Wer’s glaubte, wurde Seelig

Don Quijotte und Sancho Pansa?

Ich bin trotzdem die Größte!

Die Schwarzenbeker Bürgermeisterin hatte vor ihrer Wahl Mitte 2014 versprochen, Sie habe die besseren Lösungen und Rezepte bereits fertig in der Tasche, könne ohne Zeitverzögerung direkt nach Ihrer Wahl tätig werden und dem damaligen Bürgermeister Frank Ruppert sofort zur Seite stehen. Bezeichnenderweise tat sie das also in ihrem Amt als Kämmerin noch nicht, enthielt ihrem Dienstvorgesetzten vielmehr die besseren Rezepte vor und konnte wohl deshalb prahlen, dass nur durch sie die Stadt schuldenfrei werden könne. Seltsamerweise reklamierte sie dann Rupperts Scheinerfolge doch für sich selbst und wies diese prahlerisch und bis heute nachzulesen als ihre eigenen aus:

  • Rückzahlung der Kassenkredite von 14 Mio. EUR auf 1 Mio. Euro, dadurch Reduzierung der zu zahlenden Zinsen auf derzeit 160.000 €.
  • Jährlich weiterhin ca. 800.000 Euro Schuldentilgung
  • Positive Jahresabschlüsse.

[Quelle: www.ubs-schwarzenbek.de]

Frank Ruppert

Ruppert 2014 im Sinne von Beckenbauer 1990: Schwarzenbek wird auf Jahre hinaus unschlagbar sein!

In der Tat hatte die Stadt vermeintlich prima Ergebnisse zu verzeichnen, da man nach dem eigenmächtigen und befürchtet rechtswidrigen Antrag Rupperts auf Abschlagszahlungen brav Konkurs und Schwarzenbek zur Konsolidierungsgemeinde erklärt hatte. Die Konsolidierungszahlungen führten im Verbund mit Fehlbetragszuweisungen dazu, dass das Jahresergebnis in drei aufeinanderfolgenden Jahren (2011 bis 2013) positiv ausfiel, woraufhin der Bürgermeister Mitte 2014 goldene Zeiten ausrief, die Konsolidierung faktisch für erledigt erklärte und der Kämmerin damit quasi ins Amt verhalf. Die nahm diese Wahlhilfe nicht nur bereitwillig an, sondern sattelte noch drauf (siehe oben!). Kurz nachdem die Wahl zu ihren Gunsten gelaufen war, musste man allerdings in nicht-öffentlicher Sitzung einräumen, dass natürlich alles nur Blendwerk war. Interessanterweise fand das alles nur äußerst moderaten Nachhall in der örtlichen Presse.

Was ist nun aber aus den tönenden Ankündigungen der Lautsprecherin geworden? Die Frage zu stellen heißt sie zu beantworten: Schall und Rauch! Der Kassenkredit wurde für 2015 bereits wieder mit über 2,5 Millionen EUR angesetzt und nach den Plänen der Bürgermeisterin („Die Finanzen bleiben Chefsache!“) wächst er über 5,5 Millionen EUR in diesem Jahr kontinuierlich auf fast 11 Millionen EUR in 2019. Neben diesem „Dispo“ hat die Stadt natürlich auch weiterhin hohe Verbindlichkeiten, ausweislich der Bilanz für 2014 über 30.000.000,00 EUR.

entwicklung-jahresergebnis

Stand: Juni 2015, d.h. mittlerweile vermutlich durch Nachtragshaushalte negativ überholt

 

Was mit den positiven Jahresabschlüssen ist? Bereits für 2014 war auch diese Schimäre natürlich nicht mehr aufrecht zu erhalten, wenn auch mit 70.000 Miesen noch geradezu harmlos. Die Ansätze für die Folgejahre liegen jedoch zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Miesen pro Jahr, weshalb das aufgelaufene Ergebnis Ende 2018 ziemlich genau noch einmal 8 Millionen EUR negativer sein wird, als es Ende 2014 – trotz der drei tollen Jahre! – noch immer millionenschwer negativ war! So sehen es die Pläne der Bürgermeisterin vor und es wäre überhaupt keine Überraschung, wenn die Planungen noch negativ überboten würden. Das Gegenteil ist jedenfalls ziemlich selten der Fall.

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