Versprechen, vertrösten, vertagen

Teil 1

heike-wladow

Am Anfang stand die Streichung von 6 Tagesordnungspunkten (Heike Wladow, CDU)

Stolze 29 Punkte hatte sich der Haupt- und Planungsausschuss für seine erste Sitzung nach der Sommerpause auf die Tagesordnung gesetzt. Insofern dürfte es für die Mitglieder eine gewisse Erleichterung gewesen sein, als die Vorsitzende gleich zu Beginn die Streichung von fünf, und nach Intervention der SPD auch noch eines sechsten Punktes einstimmig beschließen ließ. Leider fiel damit auch die Diskussion über die „Entschädigung in kommunalen Ehrenämtern“ weg, auf die der blackbekblog sich schon so gefreut hatte. Nachdem die interessantesten Inhalte dann auch für den nicht-öffentlichen Teil vorgesehen waren und auch auf Nachfrage nicht geöffnet wurden, war die Versuchung groß, den kostbaren Feierabend lohnender zu verbringen. Überraschend gab es dann aber doch noch Tagesordnungspunkte, über die zu berichten lohnt, weil der Ablauf der Vorgänge symptomatisch erscheint.

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„Ich muss auch in den Spiegel gucken können“

Der Lauenburger Bürgermeister und noch amtierende Geschäftsführer der Schwarzenbek Marketing GmbH über eben diese, das Schüren von Spekulationen, Grundstücksgeschäfte in China und den zweifellosen Standort des European Textile Center in Schwarzenbek.

blackbekblog: Herr Thiede, Sie haben die Fragen gelesen, was sagen Sie dazu?

Thiede: Die Fragen sind für die Öffentlichkeit sicher interessant, aber die Frage ist auch, inwieweit die Marketing GmbH dazu überhaupt Auskunft gibt.

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Wer lügt denn da?

Alles für Gotteslohn: Dr. Tjan

Schade, ich hätte nicht zögern sollen. Vor ca. 14 Tagen war ich drauf und dran, die Firma Fette anzuschreiben, wie lange man unkommentiert lassen wolle, dass man seit knapp drei Jahren mit dem China-Deal der Stadt Schwarzenbek unmittelbar in Verbindung gebracht werde. Immerhin geht es um eine Geschichte, die zwar bislang nur in Pseudo-Städtepartnerschaften und -Investitionsabkommen sowie der rechtswidrigen Gründung der Schwarzenbek Marketing GmbH kumulierte, aber durchaus noch Skandalpotential in Richtung Vetternwirtschaft, Scheingeschäft, Veruntreuung, Bestechlichkeit und Bestechung besitzt. Jedenfalls wurde auf der Jahrhundertfeier der Firma Fette die „China-Connection“ geschmiedet, als die sehr eng mit der Firma Fette zusammen arbeitende chinesische Unternehmerin Puping Wang die Möglichkeit einer chinesischen Investition in Schwarzenbek vorstellte. Mit dabei der in dieser Angelegenheit seit gut 25 Jahren rührige Dr. Thian-Fong Tjan aus Schwarzenbek, Studienkollege und späterer Hausarzt sowie laut SPIEGEL auch Reiseapothekenausstatter (Valium 5, Diazepam, Azutranquil) des ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Barschel. Die Rolle des in Indonesien geborenen HNO-Arztes erscheint so undurchsichtig wie seine Qualifikation zum offiziellen und einzigen Dolmetscher. Das Vertrauen erscheint jedoch grenzenlos: Die Stadt veröffentlicht sogar chinesische PR auf der eigenen Website und unterzeichnet vermutlich sogar chinesisch-sprachige Dokumente, ohne dass außer Dr. Tjan irgendjemand in Schwarzenbek wüsste, was da geschrieben steht. „Vor eineinhalb Jahren hat er die städtische Delegation als Dolmetscher nach Haimen begleitet und ist seitdem stets zur Stelle, wenn Chinesen Schwarzenbek besuchen – ohne einen Cent zu berechnen“, wusste die Bergedorfer Zeitung anlässlich der städtischen Auszeichnung für Dr. Tjan zu berichten. Das ist aller Ehren wert, aber ist es auch verantwortlich?

