Eine Frage der Persönlichkeit

In der Pressekonferenz vom vergangenen Freitag wurde nicht nur die Unterstützung nunmehr aller Parteien für den Kandidaten Christian Carstensen, sondern auch eine tiefe Entfremdung zwischen der Politik und der Spitze der Verwaltung deutlich. Der Bergedorfer Zeitung hat es gefallen, das als „Front für Carstensen“ zu bezeichnen. Das ist insofern ein seltsamer Sprachgebrauch, als es wenn schon, dann eher eine Front gegen Borchers-Seelig wäre. Im Artikel selbst taucht dann die eigenwillige Interpretation auf, als ob Union und Grüne ihre Entscheidung für Carstensen nicht als Entscheidung gegen Borchers-Seelig verstanden wissen wollten. Allerdings drehte sich die halbe Pressekonferenz um den unsauberen Wahlkampf und die aus Sicht der Parteien fehlende Qualifikation der Kämmerin.

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40 Fakten…

15Wer auch immer als Erster auf den Slogan gekommen ist, dass Schwarzenbek eine lebens- und liebenswerte Stadt sei, hat sich offenbar von dem Reim verleiten lassen. Eine liebenswerte Stadt ist eindeutig positiv konnotiert, aber lebenswert bedeutet ja wohl eher ein mit deutlichen Erschwernissen beladenes Dasein, was aber noch so gerade lebenswert ist: zu gut zum Sterben eben. So eine Stadt verfügt über keine Mittel mehr und bedarf daher dringend des ehrenamtlichen Einsatzes, wenn sie nicht sterben soll. Da kann man nur hoffen, dass sie liebenswert ist, denn sonst wird sich wohl bald niemand mehr finden.

…wird fortgesetzt

In die Mitte der Gesellschaft

Das traditionelle Geschenk wird dem Hausherren Norbert Lütjens von Susanne Heyer-Borchelt überreicht.

Die Aufregung war dem Stadtjugendpfleger ins Gesicht geschrieben, als er am vergangenen Donnerstag knapp 100 Gäste zur offiziellen Eröffnung des neuen Jugendtreffs in der Hans-Böckler-Straße empfing. Obwohl er die Räumlichkeiten nun schon zum wiederholten Mal präsentiere, sagte Norbert Lütjens, sei die Jugendarbeit eben nicht nur Beruf, sondern auch Herzenssache und insofern bat er, seine Kurzatmigkeit zu verzeihen. Wenn in die Aufregung auch die Sorge mit einspielte, dass die späteren Auftritte  der Jugendlichen und Jungerwachsenen ungeprüft und ungeprobt ablaufen sollten, so war diese unbegründet. Im Gegensatz zur Verwaltung und Politik hatte man bei den Veranstaltern nie das Gefühl, dass etwa improvisiert werden musste. Frank Ruppert, an und für sich ein guter Redner, hatte für diesen Abend nur ein paar Floskeln, den allfälligen Dank an die Unterstützer und eine recht flapsige Bemerkung über die Finanzierung übrig. Kein Wunder, dass Lütjens den Bürgermeister zu früh von der Bühne holen wollte, so wenig strukturiert war dessen Beitrag. Die Politik hatte offenbar gar nichts vorbereitet. Der Bürgervorsteher war wenigstens anwesend, der Vorsitzende des Sozial- und Kulturausschusses jedoch nicht und hatte auch keinen Vertreter entsandt. Susanne Heyer-Borchelt sprach dann zwar als Ausschussmitglied im Namen der Politik und überreichte dem Jugendpfleger Brot, Salz und Glückscent, aber das war offensichtlich eine Eigeninitiative der früheren Sozialausschussvorsitzenden.

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Alarmierung wird angepasst

5 Wochen nachdem der blackbekblog der Feuerwehr über deren eigenes Kontaktformular ein paar Fragen gestellt hat, erreichte ihn heute Mittag eine Mail aus dem Rathaus. Björn Warmer, der Mann für alle Fälle musste offenbar einmal mehr herhalten, um Fragen zu beantworten, die er gar nicht beantworten kann. Er brachte das Kunststück dennoch fertig und präsentierte nun eine Darstellung, die einem Respekt abnötigt und die, wenn sie denn von vorneherein als Sprachregelung verabredet worden wäre, wohl kaum so viel Misstrauen hätte erzeugen können. Zu einem so späten Zeitpunkt jedoch, wenige Stunden vor der zu erwartenden Rücknahme der ablehnenden Beschlüsse des Bau- und des Finanzausschusses, wirken sie, zumal vor dem Hintergrund der widersprüchlichen Aussagen der Wehrführung und der ganzen widerlichen Kommentare in den örtlichen Medien sowie den ungewöhnlich offenherzigen Aussagen des Hauptausschussvorsitzenden, wie der Versuch, zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

