Die veröffentlichte Meinung

Wer es nicht im Briefkasten hatte, findet die Ausgabe auch im Internet

Wer es nicht im Briefkasten hatte, findet die Ausgabe auch im Internet

Presseartikel bieten keinen Ersatz für das eigene Erleben

„Mit einem forschen Auftritt“, schreibt das gestrige Gelbe Blatt, „machte die jetzige Kämmerin Ute Borchers-Seelig ihre Ambitionen deutlich“. Und wieder muss man festhalten, dass man das so ausdrücken kann. Aber trifft es das Geschehen wirklich? Bereits im Wochenend-Anzeiger fand man eine eher euphemistische Vokabel für den Auftritt der Kandidatin: „Zurückhaltend“ nannte Susanne Nowacki den unsicheren, kurzatmigen und sichtlich nervösen Auftritt der obersten Buchhalterin der Stadt, die nicht einmal in ihrem ureigenen Metier die Fakten kannte.

Vermeintliche Neutralität lässt gute Auftritte kleiner, schlechte größer erscheinen

Hoffentlich muss die Kämmerin nicht auch so erschrecken, wenn sie an ihren Aussagen gemessen werden wird!

Hoffentlich muss die Kämmerin nicht auch so erschrecken, wenn sie an ihren Aussagen gemessen werden wird!

Im Vergleich zum montäglichen Desaster im Rathaus, bei der sie am Ende fast gar keinen Applaus mehr erhielt, war sie im Gymnasium tatsächlich wie ausgewechselt. Das Attribut „forsch“ bedeutet jedoch etwas wie dynamisch, selbstbewusst, beherzt und entschlossen. Letzteres war die Kandidatin tatsächlich. Sie war offensichtlich fest entschlossen, forsch erscheinen zu wollen. Aber wie so oft, wenn eher zurückhaltende, vermutlich sogar eigentlich bescheidene Menschen, die erkennbar nicht gerne im Rampenlicht stehen, von ihren Beratern dazu getrieben werden, dynamisch und selbstbewusst aufzutreten, wird es eher peinvoll. Für beide Seiten. Denn die wiederholten Versatzstücke ihrer Selbstanpreisung wirkten erneut wie auswendig gelernt und aufgesagt. Und weil das vermutlich dynamisch herüberkommen sollte, erschien die arme Kämmerin bisweilen wie der Buchhalter im Monty-Python-Sketch, der unbedingt Löwenbändiger werden will. Es wirkte jedenfalls nicht sehr authentisch.

Kann man den Wahlkampf aller tatsächlich als fair bezeichnen?

Ist die Kandidatin eine Prahlhänsin? Lesen Sie unter http://www.ubs-schwarzenbek.de selbst nach!

Ist die Kandidatin eine Prahlhänsin? Lesen Sie unter http://www.ubs-schwarzenbek.de selbst nach!

Vielmehr großspurig, aufschneiderisch, ja, angeberisch kamen ihre Aussagen herüber und zwar genau wie die täglich anwachsenden Gründe auf der Homepage der Bewerberin, warum man sie wählen solle. Und dabei betonte sie auch immer die Unterschiede, die sie angeblich zu allen anderen Bewerberinnen ausmachten: Allein sie hat die erforderliche Erfahrung, bei ihr gibt es keine Einarbeitungszeit, sie hat die Verwaltung hinter sich, sie kann alles, weiß alles, sie hat die Lösungen und Rezepte bereits fertig in der Tasche, nur durch sie kann die Stadt schuldenfrei werden. Wer nicht dabei war und nicht glauben mag, dass sich jemand so hemmungslos anpreist, der möge im Internet-Auftritt der Kandidatin nachlesen. Dort sind alle Versatzstücke ihrer öffentlichen Reden nachzulesen.

Wie gehabt: Eine Zensur findet statt

Auch in der Bergedorfer Zeitung sind nur Nebensächlichkeiten zu finden

Auch in der Bergedorfer Zeitung sind nur Nebensächlichkeiten zu finden

Die Lübecker Nachrichten glänzten am Freitag mit Abwesenheit. Die Bergedorfer Zeitung veröffentlichte einen nichtssagenden Artikel mit einem einzigen, lächerlich kurzen Absatz über die vier Kandidatinnen und mährte sich ansonsten über die Regeln zu den Fragen aus: „Die Zuschauer wurden gebremst“. Diese Bremse sah Nowacki nicht, erstaunte sich aber über die „wenigen Fragen“. „Vor allem Christian Carstensen“ musste sich diesem Artikel zufolge den Fragen stellen. Mit keinem Wort erwähnt auch nur ein Presseorgan, dass die Kämmerin erneut Fragen nach Haushaltszahlen auswich und dass es, ausgerechnet im Gymnasium und unter der Leitung der Rektorin, zu einer tatsächlichen Ausbremsung von Fragestellern kam: Der blackbekblogger wurde von Einzelnen ausgebuht und ausgepfiffen, als er es wagte, auch den anderen Kandidatinnen eine Frage nach dem Haushalt zu stellen, welche die oberste Haushaltssaniererin der Stadt nicht beantworten wollte, um das Publikum nicht zu überfordern.

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