Ehrenkodex

Die gute Nachricht vorneweg: Die Feuerwehr Schwarzenbek liest den blackbekblog. Die schlechte Seite der Medaille: Sie steht ihm nicht für Informationen zur Verfügung. Der Wehrführer findet zwar Zeit für die Lektüre und auch für Mails an die Redaktion, aber darin beschäftigt er sich nicht etwa mit den vielen, seit über einem Monat unbeantworteten Fragen, sondern verwahrt sich z.B. gegen den Vorwurf der Lüge. Vermutlich hat er doch nicht so viel Zeit – oder liest nicht genau genug – denn der Vorwurf wurde hier nicht erhoben. Der blackbekblog hatte vielmehr die Frage gestellt, wie die folgende – jetzt auch noch einmal ggü. dem blackbekblog wiederholte – Aussage des Wehrführers einzuordnen ist:

„Die Drehleiter konnte mit dem Defekt am Korb aus Sicherheitsgründen nicht in Grove eingesetzt werden.“

Die Leiter und diejenigen, die an ihr drehen, bleiben in den Schlagzeilen

Danach erfolgte „die Reparatur des Defektes [..] am Korb der Drehleiter erst nach dem Einsatzende in der Biogasanlage in Grove. Nämlich am 17.09. ab ca. 14 Uhr und dauerte bis 18.09. gegen Mittag.“ Was hatte der blackbekblog behauptet? Die Drehleiter habe an diesem Tag gar nicht eingesetzt werden können, da sie genau zu diesem Zeitpunkt repariert wurde. Lesen Sie genau, denn wir können auch spitzfindig: An diesem Tag – genau zu diesem Zeitpunkt. Gemeint ist der Tag, denn er ist der einzige Zeitpunkt, der hier genannt wird. Und selbstverständlich bleiben wir bei der Darstellung: Der Wehrführer hatte die Reparatur bereits in der Woche zuvor für den Wochenanfang angekündigt. Nach Aussage der Verwaltung sitzt die Reparaturfirma im süddeutschen Raum. Genauer bekommt man so etwas in Schwarzenbek nicht gesagt und die Presse hat leider kein Recht auf Akteneinsicht. Was machen Sie jetzt also an einem Montagmorgen, wenn ihr Fahrzeug nach eigener Aussage defekt und zur Reparatur aussortiert ist und – das unterstellen wir hier: – der Monteur von außerhalb angekündigt ist? Sie setzen das Ding natürlich nicht ein. Auch ohne angekündigten Handwerker setzen Sie die Drehleiter nicht ein, denn sie ist ja, nachdem sie zuvor in Ordnung und mehrfach eingesetzt war, jetzt gerade kaputt und nicht einsetzbar. Was antworten Sie also auf die Frage, warum Sie das Teil nicht einsetzen? Genau das. Sie sagen im Allgemeinen nicht, dass Sie das Gerät aus Sicherheitsgründen nicht einsetzen. So etwas ist eine Formulierung, die in diesem Zusammenhang und in der Gesamtheit der Diskussion – wie sollen wir es möglichst unverfänglich ausdrücken? – zu Missverständnissen führen muss. Aber das kann der Wehrführer nicht wissen, denn der hat keinem Pressekodex zu gehörchen? Und daher fragten wir uns und Sie: Wie ist so eine Aussage zu bewerten?

Was allerdings die aktuelle Situation angeht, ist die Aussage der Feuerwehr eindeutig: „Im reparierten Zustand kam die Drehleiter dann am 19.09. richtigerweise wieder zum Einsatz“. Wir merken uns: Das Gerät ist repariert und einsatzfähig. Und jetzt nehmen wir es hier auch ganz genau: Zu 100% einsatzfähig? Oder besteht doch noch ein Risiko? Riskiert der Wehrführer Leib, Leben und Gesundheit der ihm anvertrauten Kameraden und wenn auch nur zu einem kleinen Prozentsatz? Denn das ist ja der Popanz, der hier nach Bedarf groß aufgepustet wird und das ist – so unterstellen wir hier – der Grund, der einzelne Stadtverordnete dazu brachte, die sofortige Stilllegung zu fordern. Das Ding ist kaputt oder ist es nicht. Dass ein 22 Jahre altes Gefährt grundsätzlich reparaturanfälliger ist, als ein neues Fahrzeug, wollen wir hier nicht mehr hören, denn das ist eine so blöde Plattheit, blöder geht es kaum noch. Und da zitieren wir doch noch einmal Schröder sr.: Es ging bei der damaligen Erstellung des Fristenplanes unter anderem darum, nicht mehr über die Anzahl der Reparaturen diskutieren zu müssen. Und das grundsätzliche Unsicherheitsgefühl bei einem alten Fahrzeug? Noch einmal: Das Ersatzfahrzeug, mit dem die Feuerwehr in diesem Jahr bereits 8 Wochen lang munter alle in der Zeit anfallenden Einsätze fuhr, ist 1 Jahr älter, als die olle Schwarzenbeker Leiter! Hier würde es auch niemanden wundern, wenn z.B. unsere alte Drehleiter nach Aussortierung genau für solche Zwecke eingesetzt wird: als Ersatz-Drehleiter für Wehren, deren Drehleiter gerade repariert wird.

