Der Manipulator und sein Dirigent

Auch nach Fukushima bedauert Herr Moldenhauer noch, dass Schwarzenbek kein AKW hat...

„Euphorie ist nicht angesagt“, eröffnete der Vorsitzende des Finanzausschusses den Tagesordnungspunkt über den Nachtragshaushalt und angesichts des um weitere 500.000 € angestiegenen Schulden-Everests konnte eigentlich nur überraschen, wie der Mann überhaupt auf die Idee kommen konnte, dass irgend jemand auf diese Idee kommen könnte. Aber der Chef der Finanzen wäre nicht Vorsitzender geworden, wenn er nicht auch eine Antwort hätte, wie es dazu kommen konnte: „Wir haben viel ausgegeben“. Und dieser stupenden Antwort ließ er geradezu philosophische Ausführungen folgen: Schwarzenbek sei eine kleine Stadt und habe nur ein begrenztes Steueraufkommen und „leider“ kein Atomkraftwerk. Daher solle man Investitionen doch bitte positiv begleiten und nicht in einen negativen Sumpf ziehen. Es blieb zwar offen, ob er die rechtswidrige Gründung und finanzielle Ausstattung der Schwarzenbek Marketing GmbH meinte oder die Schlammschlacht mit Fette um das Grundstück für das ETC, welche auch ohne diese Kapriolen durch die Geheimniskrämerei der Stadt in einen Sumpf von Bestechung, Bestechlichkeit und Korruption zu sinken droht. Warum aber ausgerechnet er, der doch maßgeblich an diesen Auswüchsen beteiligt ist, nun glaubte, den Mahner und Warner spielen zu müssen, erschließt sich nicht. Herr Moldenhauer muss nicht glauben, dass sein Versagen vergessen wird, sobald er am kommenden Freitag die Verantwortung für den Finanzausschuss los wird. Die Verantwortlichkeit bleibt!

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