Schmutziges Finale

Kämmerin bezichtigt ihren Konkurrenten der Verleumdung

Hier ringt die Kämmerin offenbar gerade um die Zustimmung zur Fairness

Hier ringt die Kämmerin offenbar gerade um die Zustimmung zur Fairness

Das Versprechen eines fairen Wahlkampfes musste Ute Borchers-Seelig ihrem Konkurrenten um das Amt des Bürgermeisters „abringen“ lässt sie sich im heutigen Interview der Bergedorfer Zeitung vernehmen, ganz so, als sei Christian Carstensen nur mühsam davon zu überzeugen gewesen. Sie geht aber noch viel weiter. „Erschreckend“ empfinde sie den von Carstensen und seinem Team geführten Wahlkampf und das könnte man nachvollziehen, wenn sie ihren folgenden Vorwurf wenigstens an einem einzigen Beispiel belegte: „Verleumdungen und Anschuldigungen“ verbreite und unterstütze Christian Carstensen und das ist nun wirklich nicht mehr Wahlkampf, sondern der Vorwurf einer Straftat, die mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft wird. Folgerichtig stellt Ute Borchers-Seelig dann auch die Seriosität des Gegenkandidaten in Frage.

Ute Borchers-Seelig bleibt Belege schuldig

Die Kandidatin kneift

Die Kandidatin kneift

Selbstverständlich wollte der blackbekblog, anders als die Kollegen von der Bergedorfer Zeitung, genau wissen, was die Kämmerin meint. Die Bezichtigung einer so schweren Straftat ist ja ihrerseits justitiabel, wenn sie denn in denunzierender Absicht und völlig ohne Beleg erfolgt. Im Wahlkampf werden andere Maßstäbe der Verhältnismäßigkeit angelegt und da mag man dann auch schon einmal Verleumdung nennen, was im täglichen Leben höchstens Meinung wäre. Nur sollte man wenigstens irgendeine Aktion oder Äußerung auch konkret benennen. Und das tut die Kämmerin nicht. Vom blackbekblog darauf angesprochen, lehnt Ute Borchers-Seelig ein Gespräch ab, ist nicht bereit, ihren doch erheblichen Vorwurf in irgendeiner Form mit Inhalt zu füllen. Wir müssen also davon ausgehen, dass man den Gegner einfach mal mit Dreck bewirft, in der Hoffnung, dass irgendetwas hängen bleibt.

Christian Carstensen äußert konkrete Vorwürfe

Der angeblich vermeumderische Gegenkandidat im Wahlkampfgespräch

Der angeblich vermeumderische Gegenkandidat im Wahlkampfgespräch

Die in den letzten Tagen so gerne zitierte Schlammschlacht beschränkt sich also offenbar auf das Lager der Kämmerin. Christian Carstensen benennt jedenfalls im Gegensatz zur Kämmerin auch Beispiele. Der Leserbrief im Gelben Blatt, zuvor übrigens als Kommentar im blackbekblog erschienen(!), wird da genannt, den Borchers-Seelig sich inhaltlich zu eigen machte und in dem der Hamburger Sozialdemokrat als „Sozialfall der SPD“ diffamiert wird. Oder eine Karikatur in der Lauenburger Online Zeitung, die Carstensen als beleidigend empfand. Normalerweise hätte man eine solche als gelungene, gleichwohl ätzende politische Satire ansehen können und als der blackbekblog Carstensen das erste Mal darauf ansprach, überlegte der noch, sich im Falle des Wahlsieges das Ding auszudrucken und in sein Büro zu hängen. Mittlerweile steht aber wohl fest, dass es sich keineswegs um eine Karikatur im redaktionellen Teil, sondern vielmehr um eine Auftragsarbeit und bezahlte Anzeige des Wahlkampfteams der Kämmerin handelt. Ob das fair ist, so Carstensen, möge jeder für sich entscheiden.

Wahlkampf unter Realitätsverlust?

