„Wir werden immer respektierter“

Nachdem ich selbst von meinem erklärten Fan Nr. 1 als Kinderhasser geoutet wurde, muss ich mich wohl in Zukunft ein wenig zurückhalten, was die Berichterstattung über den Schwarzenbeker Kinder- und Jugendbeirat (SKJB) angeht. Ob nun etwa deswegen am 19.04. die terminliche Überschneidung mit dem Bauausschuss geschah, damit ich nicht auftauche, wage ich dennoch zu bezweifeln. Außerdem war es mir vergönnt, wenigstens eine Stunde beim SKJB zu sein und in dieser kurzen Zeit haben die Jugendlichen und Jungerwachsenen nicht nur eine Menge Programm abgespult, sondern mich auch das eine oder andere Mal beeindruckt, Gott sei Dank nicht nur positiv. Der SKJB müsste sich ernsthaft fragen, ob er alles richtig machen kann, wenn die Erwachsenen ihn ausschließlich lobten.

Geschäftsordnung ist das halbe Leben: Melf Johannsen, Gideon Henkelmann, Maike Schäfer

Von den Großen gelernt haben sie leider bereits die nicht-öffentlichen Sitzungsanteile. Wenn dabei über zu bedruckende T-Shirts gesprochen wird und die beteiligten Firmen um Vertraulichkeit bitten, dann ist das sicher nachvollziehbar. Warum aber die landesweite Aktionsplanung „Platz da!“ und die Gestaltung der Internetseite nicht-öffentlich behandelt werden kann, bleibt fraglich. Aber ich will da nicht beckmessern. Leider lernen die Jungpolitikerinnen und –politiker aber auch bereits die Steifböckigkeit und das Pinschietern in formalistischen Verfahrensfragen. Ja, natürlich muss alles seine Ordnung haben, aber wenn ich eine Sitzung mit vier Teilnehmern habe, wirkt es doch seltsam, wenn man den Regularien zu große Beachtung schenkt. Ich fürchte einfach, so etwas könnte Kinder und Jugendliche eher abschrecken, sollten die sich einmal in so eine Sitzung verirren. Zu den Themen:

  • Der neue Flyer des SKJB

    Der SKJB hat seine neue Internetpräsenz fertig und freut sich über Anregungen, gerne per E-Mail

  • Ein Flyer wurde gedruckt und wird jetzt von den Jugendlichen selbst gefaltet und dann ausgelegt und/oder verteilt.
  • Der Förderverein Jumelage e.V. hat angefragt, ob der SKJB als Institution nicht Mitglied werden wolle, um dann auch zu den Vorstandssitzungen einen Beisitzer entsenden zu können. Hierbei überraschte positiv, dass Maike Schäfer sich zunächst die Satzung und Geschäftsordnung des Vereines besorgen möchte, um zu prüfen, „dass sich der SKJB keine Verpflichtung aufbürdet, die er nachher nicht erfüllen kann oder will“. Solche Weitsicht wünschte man sich auch bei den Stadtverordneten.
  • Der SKJB geht offensiv auf die Schulen zu und wünscht sich die Einbindungen der Schülervertretungen. Die Schulleitungen „fremdeln“ offenbar noch ein wenig, das könnte aber auch an dem Gebot der politischen Neutralität liegen. Jedenfalls gibt es am 15.05. um 16:30 Uhr ein erstes Treffen mit hoffentlich allen Schülervertretungen. Das ist dann aus gutem Grund  nicht-öffentlich, um die Schülerinnen und Schüler nicht sofort zu verschrecken.

