Als wäre man dabei gewesen

„Die Firmen sind beauftragt, zum Jahresende soll alles fertig sein.

In der Bergedorfer Zeitung findet sich heute ein Artikel von Stefan Huhndorf, in dem diese „Verkündung“ des Vorsitzenden des Haupt- und Planungsausschusses Hans-Joachim Delfs in einer Weise zitiert wird, als wäre der berichtende Stefan Huhndorf bei der Sitzung anwesend gewesen. Das war er nicht. Vermutlich hat Huhndorf also vor- oder hinterher mit Delfs gesprochen. Im Ausschuss klang Herr Delfs nämlich anders (nachdem er zunächst vergeblich Herrn Hinzmann animieren wollte, diese Mitteilung zu verkünden):

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Die Delfsche Relativität

Wir erinnern uns, wie die Vielbeschäftigten Delfs und Siepert, als es um die Frage ging, ob man nicht wegen des Raumnutzungskonzeptes noch eine Stadtverordnetenversammlung zwischen September und Dezember einschieben könnte, den Terminplan bemühten. Delfs unkte von Zufallsmehrheiten, die keiner wolle und Siepert, obschon „keine Führungskraft“, konnte seinem überstrapazierten Kalender auch keinen Termin mehr zuordnen. Wie schön, dass man diesem aber kurzfristig nicht nur die morgige Feierstunde zum 50. Jahrestag der Verleihung des Europapreises zufügen konnte. Nein, auch eilig einberufene Ein-Themen-Ausschüsse sind gar kein Problem. So konnte am vergangenen Dienstag ein Hochgeschwindigkeitsausschuss stattfinden, in dem der Chef der Schwarzenbeker U-Boot-Flotte, Major a.D. Delfs zackig durch das Programm führte (man hatte schließlich noch andere Termine!).

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Buddha bei die Fisch!

Wenn ich den Bericht im heutigen Gelben Blatt lese, kriecht auch mir ein heiligmäßiger Schauer das Rückgrat entlang. Es muss wirklich „ein ganz besonderer Moment“ gewesen sein, der Herrn Dr. Tjan dann auch folgerichtig nur flüstern ließ. „Er sieht die Lagepläne jetzt zum ersten Mal“ wird er zitiert. „Ehrfürchtig“ hat er dann wohl auch noch ein „Nur nicht unterbrechen“ gehaucht, bevor er dann, so stelle ich mir das jedenfalls vor, vollständig von seinen Gefühlen übermannt, schluchzend auf die Knie sank. Vermutlich soll diese Beschreibung auch mir die sakrale Aura dieses Augenblickes verdeutlichen, aber tatsächlich verführte sie mich nur zu einem schiefen Grinsen.

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Die kleine Dingdong

Wie hatte Käpten Iglo gesagt? Die Braut muss sich hübsch machen. Na, das hat sich Frank Ruppert nicht zweimal sagen lassen und sich für den „großen Bahnhof für Mr. Zhu“ (Bergedorfer Zeitung) ins fesche Seidenjäckchen gewandet. Wie man jetzt erfährt, wurde am vorgestrigen Dienstag im Amtsrichterhaus die Vertragsunterzeichnung schon einmal vorgefeiert, als neben einigen Stadtverordneten und auch hochrangigeren Politikern auch „Vertreter aus der Wirtschaft“ und handverlesene Gäste einem „Festakt für den chinesischen Investor“ beiwohnten. Und ein Notar war praktischerweise auch gleich dabei.

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HANDELSZENTRUM

Wie dumm kann man sein, ...

…überschreibt der aktuelle Sonntags-Kurier seinen entsprechenden Artikel und vermutlich hängt es Ihnen auch hier aus dem Hals heraus, dass es kein anderes Thema zu geben scheint. Je nun, handelt es sich eben um „die größte ausländische Investition“ in Schläfrig-Holstein seit der Völkerwanderung. Was mich jedoch erneut stolpern und schreiben lässt, ist das noch einmal aufgegriffene Zitat des Landtagsabgeordneten Markus Matthießen (CDU):

„Ich hatte eine andere Vorstellung von dem Land. Ich dachte an jeder zweiten Ecke gibt es eine Garküche mit Hunden und Schlangen, aber es ist dort alles sehr modern und sauber“.

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Kein Unrechtsbewusstsein

Siehe deren Schwarzbuch

Wie bekannt, kritisiert der Steuerzahlerbund die lauenburgische Werbekampagne zur Ansiedelung von Gewerbe und Industrie mit der zutreffenden Begründung, dass dadurch nicht ein einziger zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen würde. Diese offensichtliche Tatsache geht aber genau so offensichtlich nicht in die konservativen Betonschädel. „Zu früh“ sei die Kritik der Steuerzahler, man könne den Erfolg der Kampagne doch noch gar nicht abschätzen. Wenn also morgen beispielsweise 1.000 Arbeitsplätze im Kreis Stormarn ab- und im Herzogtum angebaut würden, dann sähe man das offenbar als Erfolg und hielte die Ausgabe von knapp 4 Millionen Euro für gerechtfertigt?

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Augias ist ein Dreck dagegen

 

Ganz recht, ‚Alleinstellungsmerkmal‘ bedeutet natürlich auch, dass die Chinesen in der Menschenrechtsfrage auf sich allein gestellt sind.

Am vergangenen Mittwoch war nun also auch noch Torsten Geerdts in der chinesischen Außenhandelsdependance Schwarzenberg-Cen-Baker, um den ungeheuerlichen Erfolg der Nachfolger Marco Polos abzufeiern. Torsten wer? Ach, den kennen Sie nicht? Genau deshalb war er ja nun auch gestern in der Bergedorfer Zeitung und ist heute in den Lübecker Nachrichten zu bestaunen. Und Herr Ruppert grinst sich eins, denn auf diese Weise ist auch er täglich mit seinen 50 Millionen Arbeitsplätzen im Gespräch. Es kommt schon gar nicht mehr darauf an, ob oder wie viele von denen wirklich zustande kommen, die Botschaft ist vermutlich in den Schädeln drin. Bestimmt finden sich aber auch noch ein paar Provinzpolitiker zum Gratulieren und „der Investor“ soll ja auch schon nächste Woche kommen. Dann stehen wieder 1.000 Arbeitsplätze in der Zeitung und so läppert sich das eben. Mehr von diesem Beitrag lesen