Wem gehört die Homepage der Feuerwehr? (Hier nur ein kleiner Ausschnitt als Link zur entsprechenden Seite)

Der Wehrführer nahm sich dann auch noch die Zeit, den blackbekblog über die Eigentumsrechte an der Wehr-Homepage zu belehren und die Entfernung urheberrechtlich geschützten Materials zu verlangen. Warum das an dieser Stelle erwähnenswert ist? Nun, zu rechtlichen Aussagen ist der Wehrführer nach eigener Aussage gar nicht befugt. Als Bernhard Böttel (FWS) ihn fragte, ob nicht die Reparaturwerkstatt in Regress genommen werden könnte, wich er der Frage mit dieser Begründung aus. Allerdings sagte er – und das ist auch nicht uninteressant: „Wir haben von Anfang bis Mitte letzten Jahres immer wieder Fehler beobachtet und dann reparieren lassen, aber die betrafen erst ein Teil, dann ein anderes und so weiter.“ Und in diesem Jahr? Also in dem Jahr, in dem die Drehleiter insgesamt acht Wochen ersetzt wurde? Egal, bleiben wir beim Eigentumsbegriff. Bisher ging ich davon aus, dass alles, was der Feurwehr gehört, der Öffentlichkeit gehört, aber das sieht der Wehrführer offenbar anders. Nun übernimmt der blackbekblog ja aber auch keine Inhalte, sondern zitiert lediglich und das ist im Ausschnitt natürlich erlaubt, wie sollte man denn sonst auch berichten? Außerdem geschah die Darstellung auch als Link zu der entsprechenden Seite, insofern sollte der Wehrführer bei seinem guten Vorsatz bleiben und rechtliche Aussagen nicht treffen. Vielleicht nimmt er sich seine wenige freie Zeit und beantwortet lieber die Fragen, die der blackbekblog stellte. Oder geht er davon aus, dass die sich alle von selbst beantworten bzw. die bisher im Raume stehenden Antworten sich als Ammenmärchen (netteres Wort für Lüge) entpuppen? Wer im Einzelnen auch immer lügen mag – und hier wird ausdrücklich keine der nachfolgenden Aussagen dem Wehrführer zugeordnet! – nenne ich z.B. Lüge, wenn der Eindruck erweckt wird

  • als gäbe es einen massiven Vertrauensverlust bis hin zur öffentlichen Falschaussage, den Korb nicht mehr besetzen zu wollen;
  • als gäbe es einen erheblichen Reparaturstau, wenn bei der Verwaltung keine entsprechenden Anfragen für fällige Reparaturen vorliegen;
  • als würde man seit einiger Zeit grundsätzlich Drehleitern aus Nachbargemeinden alarmieren;
  • das Fahrzeug sei ein Sicherheitsrisiko;
  • für Gebrauchtfahrzeuge erhalte man keinen Zuschuss aus der Feuerschutzsteuer;
  • es gebe keine Vorführfahrzeuge auf dem Markt, während gleichzeitig schon welche angeboten werden;
  • als hätte man derzeit das Geld für eine Neubeschaffung, später aber nicht mehr;
  • die Kommunalaufsicht genehmige einzelne Investitionsvorhaben.

Könnte für den einen oder anderen interessant sein: Der Pressekodex (Abbildung von Ausschnitten der HP selbstverständlich nur als Zitat und zur Verbildlichung des entsprechenden Links zur öffentlich zugänglichen Seite des Presserates)

