Semipermeable Membran

Kritisierte Kostenverschleierung, stimmte aber dafür...

Die Teilnehmer des Hauptausschusses vom vergangenen Dienstag erschöpften sich zwar ein wenig bei dem Thema Brüggemannsche Koppel, der Ausschuss selbst jedoch nicht. Selbstverständlich gab es noch weitere Tagesordnungspunkte, aber die fleißigen Schreiberlein müssen sich halt jedes Mal entscheiden, was von Interesse ist und was eher nicht. Die Älteren unter den Lesern werden sich mit Grauen an die blackbekblog’schen Berichte kompletter Stadtverordnetenversammlungen erinnern. Das Lesen von Telefonbüchern dürfte spannender sein. Was soll man also groß schreiben davon, dass die Maßnahme einer neuen KiTa in Schwarzenbek im Förderungs-Ranking auf Platz 9 der Landesmittel- und Platz 11 der Kreismittellliste eingestuft wurde und der Landrat am 01.06. zugesagt hat, über eine Ausnahme vom Kreditaufnahmeverbot nachzudenken und in Kürze zu entscheiden? Oder dass einstimmig beschlossen wurde, der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) beizutreten? Ist es mehr als einen Satz wert, dass bei Letzterem der pseudogrüne Schirmacher zwar anmahnte, dass darin doch mehr Kosten verborgen wären, als die im Beschluss genannten 700 bzw. 950€ jährlich, aber dann doch dafür stimmte, obwohl das bestätigt wurde, die Höhe der Kosten aber unbekannt blieb?

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Wer schreit, hat Unrecht

Wenn man so mit der Kirche umspringt, muss man sich über die "Rache des Papstes" nicht wundern?

Wie oft ich mich über diesen dummen Satz schon aufregte, kann ich nicht mehr zählen. Man darf offenbar in ruhigem Ton die schlimmsten Dinge sagen, nur aufregen darf man sich nicht. Immer ganz ruhig bleiben, dann bleibt nämlich auch alles ganz unbemerkt. Wie bringt man aber die Presse dazu, über einen Missstand zu berichten? Wie oft muss ein Bürgervorsteher gegen die Gemeindeordnung verstoßen, damit die Journalisten begreifen, dass sie es nicht unkommentiert lassen sollten, wenn das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf Fragen in der Einwohnerfragestunde grob missachtet wird? Seit Jahren werde nicht nur aber immer wieder ich in eben dieser Fragestunde missachtet. Und dabei war das keineswegs von Beginn an so, dass ich scharf formulierte oder gar in diesem Blog schrieb. Es verhält sich auch nicht so, dass mir etwa aus dem Wald entgegen schallte, was ich dort hineinrief. Ich habe lediglich Fragen gestellt. Die aber wurden fast ausschließlich nicht beantwortet, weswegen gelegentlich mein Ton schärfer wurde, das gebe ich gerne zu. Und seit ein paar Monaten ist es so, dass ich kaum noch meine Fragen stellen kann, sondern immer wieder unterbrochen werde. Antworten gibt es sowieso keine. Und zuletzt wurde mir eben auch noch das Wort entzogen. Nun darf ich noch nicht einmal mehr die Fragen stellen. Das war schon im März so peinlich, dass wenigstens das örtliche Anzeigenblatt erwähnte, dass man nun aber auf die Antworten am 13. Mai gespannt wäre. Gab es Antworten? Was für eine Frage!

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Zeichen der Hoffnung

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Eigentlich wollte ich mich vor Weihnachten noch über weitere fragwürdige Heimlichkeiten der Schwarzenbeker (Selbst-)Verwaltung ausbreiten, aber einerseits fehlt die Zeit und andererseits bin natürlich auch ich von der Milde der Tage derart angeweht, dass ich fürchte, trotz der zum Himmel stinkenden, zutiefst undemokratischen Vorgänge nicht die rechten Worte zu finden. Daher verschiebe ich diese Bescherung auf einen Zeitpunkt nach der Bescherung und widme mich der Eile wegen nur ganz kurz einem kleinen Zeichen der Hoffnung, dass auch das Bergedorfer Blättchen lernfähig  und, wenn sie erst mal groß ist, auch eine richtige Zeitung werden kann.