Schaute bisweilen skeptisch, stimmte aber mit: Sergej Siroschenko

Mit dem TOP 10 folgte dann eine Abarbeitung unterschiedlichster Stichwörter. Augenscheinlich hat es in verschiedenen Einrichtungen eine Sammlung gegeben, welchen Themen der SKJB sich widmen solle und siehe da, wie im blackbekblog bereits moniert, tauchten dabei sehr wohl auch Wünsche auf, wie sie bislang nicht formuliert wurden. Ich sehe mich insofern bestätigt, als Shisha-Bar, privater Alkoholverzehr bei den Open-Air-Konzerten, Disco, Burger-King und Meckes eben auch Themen der Jugendlichen sind, ob einem das nun gefällt oder nicht. Ein Kinder- und Jugendbeirat aus Vorzeige-Gymnasiasten (ah, da ist wieder der böse Onkel mit dem bösen Wort!), der sich von solchen Themen schlicht nur distanziert (so wie leider zur negativen Überraschung geschehen), gibt den Anspruch auf (oder kann ihn erst gar nicht erheben), alle Jugendlichen zu vertreten. Aber ich will ja gar nicht so streng sein, erfahrene Politikerinnen hätten einfach nur geschickter formuliert und sich aalglatt aus der Affäre gezogen. Insofern sollen die Jugendbeiräte lieber bei ihrer klaren Sprache bleiben. Sollte es irgendwann gelingen, den SKJB auf noch breitere Basis zu bringen, werden zwangsläufig auch Themen anstehen, die Gymnasialmuttis (ja, ich kann das noch steigern) nicht so gut gefallen.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit will der SKJB ohnehin leisten und ist auch ehrlich bestrebt, möglichst viele Jugendliche und Kinder einzubinden. Wo hat man das schon, dass ein Vorstand plan- und absichtsvoll daran arbeitet, die Basis zu verbreitern und damit das Risiko zu erhöhen, als Vorstand vielleicht auch einmal abgelöst zu werden? Sollte also das Kalkül so manches Kommunalpolitikers gewesen sein, ein paar handzahme Jugendliche Politik spielen zu lassen und mit ein paar Betthupferln abspeisen zu können, dürfte das in die Hose gehen, denn der SKJB überlegt sehr wohl, wie er die eigene Wertigkeit und Wichtigkeit erhöht. „Nur Mit-Entscheiden ist richtige Beteiligung“ kam als Stichwort daher gerade recht. Man wird jetzt mit dem Büroleiter im Rathaus Kontakt aufnehmen, um weitere Möglichkeiten auszuloten. Und allen die befürchten, die Jugendlichen könnten bei Dingen mitreden wollen, von denen sie nichts verstehen, sei ein Ausspruch von Maike Schäfer an die Stirn geschlagen: „Ich weiß gar nicht so recht, ob ich unbedingt überall mitentscheiden will. Dann müsste ich mich erst aufwändig einarbeiten und dazu habe ich nicht die Zeit.“ Ach, wäre das schön, wenn auch nur der wesentliche Teil der 23 altehrwürdigen und erfahrenen Stadtvertre/innen so dächten und nicht ständig über Dinge entschieden, von denen Sie nachweislich nichts, aber auch gar nichts verstehen und sich zumeist nicht einmal die Mühe machen, etwas verstehen zu wollen.

2 Responses to „Wir werden immer respektierter“

  1. Blogfan Nr. 1 says:

    Hey, hey, hey – ich habe Sie nicht als Kinderhasser geoutet!

    Aber ansonsten unterstütze ich den Artikel; wobei ich es aber wichtig finde, dass der SKJB auch selbständig eruiert, welche Wünsche bedingt machbar sind (Shisha-Bar – warum eigentlich nicht?), welche nie umgesetzt werden (McD und Würgerking brauchen wir nicht, da Quick´s sowieso viel besser schmeckt) oder absoluten Unfug (wie eine eventuelle Alkoholfreigabe unter der Brücke) darstellen.

  2. Mona says:

    Sie nehmen sich viel viel zu wichtig, Herr Borchelt. Niemand in dieser Stadt macht irgendetwas nur wegen Ihnen. Es bißchen mehr im Hintergund halten, das täte Ihnen gut. Aber im Grunde genommen sind Sie mir völlig egal.

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