Fiat Pecuniam! – Teil 5

Von Rupert Talia

Teil 5: Wiederholung der Geschichte?

Dieser deregulierte Finanzkapitalismus, und das ist das Niederschmetternde daran, ist kein bisschen modern, sondern nur eine bereits fürchterlich gescheiterte Wirtschaftsform aus der historischen Mottenkiste, nämlich vom ausgehenden 19. / beginnenden 20. Jahrhundert. Er scheiterte in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit der Weltwirtschaftsdepression 1929-1939. Und wir sind bereits so degeneriert, dass wir den widerlichen Mist gerade blind und ergeben wiederholen – und merken es nicht einmal. Nochmals: Die Zeit der vergleichsweise stabilen und regulierten sozialen Marktwirtschaft, als entscheidende neue Errungenschaft der Nachkriegszeit, endete endgültig 1990 mit dem Washington Consensus.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Fiat Pecuniam! – Teil 4

Von Rupert Talia

Teil 4: Wenn sich keiner mehr verschuldet, steht die Geldwelt still

Im Casino der Finanzwirtschaft zirkuliert derweil das übrige erschaffene Geld nutzlos um sich selbst. Es macht einige Teilnehmer noch reicher, dafür andere gleichzeitig im selben Grad ärmer. Für uns Habenichtse ist das von außen betrachtet schlicht ein ödes Nullsummenspiel, völlig uninteressant und sinnlos, für Banken aber immer noch ertragreich. Darum wollen sie das Casino ebenfalls unbedingt behalten, denn es macht sie vom real angerichteten Schaden relativ unabhängig.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Fiat Pecuniam! – Teil 3

Von Rupert Talia

Teil 3: Der Kern der Krise ist mangelndes Vertrauen

Das Ganze macht jedenfalls  sofort klar, was den eigentlichen Atomkern einer Finanzkrise ausmacht: massiver allseitiger Vertrauensverlust. Die Banker wissen selbst ja sehr genau, dass ihr Geschäft im Kern darin besteht, zum möglichst großen eigenen Nutzen Schulden in die Welt zu setzen. Das ist nun einmal ihr Hauptgeschäftsmodell. Wenn sich niemand verschuldete, bräuchte es nämlich keine Banken mehr, denn alle hätten dann ja schon alles was sie brauchen, um ihre real notwendigen Dinge zu erledigen. Man muss sich das ganz nüchtern klar machen: Banken müssen die aggressivsten Lobbyisten des Schuldenmachens sein, denn davon leben sie, darauf baut ihr ganzes Geschäft auf, nur mit neuen Schulden können sie neues Geld erschaffen. Banken fördern die Verschuldung, Banken machen mit der Verschuldung ihrer Kunden Profit, Banken leben von Schulden.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Fiat Pecuniam! – Teil 2

Von Rupert Talia

Teil 2: Die Basis des Systems ist Vertrauen

Am Ende kann man sehr leicht erkennen, worauf das Ganze im Kern wesentlich basiert: auf Vertrauen. Und man kann auch erkennen, warum Banken ein unmittelbares Geschäftsinteresse an Nichtregulierung (und/oder an einem Schatten- bzw. Casino-Bankenwesen) haben: Je mehr Kredite sie ausreichen können, desto größer ihr Profit durch Gebühren und Zinsen. Zumal sie das staatlich garantierte Oligopol auf den allseits nachgefragten Rohstoff „Geld“ haben (das vom Status her also durchaus mit dem Rohstoff „Trinkwasser“ vergleichbar wäre). Es sind zwar die Zentralbanken, die letztlich mithilfe ihrer Geld- bzw. Zinspolitik die zirkulierende Geldmenge steuern, weil die Banken sich selbst über diese Zentralbanken refinanzieren müssen.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Fiat Pecuniam! – Es werde Geld!

Von Rupert Talia

Einleitung

Der Herr hat's gegeben...?

Fast alles braucht Geld, weil fast alles Geld kostet. Und nicht selten mehr, als wir haben. Dann leihen wir uns etwas, d.h. wir finanzieren, wir beschaffen uns das nötige Geld über einen Kredit. Aber wo kommt dieses Geld her, wie entsteht es? Leider lernen wir ausgerechnet darüber nichts in der Schule, obwohl es uns alle zeitlebens betrifft.

Diese Artikelserie will in 5 Teilen versuchen, die tatsächlich komplexen Strukturen auf das Prinzip zu reduzieren. Dadurch vereinfacht sie, verfälscht jedoch keineswegs. Die so genannte Expertensprache dient häufig nur dem Zweck, einfache Vorgänge möglichst undurchsichtig zu machen. Dieser Text ist hoffentlich geeignet, den Nicht-Experten a) die Angst zu nehmen, sich auf das Thema einzulassen und b) eine Grundlage zu liefern, sich eingehender damit zu befassen. Am Ende werden die Leserinnen und Leser hoffentlich feststellen, dass man kein Genie sein muss, um die Geldwerdung und ihre Tücken zu verstehen. Ein bisschen kompliziert ist es schon, aber die Grundlagen kann man (überspitzt) auch sehr einfach formulieren.

Mehr von diesem Beitrag lesen