Mit wenigen Klicks das Haushaltsloch flicken

Offenbar alarmiert durch das Ende der Sympathiewelle aus Fukushima für die Grünen und die schwindende Aussicht auf eine Fortsetzung der politischen Karriere in Kiel, macht der Bürgermeister jetzt in Schwarzenbek Politik. Und obwohl er gerade erst für seine seltsam „überspitzte“ Art der Seniorenverkasperung einen auf die Nase bekommen hat, will er offenbar weiterhin über fragwürdige Internetbefragungen der Selbstverwaltung Konkurrenz machen. Frank Ruppert lud jedenfalls gestern ausgewählte Medienvertreter der hiesigen Presse ein, um sein neuestes „Projekt aus der Taufe zu heben“ (Gelbes Blatt). „Jetzt sind die Bürger gefragt“ (Bergedorfer Zeitung) und „sollen Sparvorschläge machen“ (Lübecker Nachrichten) berichten die Zeitungen brav und für die Vorzugsbehandlung verzichten sie natürlich auch auf kritische Nachfragen. Wenn zum Beispiel die Kämmerin es für ganz wichtig erachtet, „dass wir die Bürger erreichen“, weil die „schließlich am besten (wissen), was vor ihrer Haustür geschieht“, und der Bürgermeister „alle Bürger mit ins Boot (..) holen“ möchte, dann stellt die Verwaltung mal eben die repräsentative Demokratie infrage und bescheinigt den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung nicht nur Ahnungslosigkeit, sondern spricht ihnen im Grunde ab, für die Bürgerinnen und Bürger zu sprechen.

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Schwarzenbek 21?

Sind wir auch das Volk?

Eine der interessanten Facetten an den Protesten in der Spätzlemetropole besteht ohne Zweifel in der Zusammensetzung der Demonstranten, oder vielmehr in der Rezeption derselben. Wie als Beweis für die Richtigkeit und Wichtigkeit des Anliegens muss neben der puren Anzahl, immer auch und eigentlich noch viel eher der Umstand herhalten, dass hier der natürliche Feind aller Unruhe und Unordnung selbst auf die Straße geht. Wenn selbst die Spießbürger zu Spontis werden, dann steht fest, wer hier im Unrecht ist.

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