„Tendenziöse, selektive Berichterstattung“

Der musste auf manche Presseartikler keine Rücksicht nehmen, weil er genügend andere als Verbündete hatte. Das kann nicht jeder von sich behaupten.

Geben Sie es ruhig zu: Solche Töne überraschen Sie hier nicht wirklich. In der politischen Auseinandersetzung kommen sie allerdings nicht ganz so häufig vor und dass eine Partei derart gegen die Presse holzt, kannte man eigentlich auch nur zu Franz-Josef Strauss’ Zeiten. Der konnte sich in Bayern seiner Sache sicher sein und daher waren die Ausfälle gegen die „linke Kampfpresse“ eher die Regel, denn eine Seltenheit. Dass nun aber in Schwarzenbek jemand in dieser Weise auf die Lauenburgische Landeszeitung einschlägt, geschieht der zwar grundsätzlich recht, stellt aber doch ein erhebliches Wagnis dar. Schlimm genug, dass man so etwas denken muss, wo Journalisten doch gehalten sind, ohne Ansehen der Person wahrheitsgemäß und distanziert zu berichten. Tatsächlich läuft das aber anders und ist auch täglich  zu beobachten.

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Mit wenigen Klicks das Haushaltsloch flicken

Offenbar alarmiert durch das Ende der Sympathiewelle aus Fukushima für die Grünen und die schwindende Aussicht auf eine Fortsetzung der politischen Karriere in Kiel, macht der Bürgermeister jetzt in Schwarzenbek Politik. Und obwohl er gerade erst für seine seltsam „überspitzte“ Art der Seniorenverkasperung einen auf die Nase bekommen hat, will er offenbar weiterhin über fragwürdige Internetbefragungen der Selbstverwaltung Konkurrenz machen. Frank Ruppert lud jedenfalls gestern ausgewählte Medienvertreter der hiesigen Presse ein, um sein neuestes „Projekt aus der Taufe zu heben“ (Gelbes Blatt). „Jetzt sind die Bürger gefragt“ (Bergedorfer Zeitung) und „sollen Sparvorschläge machen“ (Lübecker Nachrichten) berichten die Zeitungen brav und für die Vorzugsbehandlung verzichten sie natürlich auch auf kritische Nachfragen. Wenn zum Beispiel die Kämmerin es für ganz wichtig erachtet, „dass wir die Bürger erreichen“, weil die „schließlich am besten (wissen), was vor ihrer Haustür geschieht“, und der Bürgermeister „alle Bürger mit ins Boot (..) holen“ möchte, dann stellt die Verwaltung mal eben die repräsentative Demokratie infrage und bescheinigt den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung nicht nur Ahnungslosigkeit, sondern spricht ihnen im Grunde ab, für die Bürgerinnen und Bürger zu sprechen.

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Schafft den Kinder- und Jugendbeirat ab!

Die Kritik der Senioren, er habe seine Amtsneutralität verletzt, indem er sich klar gegen die Einrichtung eines Seniorenbeirats mit vollen Rechten einsetzt, treibt den Bürgermeister offenbar um. Aber natürlich nicht in dem Sinn, dass er sich einfach entschuldigt und solche Entscheidungen künftig wenigstens nicht mehr öffentlich beeinflusst. Nein, Frank Ruppert glaubte bereits in der Stadtverordnetenversammlung sich rechtfertigen zu müssen und in dieser Woche nutzt er seine Kolumne im Gelben Blatt, um neben der umstrittenen Online-Abstimmung nun auch noch zu Rückmeldungen aufzufordern, ob er seine Amtsneutralität verletzt habe. Man möge ihn persönlich oder per E-Mail ansprechen. Sicher eine gute Möglichkeit, gerade für die älteren Senioren, denn die chatten ja laufend und ständig sieht man sie in Horden durch die Stadt laufen. Was liegt also näher, als dem Bürgermeister eine Mail zu schreiben, vielleicht sogar vom neuen iPhone während des Shoppens, oder man schaut auf einen Sprung ins Rathaus.

