Harndrang und Erfolgsdruck

Viele Verantwortliche bedeutet letztlich kein Verantwortlicher

Am nächsten Morgen hoffe sie bereits ein Schreiben vorzufinden, zeigte sich die Bürgermeisterin in der Einwohnerversammlung vom vorvergangenenen Donnerstag zuversichtlich, was die Lösung der Frage des Fahrkartenverkaufs am Bahnhof angeht. Die Situation sei schwierig, weil so viele Stellen innerhalb des Deutsche-Bahn-Konzerns zustimmen müssten. Nachdem sie aber „sofort die Bahn angerufen“ habe, als sie hörte, der Verkauf sei eingestellt worden, sollte diese „unzufriedenstellende“ Situation doch bald behoben sein. Wer nun am vergangenen Donnerstag die Homestory des Hofberichterstatters Huhndorf las, stolperte über die exakt gleiche Formulierung „wegen der unterschiedlichen Besitzverhältnisse innerhalb des Konzerns“ und wurde erneut von der Bürgermeisterin auf den nächsten Freitag vertröstet. Dann habe sie angeblich „ein Gespräch mit allen Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG für den Bahnhof“.

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Picture it! – Teil 2

Von Ruben Ballutschinski

Ein Jahrhundertprojekt?

Okay, Sie werden die Geschichte von Shmuel wohl nicht glauben. Sie spielt ja auch in Chelm und Chelm ist in etwa so bekannt wie Schwarzenbek oder Schilda. Sie werden sagen, dass so blöd allein keiner sein kann, um so einen Quatsch zu machen. Das mag sein, das mag stimmen, denn wer kennt sich nicht mit Autos aus in diesem Land und würde sich so leicht ein X für ein U machen lassen? Zumal Autos tausend mal am Tag gekauft und verkauft werden, eine Investition, die fast jeder einmal machen oder durchrechnen muss – selbst wenn es beim Durchrechnen bleibt –  weshalb es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Mensch so blöd wie Shmuel sein kann. Als ich aber am letzten Samstag (27.11.) das Schlichtungsgespräch über Stuttgart 21 verfolgte, da musste ich wieder an Shmuel und seine Karre denken.

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