„Wo sind wir hier eigentlich?“

Manche merken noch etwas: H.Stolze, FDP

An keiner Stelle in Schwarzenbek wird das gestörte Verhältnis zwischen den Volksvertretern und dem Volk deutlicher, als in den Einwohnerfragestunden, welche die Stadtverordnetenversammlungen regelmäßig eröffnen. Symptomatisch zeigt sich dort regelmäßig sowohl die ängstliche Wagenburgmentalität, als auch die abgehobene Arroganz vieler Fraktionen. Der fast körperlich zu spürende Unwillen der meisten Politiker, die fragenden Einwohner als ihren Souverän anzuerkennen, ist dabei nicht auf bestimmte, als besonders penetrante Fragesteller bekannte Personen begrenzt, sondern führt beständig zu Peinlichkeiten. Das Mauern der Vorredner führte am vergangenen Freitag dazu, dass dem Fraktionsvorsitzenden der FDP der Kragen platzte. „Wo sind wir hier eigentlich, dass wir nicht einmal mehr ganz einfache Fragen beantworten wollen?“, empörte sich Helmut Stolze.

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Versetzung erscheint gefährdet

„Was in der Presse stand, sollte da noch nicht stehen“, leitete Josefin Francke, die heimliche Fraktionschefin der Sozialdemokraten, die an einen Zirkus erinnernde Einwohnerfragestunde vor der Stadtverordnetenversammlung am gestrigen Freitag ein. Selbstverständlich freue man sich über das rege Interesse der besuchenden Eltern, aber die Gespräche im Schulverband wären doch erst einmal ein Gedankenaustausch darüber gewesen, ob die Kinder des Grundschulteils der Gemeinschaftsschule einen „Besitzerwechsel“ verkrafteten. „Ja“, meinte Frau Francke, denn „die kriegen das ja gar nicht mit“. Das Schulgebäude bleibe in der Breslauer Straße und die Gleichwertigkeit der Verbandsschule mit der Gemeinschaftsschule sei gegeben. Außerdem möge man doch bitte bedenken, dass die Gemeinde Grove mit dem Austritt aus dem Schulverband gedroht habe und wenn das einträte, „dann gehen die anderen auch“. Das würde dann teuer für Schwarzenbek werden, denn wer geht, muss ausgezahlt werden. Mehr von diesem Beitrag lesen