzt vor Freude überlebt zu haben, in einem Youtube-Clip. Das gönnte ich ihm und hoffte, dass er hoffentlich schon öfter und früher ein Freudentänzchen aufgeführt hat. Nun lese ich, alles sei in Auschwitz und anderen KZs gefilmt worden und mit Gloria Gaynors „I Will Survive“ unterlegt worden. Die Frage, die sich mir sofort aufdrängte, ist die: „Warum auf den Gräbern der Opfer getanzt wird und nicht auf dem Grab Hitlers?“ Ach ja, das gibt es ja nicht. Auch nicht mehr den Führerbunker oder sein Domizil am Obersalzberg*. Alles wegplaniert und abgetragen, um Nazis keine Wallfahrtsstätte zu bieten. Aber deswegen Auschwitz als Tanzpalast (Nebenbei bemerkt, merke ich an dieser Stelle, dass die Wortspiele, die mir angesichts des Videos einfallen, widerlich und geschmacklos sind)?

Mehr von diesem Beitrag lesen