Lassen wir uns also nicht täuschen! Die Geschichte rund um die Ersatzbeschaffung ist eine Geschichte voller Lügen, Täuschungen, Irreführungen, Heimlichkeiten, Unverschämtheiten, Erpressungen, Nötigungen und Totschlagargumenten und warum ist sie das geworden? Weil jemand in der Verwaltung oder Selbstverwaltung die vermeintlich glänzende Idee hatte, diesen ominösen positiven Saldo im Investitionskonto für eine vorgezogene Ersatzbeschaffung zu missbrauchen. Die Feuerwehr hat ihren dreckigen kleinen Anteil an diesem Vorgang, was sehr bedauerlich ist, denn es steht ja außer Frage, dass hierbei eine Institution beschmutzt wird, die uneigennütziger nicht mehr denkbar ist. Aber – und hier scheint der große Unterschied zwischen dem blackbekblog und der restlichen Presse zu bestehen – die Feuerwehr ist nicht sakrosankt und ihre Mitglieder haben keinen Freifahrtschein. Weder sollte ein Journalist den Pressekodex vergessen und sich auch nur dem Verdacht aussetzen, sich von privaten Interessen beeinflussen zu lassen, noch sollte die Wehrführung es zulassen, dass Mitglieder der Wehr die Öffentlichkeit dahingehend zu erpressen trachten, auf Sirenenalarm umstellen oder gar Massenaustritte vornehmen zu wollen, wenn man seinen Willen nicht bekommt. Solche Fragen hält der Wehrführer aber scheinbar für ebenso unbeantwortbar, wie die nach der vergleichsweise üppigen Ausstattung der Schwarzenbeker Wehr oder unbescheidenen Forderungen angesichts leerer Kassen und beispielweise nicht weniger dringlich fehlenden Kitaplätzen. An dieser Stelle sieht die Wehrführung die Feuerwehr offenbar nicht in öffentlicher Verantwortung. Er habe die Fragen an seinen Dienstherren weitergegeben, so Schröder, was der jedoch bestreitet. Hier haben wir es wieder: Kann beides wahr sein? Aus der Verwaltung habe ich die Fragen beantwortet bekommen, die ich direkt dort gestellt habe. Sage ich damit, Schröder lügt? Nein. Und mir ist auch egal, wer lügt. Ich stelle nur fest, dass ständig gelogen wird. Aber wehe, wenn das öffentlich gemacht wird.

Öffentlich möchte man offensichtlich nur so gesehen werden, wie man es selbst sehen möchte. Denn ungeachtet der Bestimmungen des Pressekodex‘ berichtete Timo Jann gestern auch in der Lauenburgischen Landeszeitung von der Forderung der Geesthachter CDU nach Entschädigung für den jüngsten Einsatz. Bekanntlich wurden mehrere Wehren wegen des Einsatzes vor einer Woche an der Biogasanlage in Grove alarmiert, darunter auch die Geesthachter Wehr. In das „Hickhack um eine neue Drehleiter in Schwarzenbek“ mischt sich die CDU jedoch nicht ein, sondern reagiert eben auf die dem Wehrführer zugeschriebene Äußerung, dass er auf einen Einsatz der eigenen Drehleiter „wegen Sicherheitsbedenken“ verzichtet habe. Daher mag der Geesthachter Politiker seine Forderung für berechtigt halten. Tatsächlich war die Drehleiter natürlich beschädigt und gar nicht einsatzfähig, wie wir ja spätestens heute und der Wehrführer schon während des Einsatzes wusste. Die ganze Nummer erstaunt ohnehin und riecht nach Amtshilfe etwas anderer Art: „Schwarzenbek macht es sich zu einfach, wenn man meint, auf die eigene Leiter verzichten zu können und zum Nulltarif eine Drehleiter in Nachbarstädten anzufordern“, zitiert Jann den Christkonservativen in aller Breite und wiederholt – als vermeintliche Tatsache – dass die Schwarzenbeker Leiter in Grove nicht zum Einsatz kam, weil sie „nicht zu 100% funktionsfähig ist“. Und natürlich wird in dem Artikel auch ausführlich dargestellt, wie schwer es Geesthacht gefallen ist, die eigene Neuanschaffung für 650.000€ zu stemmen, da die „alte Drehleiter nach 20 Jahren veraltet“ gewesen sei und dass es eine Ausnutzung der kommunalen Solidarität sei, sich auf Nachbargemeinden zu verlassen, weshalb man den eigenen Bürgermeister nun auffordern werde, jeden Einsatz in Rechnung zu stellen.

Der blackbekblog ist für seinen Teil ganz klar der Meinung, dass Timo Jann  Politik bzw. politische Stimmung im Sinne der Feuerwehr Schwarzenbek macht.  Für Presseauskünfte ist letztlich zwar der Wehrführer verantwortlich und zuständig und der muss entscheiden, wem er Rede und Antwort steht und wem nicht. Aber die Rolle, die alle diesbezüglichen Artikel seines Wehrmitgliedes im Konzert der Berichterstattungen einnehmen, ist bedenklich: Hier soll erkennbar Stimmung für die vorgezogene Ersatzbeschaffung der Drehleiter gemacht werden und als Mitglied in der Feuerwehr dürfte der rasende Reporter Jann schon nach seinem eigenen Kodex nicht nur manchmal nicht sondern überhaupt und gar nicht über solche Themen berichten. Das ist in etwa so glaubwürdig, als wenn ein Mitglied der Schwarzenbeker Stadtverordnetenversammlung über deren Sitzungen berichtete. Wie ist der Reporter überhaupt so schnell an den Einsatzort gelangt? Standortvorteil? Darf man das wenigstens fragen?

One Response to Ehrenkodex

  1. IstNichtLebensmüde says:

    Die SPD… Entschuldigung… der Herr Hilger macht Stimmung..nun dann. Die „Feuerwehr“ der Stadt Schwarzenbek, fällt ja nicht zum ersten Mal durch Erpressung auf, wie war das noch als die Feuerwehr ein neues Gerätehaus wollte? Auf diese Helfer ´verzichte ich gerne!

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