VerleumdungÜber die Fairness des Borchers-Seelig’schen Wahlkampfes wurde hier schon einiges geschrieben und hoffentlich auch immer an Beispielen belegt. Diese Fairness setzt sich ganz offensichtlich bis zum Ende fort, wenn beispielsweise im kurz vor der Stichwahl verbreiteten, neuen Flyer der Gegenkandidat als „Zugereister“ verunglimpft wird, der die Belange einer Stadt und die Bedürfnisse seiner Bürgerinnen und Bürger nicht verstehen könne. Das ist schon starker Tobak und das von einer Pendlerin, die seit gerade einmal zwei Jahren den ganzen Tag im Rathaus am Schreibtisch sitzt und Zahlen hütet. Dort habe sie „seit Jahren“ ihre Qualifikation unter Beweis gestellt, wirbt sie im Flyer und prahlt im Interview der BZ, die Fraktionen hätten „in dieser Zeit meine Arbeit auch mehrmals öffentlich als hervorragend bezeichnet“. Sie leidet entweder erkennbar unter Realitätsverlust oder versucht wider besseres Wissen die Wählerschaft zu täuschen. Wie kann sie angesichts der massiven Ablehnung durch alle Parteien ernsthaft eine solche Eigenwerbung betreiben?

Neutralität oder Verzerrung der Tatsachen?

Die örtliche Presse hinterfragt das nicht, im Gegenteil. Im Korsett vermutlich gut gemeinter, aber dennoch falsch verstandener Neutralität, werden auch die offensichtlichsten Unverschämtheiten und frappierendsten Wissenslücken in Verbindung mit Ungenauigkeiten und sogar Fehlleistungen hinsichtlich ihres eigentlichen Kernthemas, des städtischen Haushalts, bagatellisiert oder gleich ganz verschwiegen. Ihr Wahlkampfteam, aber auch die Kämmerin selbst, denunziert dagegen jede Kritik und jede Bloßstellung ihrer Wahlkampfmethoden einerseits und ihrer fachlichen Eignung andererseits als Schlammschlacht. Das ist eine durchaus beliebte Taktik bei argumentativer Unterlegenheit. Als Schlammschlacht bezeichnet man im Allgemeinen jedoch einen unsachlich geführten Streit mit öffentlich geäußerten Beleidigungen. Wo sind die Äußerungen Carstensens, wo seine Flyer, die solches belegten?

2 Responses to Schmutziges Finale

  1. Helmut Stolze says:

    Diesen Ausführungen insgesamt, besonders über die Wahlkampfmethoden von Frau Borchers-Seelig und teilweise von ihren Unterstützern, gibt es nichts mehr hinzu zu fügen. Dazu kommt dann noch der untaugliche Versuch, diese ganzen eigenen unfairen Vorgehensweisen dem Gegenkandidaten zu unterstellen.
    Das ist nun wirklich der Höhepunkt eines Wahlkampfverhaltens aus der untersten Schublade!
    Schade ist nur, das dieser Artikel leider nicht von allen Wählerinnen und Wählern gelesen wird,
    und somit die oder der eine solchen Machenschaften eventuell auch noch Glauben schenkt.
    Eine Frage bleibt allerdings erst Recht nach der Wahl noch offen, wie diese Dame, in welcher Funktion auch immer, überhaupt noch mit den gewählten politischen Vertretern vertrauensvoll zusammen arbeiten will.
    Aber vielleicht gibt es ja schon einen geheimen Plan B hierfür von ihr?

    Helmut Stolze

  2. Nele Richter says:

    Dem Gegenkanditaten Verleumdung vorzuwerfen – und das nicht auch konkret mit einem Beispiel zu unterfüttern . ist schon ein starkes Stück. Die gefühlte Fremdscham wird mit jedem neuen Artikel größer und ich frage mich langsam, inwiefern Frau Borchers-Seelig für politische Ämter überhaupt noch tragbar ist. Und die Frage, die Herr Stolze so berechtigt in den Raum wirft, die kann ich nur wiederholen: Wie stellt sich Frau Borchers-Seelig eine künftige vertrauensvolle Zusammenarbeit vor? Sie scheint den Wahlkampf so zu führen, als gäbe es kein Morgen.

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