Weiterhin keine Kaufverhandlungen, aber die Sache „findet statt“

Die Presse soll Sie, verehrte Leserinnen und Leser heute Folgendes wissen lassen: Die Errichtung des 50-Millionen-Objektes European Textile Center „findet statt“. Auf die einzig wesentliche Nachfrage der versammelten Pressevertreter bei der Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag im Rathaus zu Schwarzenbek, nämlich was denn nun Herr Zhu zum Schicksal des Heimtextilcenters sage, antwortete Herr Ruppert kurz, knapp und deutlich: „Findet statt!“

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Wer lügt denn da?

Alles für Gotteslohn: Dr. Tjan

Schade, ich hätte nicht zögern sollen. Vor ca. 14 Tagen war ich drauf und dran, die Firma Fette anzuschreiben, wie lange man unkommentiert lassen wolle, dass man seit knapp drei Jahren mit dem China-Deal der Stadt Schwarzenbek unmittelbar in Verbindung gebracht werde. Immerhin geht es um eine Geschichte, die zwar bislang nur in Pseudo-Städtepartnerschaften und -Investitionsabkommen sowie der rechtswidrigen Gründung der Schwarzenbek Marketing GmbH kumulierte, aber durchaus noch Skandalpotential in Richtung Vetternwirtschaft, Scheingeschäft, Veruntreuung, Bestechlichkeit und Bestechung besitzt. Jedenfalls wurde auf der Jahrhundertfeier der Firma Fette die „China-Connection“ geschmiedet, als die sehr eng mit der Firma Fette zusammen arbeitende chinesische Unternehmerin Puping Wang die Möglichkeit einer chinesischen Investition in Schwarzenbek vorstellte. Mit dabei der in dieser Angelegenheit seit gut 25 Jahren rührige Dr. Thian-Fong Tjan aus Schwarzenbek, Studienkollege und späterer Hausarzt sowie laut SPIEGEL auch Reiseapothekenausstatter (Valium 5, Diazepam, Azutranquil) des ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Barschel. Die Rolle des in Indonesien geborenen HNO-Arztes erscheint so undurchsichtig wie seine Qualifikation zum offiziellen und einzigen Dolmetscher. Das Vertrauen erscheint jedoch grenzenlos: Die Stadt veröffentlicht sogar chinesische PR auf der eigenen Website und unterzeichnet vermutlich sogar chinesisch-sprachige Dokumente, ohne dass außer Dr. Tjan irgendjemand in Schwarzenbek wüsste, was da geschrieben steht. „Vor eineinhalb Jahren hat er die städtische Delegation als Dolmetscher nach Haimen begleitet und ist seitdem stets zur Stelle, wenn Chinesen Schwarzenbek besuchen – ohne einen Cent zu berechnen“, wusste die Bergedorfer Zeitung anlässlich der städtischen Auszeichnung für Dr. Tjan zu berichten. Das ist aller Ehren wert, aber ist es auch verantwortlich?

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China um die Ecke

In den vergangenen Wochen hatte ich mehrfach den Eindruck, die in diesem Blog oder auch von mir direkt an die Stadt gerichteten Fragen würden quasi per Umleitung über die inzwischen ja drei amtlichen Bekanntmachungsblätter beantwortet. So auch jetzt wieder, wenn ich in das heutige Gelbe Blatt schaue:

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Parallelgesellschaft

Wenn die Lübecker Nachrichten heute im redaktionellen Teil davon schreibt, dass der Bau des Handelszentrums aus Fernost in Schwarzenbek „durchweg“ begrüßt werde, dann frage ich mich ernsthaft, wie und wo die recherchieren und für wie repräsentativ die das dann halten. Der Artikel steht dann auch noch unter der Überschrift „Schwarzenbek bejubelt China-Millionen“. Da hilft es auch nicht mehr viel, dass der Verfasser des Artikels in der Meinungsrubrik den aktuellen Schuldenstand anmahnt.

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Fettes Gymnasium

Hmm, bin ich doch zu früh gegangen, wurde auf der konstituierenden Stadtverordnetenversammlung doch noch über den neu zu vergebenden Straßennamen abgestimmt? Oder hat man das später im Partykeller vom Bürgermeister verhandelt? Mehr von diesem Beitrag lesen