Alles in bester Ordnung

Mit solchen Typen fängt der Ärger an

Das Jahr 2010 neigt sich bedrohlich seinem Ende entgegen und wir lesen in der Zeitung, dass es der Wissenschaft unerklärlich ist, wie der Globus diese ominöse Sekunde, die er eben noch seiner Zeit hinterher zu hängen schien, nun doch wieder aufholte. Dreht die Erdkugel etwa unrund oder ist die Firma Vattenfall auch für die Atomuhr zuständig? Ach, wie war es früher bequem, bevor Galilei anfing, dumme Fragen und krude Behauptungen aufzustellen! Der hatte bekanntlich beobachtet, dass der Bürgermeister von Padua immer wieder wie umnachtet schien und daraus messerscharf geschlossen, dass dessen dunkle Absichten sich auf diese Weise auch äußerlich zeigten. Seine entsprechende Anfrage war jedoch von der Stadt frech abgebügelt worden. Kurz und knapp hatte man ihn mit dem Hinweis auf die Erdrotation abgefertigt. Anstatt nun keine große Sache daraus zu machen, meinte der Florentiner beim Papst anklopfen zu müssen. Und wenn der nun nicht Urban, sondern Haack, und die Heilige Römische Inquisition stattdessen Kommunalaufsicht geheißen hätte, dann wäre der Verschwörungstheoretiker entsprechend beschieden worden:

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Kurz und schmerzhaft

Gelbes Blatt, 14.12.2010: „Ein bisher übliches Verfahren“ sei es laut der Schwarzenbeker Kämmerin Kipke, den Haushalt auch ohne Vorbericht zu beschließen, was ihr „auch der Leiter der Kommunalaufsicht in Ratzeburg bestätigte“. Wie bitte? Herr Haack bestätigte, dass der vermutlich rechtswidrige, mindestens aber ungültige Beschluss des Haushalts gängige Praxis sei? Derselbe Herr Haack, der bestätigt haben soll, dass die von mir befürchteten doppelt kassierten Aufwandsentschädigungen, unzulässigen Zählgemeinschaften, auf Lügen basierenden rechtswidrigen Beschlüsse in der Stadtverordnetenversammlung und heimlichen Firmengründungen „in Ordnung“ wären? Danke, ich habe keine Fragen mehr. Wir sind offenbar endgültig zur Bananenrepublik verkommen.

Herr Haack und die spanische Inquisition

Nachdem man mich in der Einwohnerfragestunde einerseits hat auflaufen lassen, andererseits sich einen Spaß daraus machte, mich erneut vorzuführen und zum Dritten der angebliche Brief, der nur noch vom Bürgervorsteher gegenzulesen war, mich noch immer nicht erreichte, habe ich jetzt direkt an Herrn Hack geschrieben. Mag ja sein, dass er wirklich gefragt worden ist und wirklich nur „Alles in Ordnung“ antwortete, aber das hätte ich dann doch gern schriftlich belegt, was ich fragte und was er antwortete. Immerhin hat mich der Innenminister an die Kommunalaufsicht als zuständige Stelle verwiesen. Mal schauen, wohin die mich jetzt verweisen. Vermutlich nur auf meinen Platz, auf unser aller Platz in diesem Spiel: den des Zuschauers. Aber während wir ohnmächtig zusehen, können wir uns wenigstens vor Augen führen, wie sehr dieselben Regularien, die exzessiv benutzt werden, um Kritik und Kritiker auszugrenzen und noch die letzte Sauerei zu legitimieren, per Federstrich vom Tisch gewischt werden, wenn sie auch von denen gelesen und angewendet werden wollen, die man außen vor zu halten gedenkt.

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