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Ehrenkodex

Die gute Nachricht vorneweg: Die Feuerwehr Schwarzenbek liest den blackbekblog. Die schlechte Seite der Medaille: Sie steht ihm nicht für Informationen zur Verfügung. Der Wehrführer findet zwar Zeit für die Lektüre und auch für Mails an die Redaktion, aber darin beschäftigt er sich nicht etwa mit den vielen, seit über einem Monat unbeantworteten Fragen, sondern verwahrt sich z.B. gegen den Vorwurf der Lüge. Vermutlich hat er doch nicht so viel Zeit – oder liest nicht genau genug – denn der Vorwurf wurde hier nicht erhoben. Der blackbekblog hatte vielmehr die Frage gestellt, wie die folgende – jetzt auch noch einmal ggü. dem blackbekblog wiederholte – Aussage des Wehrführers einzuordnen ist:

„Die Drehleiter konnte mit dem Defekt am Korb aus Sicherheitsgründen nicht in Grove eingesetzt werden.“

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Die große rote Plasmaleitung

Ein Kleinstadtmärchen

Das Kleinhirn, gleichsam die Stadtverordnetenversammlung im Rathaus unseres Kopfes, koordiniert die Bewegungen und sorgt für das Gleichgewicht. Das Großhirn sitzt etwas weiter oben im Rathaus und hört auf den Namen Frank. Frank hat viele Nervenenden, aber nicht alle sind gleich empfindlich. Ganz besonders sensibel sind die Sinnesorgane, welche Gefahr verkünden und damit sind weniger die Gefahren gemeint, die den Frank umgebenden Körper bedrohen, als vielmehr die unmittelbar mit ihm zusammenhängenden Konsequenzen. Als eines Tages im Juni der Nervus Schroeder meldete, die automatische Nivellierung der großen roten Plasmaleitung müsse schon wieder repariert werden und wenn die endgültig versage, trage Frank persönlich die Verantwortung, war das Hirn in der Zwickmühle. Durch pausenlosen Aderlass hatte es den Körper bereits in die Situation gebracht, aktuell mit 600.000 Sauerstoffatomen weniger auskommen zu müssen. Und nun sollte – Ironie der Geschichte – dieselbe Summe noch einmal abfließen!? Wie sollte Frank sich aus der Affäre ziehen, einem denkenden Wesen erklären zu müssen, dass es auf die zu seiner Versorgung überlebenswichtigen Sauerstoffatome verzichten und noch schneller als ohnehin befürchtet ausbluten muss, um für den Fall plötzlichen Blutverlustes vorübergehend gerettet zu werden? Aber, Moment mal, einem denkenden Wesen? Das konnte die Lösung sein…

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Jetzt brennt der Baum

Jetzt sollten dringend die Umstände objektiviert werden: Welche Wahrheit stimmt denn nun?

Bevor in Schwarzenbek die Legendenbildung und etwa eine Lagerbildung einsetzt, die auch vor gegenseitigen Verunglimpfungen nicht Halt macht, sollte man allen Beteiligten Mäßigung empfehlen. Insbesondere die Lauenburgische Landeszeitung ist aus meiner Sicht aufzufordern, nicht etwa unkritisch und einseitig die Position der Feuerwehr zu forcieren und so zu tun, als ob die handelnden Politikerinnen sich nun etwa unverantwortlich verhalten hätten („Sicherheit für Geld geopfert“). Das Gegenteil ist der Fall. Torsten Bettin mag man seinen erbosten Kommentar in der Online-Ausgabe der LL nachsehen, aber auch er sollte bei den Tatsachen bleiben und auch er war entweder nicht in der nicht-öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses anwesend oder sollte tunlichst darüber schweigen. Ich halte es für unerträglich, wenn jetzt erneut mit der Schwarzenbeker Semi-Öffentlichkeit gearbeitet wird. Also wird jetzt entweder das Protokoll der nicht-öffentlichen Sitzung vom 19. Juni veröffentlicht oder wir halten uns alle nur an die bekannten Fakten. Wir wissen nicht, was im Hauptausschuss vorgetragen wurde. Aber im Bau- und Finanzausschuss war die Öffentlichkeit dabei.

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