„Das muss man offen tun!“

Bürgermeisterkandidat Christian Carstensen im Kurzinterview

"Wir haben viel Wert auf einen fairen Wahlkampf gelegt."

„Wir haben viel Wert auf einen fairen Wahlkampf gelegt.“

Nach den inszenierten Wahlkampfauftritten der letzten beiden Tage, hie die starken Frauen der Kommunalpolitik für Carstensen, dort der Bürgermeister mit starken Zahlen für Borchers-Seelig, wollte der blackbekblog beiden KandidatInnen Gelegenheit geben, unverfälscht und unkommentiert auf gleichartige Fragen zu antworten, die sich auf den Schlussspurt im Wahlkampf beziehen. Während der Kandidat der Parteien sofort dazu bereit war, wollte die unabhängige Kandidatin kein Interview geben. Man hatte offensichtlich kein Vertrauen in die Zusage des blackbekblog, Fragen und Antworten unkommentiert zu veröffentlichen. Dass man auf Seiten der Kämmerin nicht fröhlich über die Kommentierung des eigenen Wahlkampfes ist, kann nicht überraschen. Aber das mussten schon ganz andere verkraften. Wenn man sich vor Augen führt, wie schonungslos beispielsweise der amtierende Bürgermeister Frank Ruppert oder auch der frühere Hauptausschussvorsitzende Hans-Joachim Delfs hier im blackbekblog seziert wurden, beide aber immer die Kraft und Souveränität hatten, dem Blogger offen und sogar freundlich zu begegnen, enttäuscht die Entscheidung von Ute Borchers-Seelig doch ein wenig. Sie hätte die Möglichkeit gehabt, die Leserinnen des blackbekblog im O-Ton von sich zu überzeugen. Die Chance hat sie verstreichen lassen. Hier nun also das Interview mit Christian Carstensen vom frühen Morgen des 7. Juni 2014 am Wahlkampfstand der SPD im Lupus-Park:

blackbekblog: Sind Sie der Kandidat der Parteien, die die Stadt schlechter darstellen, als sie ist?

Christian Carstensen: Ich habe nicht den Eindruck, dass die Parteien die Stadt schlecht machen. Ich bin vielmehr der Kandidat von den Parteien, die endlich über ihren Schatten springen, um Schwarzenbek gemeinsam voranzubringen.

blackbekblog: Eines Ihrer Kernthemen ist die Bürgerbeteiligung und dabei der Bürgerhaushalt. Wenn man sich die Zahlen anschaut, dass wir noch weitere 1,2 Millionen im Haushalt einsparen müssen, worüber sollen die Bürger denn überhaupt noch entscheiden können?

Christian Carstensen: Zunächst ist der Bürgerhaushalt ein Mittel, um Transparenz herzustellen und die Bürger einzubeziehen, weil es um ihr Geld geht. Es ist kein Königsweg, um beispielsweise den Haushalt zu konsolidieren. Das müssen die Stadtverordneten zusammen mit der Verwaltung schon selbst machen. Aber ich halte nichts davon, das im stillen Kämmerlein zu machen. Das muss man offen tun. Dazu gehört der Bürgerhaushalt. Und wo eingespart werden kann und wie man vielleicht auch Einnahmen weiter erhöhen kann, z.B. wenn man endlich wieder einen Wirtschaftsförderer einstellt. Das würde ich dann gerne als Bürgermeister diskutieren.

blackbekblog: Kann man die gestrige Pressekonferenz des Bürgermeisters nicht als Transparenz und Transport der Zahlen bezeichnen? Oder wie würden Sie das einordnen wollen?

"Mein Eindruck ist, dass hier viele Menschen Veränderungen möchten."

„Mein Eindruck ist, dass hier viele Menschen Veränderungen möchten.“

Christian Carstensen: Ich habe keine Kritik an dieser Pressekonferenz. Die Zahlen müssen ja auch dem Kreis gegenüber gemeldet werden. Da ist es da gute Recht des Bürgermeisters, diese Zahlen dann auch gemeinsam mit seinen leitenden Beamten zu verkünden. Er soll ja auch, die Bürgerinnen und Bürger informieren. Ob der Zeitpunkt jetzt sehr glücklich gewählt war, steht auf einem anderen Blatt.

blackbekblog: Halten Sie den Wahlkampf noch immer für fair bzw. war er es in der Vergangenheit überhaupt?

Christian Carstensen: Von unserer Seite haben wir viel Wert darauf gelegt, dass es ein fairer Wahlkampf ist. Wir haben uns auf Inhalte konzentriert. Wir wollten über die Themen reden, die den Menschen wichtig sind. Ob sich alle daran gehalten haben, das will ich jetzt nicht beurteilen. Von unserer Seite aus war er auf jeden Fall fair.

blackbekblog: Hat die Kämmerin eher einen Amtsbonus oder doch einen Malus?

Christian Carstensen: Das werden wir am 15.06. sehen. Mein Eindruck ist, dass hier viele Menschen Veränderungen möchten; dass neu an Probleme herangegangen wird, die seit vielen Jahren liegengeblieben sind. Insofern ist der Blick von außen, soweit ich das beurteilen kann, gewünscht. Ich hoffe also, dass ich einen gewissen Vorteil habe.

blackbekblog: Sie haben jetzt sehr viel Zeit und vermutlich auch Geld investiert. Werden Sie, wenn es am nächsten Sonntag nicht reichen sollte, in eine tiefe Depression verfallen?

Christian Carstensen: Nein, ich habe ja eine nette Familie, die wird mich schon auffangen. Unabhängig davon, wie die Wahl ausgeht, sitze ich am 16. Juni in meinem Büro in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Das ist ja auch wenn es klappt bis zum November mein aktueller Arbeitsplatz. Ich habe in meinem Leben schon viele Wahlen mitgemacht, einige gewonnen, andere verloren. So ist das in der Demokratie.

blackbekblog: Herr Carstensen, vielen Dank für das Gespräch.

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