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Plem-Plem

Schön gestellt

Zur Freude unserer positiv denkenden Mitbürger dürfen wir heute erneut einen schön bunten Artikel von Frau Geercken in den Lübecker Nachrichten lesen, in dem der neue Saubermann Lauenburgs dargestellt wird, wie man ihn sich frischer und energetischer kaum denken mag.  Zwar stört auf der Titelseite des Lokalteils der Bericht über die Querelen in der Stiftung Herzogtum Lauenburg ganz erheblich das Ch’i, aber zwei Seiten weiter packt der Müllmann kräftig an. Ganz in der bisherigen Tradition bleibt es zwar bei Ankündigungen, aber sind diese offenbar schon einen halbseitigen Personality-Report wert. Wie schon im Artikel zum 1. Mai berichtet, hat der neue Chef schon jede Menge Investoren in seiner Wundertüte, aber noch immer solle man sich überraschen lassen. Sind wir beim Kindergeburtstag?

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Die Pressesprecherin

Der Verkündete

Silke Geercken von den Lübecker Nachrichten hat nicht nur eine neue politische Heimat gefunden, offenbar sucht sie auch einen neuen Job. Wenn es zutrifft, dass der neoverde (neugrün statt neoliberal ist der Trend der Stunde!) Bülgelmeistel Frank „Frisch gedreht ist halb geraucht“ Ruppert aus dem bankrotten Dienstzimmer heraus in ein saturiertes Landtagsabgeordnetenbüro gewählt werden möchte, dann stimmt wohl auch, dass er zu diesem Behufe und darüber hinaus auch schon eine Pressesprecherin gefunden hat. Jedenfalls ist es sehr schön, dass ich wieder einmal nur zu fragen brauchte und schon bekomme ich verlässlich ein paar Tage später die vermeintlichen Antworten über die Presse. Jedenfalls grient mich am Wochenende der grün beschlipste Ruppert bereits im Titel des Lokalteils der Lübecker Nachrichten an und lässt verkünden: „Chinesen siedeln sich an“.

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Omertà

„Wer taub, blind und stumm ist, lebt hundert Jahre in Frieden“ sagt ein sizilianisches Sprichwort und wenn man sich so anschaut, wie lang der eine oder andere bereits in der Stadtverordnetenversammlung hockt, dann scheint das Sprichwort auch hierzulande nicht ganz falsch zu sein. Und auch das Gesetz des Schweigens, die Omertà, ist offenbar in Schwarzenbek so gängig, dass wir nach dem Ausscheiden Delfzijls aus der Verbrüderungsriege vielleicht Palermo ansprechen sollten.

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Marketing á la Schwarzenbek

Ist das nun Rupperts, Delfs' oder Moldenhauers Hut? Nehmen den am Ende alle drei?

Am vergangenen Wochenende schaute ich zuletzt in den Sitzungsplan, weil ich wissen wollte, welchen Ausschuss das Verlangen nach Neubesetzung aller Ausschüsse in die Verlegenheit gebracht hätte, mangels Mitgliedern nicht tagen zu können, bis dann neu gewählt worden wäre. In diesem Jahr wäre das nur noch der morgige Bauausschuss gewesen und die wollen im Schöttenkrog ohnehin nur ein wenig ballern und feiern. Ich bin mir sehr sicher, dass ansonsten kein Termin mehr vermerkt war. Am 6. Dezember sind aber zwei Termine hinzugekommen: Danach soll es am 13. Dezember eine Informationsveranstaltung des oder für den Finanzausschuss geben und am 20. Dezember (!) eine Aufsichtsratssitzung der Schwarzenbek Marketing GmbH. Da ich es mittlerweile ablehne, an Zufälle zu glauben bzw. alles erst einmal harmlos zu finden, frage ich mich, was es wohl damit auf sich haben könnte. Nun, der Finanzausschuss könnte ein wenig Information verkraften, wie wir jetzt dank Herrn Marohn von der LN wissen. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um eine Art Pressekonferenz, in der der Rücktritt von Herrn Moldenhauer bekannt gegeben wird. Ich fürchte, das würde seiner Eitelkeit entsprechen, quasi im großen Stil abzutreten.

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