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„Angst vor den jungen Leuten?“

Auf diesen Vorgang bezieht sich der Leserbrief

In der Bergedorfer Zeitung vom 20.12.2010 findet sich ein Leserbrief, der sich mit der jüngsten Austrittswelle aus der Schwarzenbeker CDU und der Reaktion des Herrn Innenminister Schlie befasst. Am 16.12. hatte es einen Artikel in der Bergedorfer gegeben, in dem Klaus Schlie zitiert wird, wie er in gewohnt polternder Art über die Austritte und deren unterstellte Drahtzieher Jennrich und Kranacher herzog. Ich meine, Selbstkritik ist für den Mann ja ohnehin ein Fremdwort, aber ich hatte auch bereits hier in diesem Blog das verquere Rechts- und Demokratieverständnis des Innenministers gegeißelt. Herr Schlie erinnert mich fatal an die SED-Bonzen, denen angesichts von Kritik auch nicht mehr einfiel, als den dümmsten Kartoffelgesichtern aus der schläfrig-holsteinischen Provinz. Hätten Letztere gekonnt, was Erstere in Machtmissbrauch verbrachen, hätten sie sicher mehr getan, als dumpf zu blöken: „Wems nicht passt, kann ja nach drüben gehen.“

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Ist Schwarzenbeks Wasser geschmäckleneutral?

Der Artikel kommt wie bestellt

Kennen Sie „bod“? Das ist eine Abkürzung für „book on demand“ was soviel wie „Buch auf Anforderung“ heißt. Es bedeutet, dass ein Autor, der für seine Texte keinen Verlag findet, sich selbst herausgibt. Im Eigenverlag sozusagen, nur dass das heute via Internet viel einfacher und preiswerter geht als früher. Die neueste Variante dieser Geschäftsidee heißt „nod“: newspaper on demand. Dabei geht es darum, dass z.B. eine Stadtverwaltung, der kein Mensch ihre Geschichten abkauft, sich entsprechende Zeitungsartikel verschafft. Der Name ist dabei gleichzeitig Programm: ‚to nod‘ bedeutet auf deutsch bekanntlich soviel wie nicken,  als Substantiv ’nod‘ steht es für das Nicken, aber auch für den Wink (mit dem Zaunpfahl?). Über die Kosten kann ich nichts sagen, bislang wird das nicht offiziell angeboten. Aber es scheint mir zukunftsfähig, denn das Vertrauen der Deutschen in die Politiker mag noch so am Boden liegen, den Medien glauben die Leute fast alles.

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Meinung macht Zeitung

Links: Die nackte Wahrheit

Nicht nur an ihren Taten, auch an Worten mag man sie erkennen. Wenn zum Beispiel die Lübecker Nachrichten heute über die Ermittlungen gegen den nächsten Polizeichef berichten, – dieses Mal ist es nach dem Geesthachter Henry Holst der Lauenburger Gerd Grundmann – dann heißt es dort, auch dieser wäre „von Kollegen angeschwärzt“ worden, mindestens stünden Kollegen „im Verdacht“. Nun bin ich der letzte, der etwas gegen pointiert vorgetragene Meinungen hat. Aber sollten diese nicht dem Meinungsteil, dem Kommentar vorbehalten bleiben? Okay, der Artikel ist namentlich gekennzeichnet und gibt insofern auch nur die Meinung des Timo Jann bekannt, aber machen wir uns doch nichts vor: Die Leserinnen und Leser unterstellen redaktionelle Prüfung und überparteiliche, sachliche Information. Und da bringt eine solche Wortwahl den oder die verdächtigten Anschwärzer in Misskredit, denn so etwas tut man nicht, das wissen wir seit Kindertagen: Petzen gilt als hinterrücks und feige und verdächtig ist nun ‚mal verdächtig.

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Drei Chinesen mit dem Kontrabass

Das Ehepaar Mischke fordert also Bestandsschutz. Dem entsprechenden Artikel der Bergedorfer Zeitung ist allerdings nicht zu entnehmen, wie aktuell dieser Fall ist. Ich lese etwas von einem Nutzungsänderungsantrag aus 2006!? Tatsächlich wäre es schon ein gewisser Irrsinn, ein seit 60 Jahren stehendes Haus nun abreißen zu müssen. Allerdings steht es ja noch. Von wann datiert denn diese Aufforderung zum  Abriss? Und ist die Strafe von 4.500€ vielleicht auch seit 2006 angedroht, aber bis heute nicht ausgesprochen? Darf das Haus bzw. der Anbau also doch stehen bleiben, aber eventuell nicht bewohnt werden? Wie auch immer, der Artikel der BZ wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Sollte das Gebäude genutzt werden dürfen, wäre eine Strafe von 4.500€ statt Abriss schon okay, meine ich, denn wie sollte man den Folgen wehren, wenn man in den Anfängen großzügig ist? Genau das scheint mir jedoch hier das Problem zu sein.

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