40 Fakten…

29Es mag gut gemeint, harmlos und unverdächtig sein, wenn jemand allen Menschen ein schönes Leben wünscht und dann eine Gruppe besonders hervorhebt, es bleibt jedoch ausgrenzend. Wie anders als ausgegrenzt sollen sich denn „Bewohner mit Migrationshintergrund“ fühlen, wenn sich in Schwarzenbek zwar „alle“ wohlfühlen sollen, diese aber nicht fraglos dazugehören, sondern scheinbar besonders erwähnt werden müssen? Sprachlich räumt das die Möglichkeit ein, als könne jemand ernsthaft auf die Idee kommen, Menschen mit Migrationshintergrund gehörten nicht zu „alle“ und/oder sollten sich etwa nicht wohlfühlen. Wie bitte?

Wenn man sich deutlich positioniert, erntet man natürlich immer auch Widerspruch

Wenn man sich deutlich positioniert, erntet man natürlich immer auch Widerspruch

Das Schlimme ist ja, dass es tatsächlich Leute gibt, die so einen Scheißdreck denken. Und genau denen leistet man Vorschub, wenn man glaubt, darauf in irgendeiner Weise eingehen zu müssen. Und überhaupt: „Alle“ sollen sich in Schwarzenbek wohlfühlen? Auch die Drecksnazis und verbrecherischen Rassisten? Auch diejenigen, die nicht so gerne „Menschen mit Migrationshintergrund“ um sich haben? Warum grenzt man die nicht besser aus? „Alle sollen sich in Schwarzenbek wohlfühlen, bis auf Nazis und Rassisten“, das wäre doch einmal eine Aussage! Aber dann man muss man natürlich mit Widerstand rechnen: Als der Bürgermeisterkandidat Carstensen in Facebook die Nazis als Vollpfosten bezeichnete und ausdrücklich zum Verschwinden aufforderte, erntete er beileibe nicht nur Zustimmung.

Das Ganze wird noch unglücklicher, wenn man es mit Europa verquickt. Die „Europastadt“ solle ihrem Namen gerecht werden und Wohlfühlstadt auch für „Menschen mit Migrationshintergrund“ sein, schreibt die Bürgermeisterinnenkandidatin als weiteren Grund für ihre Wahl in die Agenda. Was ist mit Afrikanern, Asiaten, Amerikanern? Sind dafür andere Städte zuständig? Nein, wir wollen es nicht übertreiben! Gemeint ist sicher der in Europa hoffentlich mehrheitlich verwurzelte Toleranzgedanke, dem die Europastadt denn auch frönen und Heimat für alle Menschen unabhängig von Herkunft und Religion sein sollte. Das ist aber ganz sicher kein Grund, um den einen oder die andere Kandidatin zu wählen. Das ist eine schlichte Selbstverständlichkeit.

„Menschen mit Migrationshintergrund“ sind übrigens auch „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“

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