Ein(e) Rose für die SPD

Heinz-Werner Rose wechselt von der FWS zur SPD

Heinz-Werner Rose wechselt von der FWS zur SPD

Die Selbstzerstörung der FWS hatte sich bereits angekündigt und ist auch hier im blackbekblog im Zuge der Bürgermeisterwahl angesprochen worden. Am 24. Februar hatte deren ehemaliger Vorsitzender Heinz-Werner Rose noch eine vielbeachtete, hervorragend besuchte und weithin gelobte Veranstaltung mit den vier Kandidaten in der Alten Meierei organisiert. Jedoch war er dort bereits von seinen eigenen Leuten desavouiert worden. Die FWS hatte sich zuvor darauf verständigt, erst am 28. Februar intern abzustimmen und dann gegebenenfalls auf eine/n Kandidaten/in festzulegen. Für die Veranstaltung selbst hatte man sich strikte Neutralität auf die Fahnen geschrieben, die dann jedoch von Einzelnen am Vorstandstisch demonstrativ durch auffälligen Applaus und entsprechende Interviews in der Presse konterkariert wurde. Hierbei fielen besonders die später auch im Wahlkampfteam prominent mitarbeitenden Jörn Kranacher und Margrit Jennrich auf. Nach der Sitzung vom 28.02. legte Rose fast zwangsläufig alle Ämter nieder. Die FWS hatte zuvor mit deutlichem Ergebnis dafür votiert, sich eben nicht festlegen zu wollen, was dann offenbar von einigen Mitgliedern insbesondere dem Vorsitzenden zur Last gelegt wurde.

Legt Wert auf die Feststellung, als Privatperson pro Carstensen unterwegs gewesen zu sein: Heinz-Werner Rose

Legt Wert auf die Feststellung, als Privatperson pro Carstensen unterwegs gewesen zu sein: Heinz-Werner Rose

Jetzt ist Heinz-Werner Rose bei den Freien Wählern aus- und in die SPD eingetreten. Er zieht mit seinem Mandat in die dann 12 Personen starke Fraktion der Sozialdemokraten ein. Zuvor war er bereits auf Wahlveranstaltungen der SPD zu sehen gewesen, allerdings als Privatperson. Auf diese Feststellung legt er Wert und betont, dass das schließlich auch bei anderen Fraktionen, nicht zuletzt bei der SPD zu beobachten gewesen wäre. Bekanntlich hat die ehemalige SPD-Ortsvereinsvorsitzende Josefin Francke einen so intensiven Wahlkampf für die Kämmerin geführt, dass manche Mitglieder der SPD bereits mit dem Gedanken an ein Parteiausschlussverfahren spielten. Diesem ist Francke übrigens mit ihrem Austritt in diesen Tagen zuvorgekommen. So wird der Verschiebebahnhof vermutlich noch ein paar Passagiere finden, denn Eingeweihte munkeln, dass mit Roses Auszug auch der Exodus aus der FWS noch nicht beendet ist. Überraschen würde letztlich auch nicht, wenn Jennrich und Kranacher sich erneut eine neue Heimat suchten. Nach fulminantem Krach und Ausscheiden aus der CDU („Die dürfen nie wiederkommen“, so ein Vorstandsmitglied, das ungenannt bleiben möchte), fanden die beiden streitbaren Stadtverordneten kurzfristige Bleibe in dem ebenso kurzfristigen Bündnis unabhängiger Bürger (BuB). Nach nur vier Monaten wechselten beide in die FWS und stehen drei Jahre später erneut vor einem Scherbenhaufen.

Roses Wechsel trifft die FWS und verhilft der SPD zur Dominanz in den Ausschüssen

Roses Wechsel trifft die FWS und verhilft der SPD zur Dominanz in den Ausschüssen

Denn der Wechsel Roses hat schwerwiegende Folgen für die Ausschussarbeit. Es ist damit zu rechnen, dass wenigstens eine der Fraktionen bereits Anfang Juli eine Neuverteilung der Ausschusssitze verlangt. Und dann ergäbe sich auch eine neue Verteilung, selbstverständlich auch der Ausschussvorsitze. Nach dem Saint-Laguë-Verfahren wären künftig in den Neuner-Ausschüssen 4 Sitze bei der SPD, 2 bei der CDU und jeweils nur 1 Sitz bei Grünen, FDP und eben der FWS. Für Letztere wäre das eine empfindliche Einschränkung, zumal sie aus 5er-Ausschüssen sogar komplett hinausflöge. Nun dürfte das Gerangel um Ausschussplätze also noch zunehmen. Wenn sich jedoch Kranacher und Jennrich zu einem erneuten BuBenstück hinreißen ließen und eine eigene Fraktion gründeten, verhinderten sie einerseits die SPD-Übermacht in den Ausschüssen und sicherten sich andererseits einen stimmberechtigten Platz in jedem Neuner-Ausschuss. Wir wollen abwarten, wie verlockend ihnen das erscheinen wird angesichts der weiteren Erschütterungen, die der FWS harren. Mittelbar endet deren Herrlichkeit mit dem erwartbaren Rückzug des Granden Eberhard Schröder vermutlich ohnehin. Es ist kaum zu erwarten, dass man bei der nächsten Kommunalwahl noch eine Rolle spielen wird, zumal wenn jetzt noch weiterer Aderlass erfolgt.

Bei Abzug der zwei Mandate aus der FWS in eine dann eigenständige Fraktion sicherte diese sich in jedem Neuner-Ausschuss einen Sitz

Bei Abzug der zwei Mandate aus der FWS in eine dann eigenständige Fraktion sicherte diese sich in jedem Neuner-Ausschuss einen Sitz

Mag aber sein, dass ein solcher auch der SPD noch bevorsteht. Francke ist bereits weg, das ehemalige Vorstandsmitglied Nils Hilger könnte folgen. Der stellvertretende Wehrführer hatte sich zuletzt ebenfalls erkennbar auf die Seite der Kämmerin und damit gegen den eigenen Kandidaten gestellt. Hilger hat allerdings kein Mandat. Doch auch um den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Egon Siepert ist es sehr still geworden. Dessen Rückzug ist jedoch eher unwahrscheinlich, sitzt er doch für die SPD im Kreistag und könnte sich ein Zerwürfnis mit dem Ortsverband kaum erlauben. Allerdings gibt es noch weitere Optionen, denn die von einigen als Parteirevolte erlebte, deutliche Umstrukturierung zur letzten Kommunalwahl ist nicht ohne Verletzungen abgegangen, die eventuell den einen oder die andere noch immer schmerzen.

One Response to Ein(e) Rose für die SPD

  1. Qwertz says:

    Da hat wohl die gute Frau Jennrich den nächsten aus der FWS vertrieben.
    Mal schauen, wer am Ende noch übrigbleibt.

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