Gehen Sie nicht zur Wahl!

…es sei denn, …

Piossek

Jan Piossek

Wie in fast allen erreichbaren Gazetten berichtet, fand am Montag im Rathaus die mittlerweile dritte Kür der Kandidatinnen um das Bürgermeisterinnenamt statt. Nun sprechen die einen von 170, die anderen von 250 Besucherinnen, so oder so sind das zu wenig. Im Vergleich zum sonstigen Desinteresse am politischen Geschehen ist das zwar eine gewaltige Zahl aber nachdem die Berichte in den Zeitungen nur ein sehr blasses Bild malen, werden die meisten Wählerinnen auch nur auf einer eher uninformierten Basis entscheiden. Insofern wäre zu wünschen, dass die morgige Veranstaltung im Gymnasium aus allen Nähten platzte, damit sich möglichst viele ein unmittelbares Bild machten!

Wladow

Heike Wladow

Die berichtende Zunft soll nicht werten und das aus gutem Grund. Aber kann man von einer solchen Veranstaltung überhaupt berichten, ohne genau das zu tun? Wenn berichtet wird, eine Kandidatin verfüge über rhetorische Überlegenheit, die nächste glänze mit Fachwissen in allen Bereichen, eine weitere schlage sich wacker und die vierte überspiele ihre Zahlenschwäche souverän, dann ist das doch Wertung. Und kann das verwundern, wenn die einen Journalisten sich mit Hinz und die anderen mit Kunz duzen und betont freund(schaft)lichen Umgang pflegen? Auch die Bildauswahl in den unterschiedlichen Blättern zeigt, mit wem man es vielleicht ein wenig freundlicher, als mit den anderen meint. Eine Abschrift der Aussagen hülfe auch nicht weiter, da das einerseits kein Schwein läse, andererseits für das gesprochene nicht die Messlatte für das geschrieben Wort anzulegen ist.

Christian Carstensen

Insofern darf niemand eine Wahlempfehlung erwarten und sollte aber auch jede vorsichtig sein, nur auf der Basis der Zeitungsartikel entscheiden zu wollen. Gehen Sie also bitte zahlreich zu der letzten Veranstaltung, befragen Sie die Kandidatinnen und fungieren dann als Multiplikatorinnen! Tun Sie Ihre Meinung kund! Empfehlen Sie die eine Kandidatin, raten Sie von der anderen ab! Versuchen Sie, möglichst viele von denen zu erreichen, die sich nicht der kleinen Mühe unterziehen, sich für ihre eigenen Belange ausreichend zu interessieren aber dennoch die Chuzpe haben, zur Wahl gehen zu wollen. Ja, genau darum geht es hier. Wie nicht nur langweilig und öde, sondern nachgerade fahrlässig, wenn alle immer zu großer Wahlbeteiligung aufrufen! Die meisten Wählerinnen treffen ihre Entscheidung aus völlig idiotischen Gründen, ohne auch nur den geringsten Schimmer zu haben, wen oder was sie da wählen.

Borchers-Seelig

Ute Borchers-Seelig

Leider reicht zur Wahlberechtigung das Alter aus und kommunal sogar ein noch geringeres als sonst. Befähigt zur verantwortungsvollen Wahl können aber nur die sein, die sich informieren und die Kandidatinnen wenigstens auf deren Veranstaltungen, na ja, kennengelernt ist zu viel gesagt, also wenigstens erlebt haben. Kommunal sollte verboten werden, ausschließlich nach der Nase oder der politischen Couleur zu wählen! Vielmehr sollten die Wahlberechtigungsscheine ausschließlich auf den Veranstaltungen oder nach entsprechenden Prüfungen ausgegeben werden. Wenn Sie also am 25. Mai gar nicht wissen, was Sie tun, bleiben Sie bloß zu Hause! Gehen Sie gefälligst nicht wählen, wenn Sie nicht wenigstens an einer der Veranstaltungen teilgenommen haben! Oder natürlich eine Wahlempfehlung des blackbekblog erhalten haben. Schreiben Sie uns, wir schreiben Ihnen dann, wen Sie wählen sollen.

4 Responses to Gehen Sie nicht zur Wahl!

  1. Rüdiger Jekubik says:

    Es gibt eigentlich nichts weiter zu sagen…nur eine kleine Anmerkung:
    die tendenziöse Berichterstattung ist zum Teil schon bemerkenswert. Wie kann man es so verniedlichen, wenn ein/e KandidatIn nach Fakten gefragt wird und dann nicht antworten kann. Den lapidaren Satz:“ Sie können gerne zu mir kommen, dann werde ich ihnen ….“ ist schon als dreist (oder doch lieber unbeholfen??) zu sehen und hätte mich als Frager nicht zufrieden gestellt, sondern wütend und/ oder ratlos gemacht.Bin auf den Freitag sehr gespannt.
    Schön wäre es, wenn dieser Blog ab und zu wieder zum Leben erweckt wird.

  2. Gerhard Möller says:

    Etwas sagen möchte ich doch noch: Wenn schon keine alten Mütterchen und Väterchen, die schon froh sind, wenn sie sich in der eigenen Wohnung halbwegs noch bewegen können, wenn schon keine Gehbehinderten und ähnlich Benachteiligte nicht wählen dürfen sollten – dann geht Ihr (hoffentlich nur als Ansporn gemeinter) Beitrag, sich mit den Kandidaten ernsthaft auseinanderzusetzen, eindeutig zu weit. Sie sehen, mein Sinn für Satire, Ironie und dergleichen ist unterentwickelt.
    Dennoch schön, dass Sie sich mal wieder melden.

  3. Ich lese Ihre Kommentare immer wieder gern, da sie den Punkt treffen. Jetzt bin ich aber auf Ihre Wahlempfehlung, die sie ja angekündigt haben, gespannt.

  4. Maja Bienwald says:

    An manchen Tagen weiß ich tatsächlich nicht, wie ernst Sie es denn nun mit der Satire meinen, Herr Borchelt! Ein Benutzerinnenhandbuch wäre da sicher hülfreich 😉

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