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Grundsätzlich keine Sorgen

Die aktuelle Ausgabe des Gelben Blattes

Die einzig verbliebene kritische Stimme im kommunalen Blätterwald gehört Susanne Nowacki. Dabei ist es ein Treppenwitz, dass die freie Journalistin vorwiegend im Gelben Blatt, also im Schwarzenbeker Anzeiger zu lesen ist, einem Werbeblättchen, welches nicht einmal dem Presserecht unterliegt (korrigiert dank eines Hinweises eines aufmerksamen Lesers. Danke, Herr Kuehn!). Und doch findet man dort noch die informativsten Berichte, es sei denn, Politik oder Verwaltung hätten gerade ihrem Herold eine Exklusivinformation gesteckt. Denn darüber müssen wir uns im Klaren sein, dass die Bergedorfer Zeitung den Anspruch aufgegeben hat, eine unabhängige, distanzierte oder gar kritische Stimme zu sein. Da helfen auch die angeblichen Mahnungen des Redakteurs Huhndorf an die Stadtverordneten nicht. Die wirken eher wie eine Feige in einem Blatt, welches sich wie zum aktuellen Beispiel in Sachen Kiefaber instrumentalisieren lässt. Die angebliche Kündigung des Investors wurde genutzt, um die Kirche auf Kurs zu bringen und nun steht „von Schwierigkeiten mit der Bank“ in diesem Brief, der nun auch zur Mail mutierte, gar nichts drin, „widerspricht Bürgermeister Ruppert anderslautenden Gerüchten“. So steht es im gestrigen Schwarzenbeker Anzeiger zu lesen.

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Von Fast-Beleidigungen und Quasi-Unterstellungen

Wenn das Gelbe Blatt in der aktuellen Ausgabe darauf hinweist, es müsse sich „auch Matthias Borchelt vorhalten lassen, dass seine Art der Fragestellung oftmals nicht der Geschäftsordnung entspricht“, dann nehme ich das zur Kenntnis. Wenn man sich noch einmal meine Fragen vom 25. März anschauen möchte, dann wird man feststellen, dass es kaum noch kürzer und sachlicher geht. Das ist auch ein wenig Geschmackssache, daher ist das ja auch eine Soll-Bestimmung in der Geschäftsordnung. Aber lassen wir das! Wenn man mir allerdings „Fast-Beleidigungen oder Quasi-Unterstellung von Straftaten“ nachsagt, dann verwahre ich mich dagegen.

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Schwarzenbek 21 – Bürger 1. und 2. Klasse

Schwarzenbek 21?

Vor gut 14 Tagen erschien dieser Artikel in den Lübecker Nachrichten und beschäftigte sich durchaus wohlwollend mit dem Protest des Schwarzenbeker Bürgervereins gegen die Lärmbelästigung durch die Bahn bzw. den nicht ausreichenden Lärmschutz. Die Redakteurin zog eine Parallele zu den immerhin seit über 70 Wochen anhaltenden Protest der Stuttgarter Bevölkerung gegen die Versenkung ihres Hauptbahnhofes. „Überall im Kreis“, so führt Frau Geercken aus, „stehen Bürger auf, nehmen Beschlüsse ihrer Stadt und Beeinträchtigungen ihrer Wohnverhältnisse nicht mehr widerspruchslos hin“. Und es ist ja wahr. Es scheint tatsächlich so, als nähme der „Druck der Straße“ (Helmut Kohl) zu und daran sind nicht zuletzt die neuen Medien nicht schuldlos. Es ist heute etwas schwerer geworden, Doktorarbeiten zu fälschen oder Firmen mit öffentlichen Geldern ohne die erforderlichen Beschlüsse zu gründen. Noch scheint es mir allerdings so, als reichten die Proteste alleine eben nicht aus, solange nicht auch die konventionellen Medien darüber berichten. Und die gehen doch sehr selektiv mit den Bürgerprotesten um. Auch dabei scheint es einen Igitt-Faktor zu geben, so wie wir ihn letztens aus der FDP bezüglich des Außenministerdarstellers erlebten.

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Ist Schwarzenbeks Wasser geschmäckleneutral?

Der Artikel kommt wie bestellt

Kennen Sie „bod“? Das ist eine Abkürzung für „book on demand“ was soviel wie „Buch auf Anforderung“ heißt. Es bedeutet, dass ein Autor, der für seine Texte keinen Verlag findet, sich selbst herausgibt. Im Eigenverlag sozusagen, nur dass das heute via Internet viel einfacher und preiswerter geht als früher. Die neueste Variante dieser Geschäftsidee heißt „nod“: newspaper on demand. Dabei geht es darum, dass z.B. eine Stadtverwaltung, der kein Mensch ihre Geschichten abkauft, sich entsprechende Zeitungsartikel verschafft. Der Name ist dabei gleichzeitig Programm: ‚to nod‘ bedeutet auf deutsch bekanntlich soviel wie nicken,  als Substantiv ’nod‘ steht es für das Nicken, aber auch für den Wink (mit dem Zaunpfahl?). Über die Kosten kann ich nichts sagen, bislang wird das nicht offiziell angeboten. Aber es scheint mir zukunftsfähig, denn das Vertrauen der Deutschen in die Politiker mag noch so am Boden liegen, den Medien glauben die Leute fast alles.

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