blackbekblog: Mission accomplished

Maske? Welche Maske?

Nachdem es dem Blogbetreiber nach jahrelangem Ringen endlich gelungen ist, Zugang zu den geheimsten der geheimen Sitzungen zu erlangen, ist das Ziel der „riesigen Transparenz“ (Heike Wladow) für ihn offenbar erreicht. Für die wenigen Freunde des Blogs ist das eine eher traurige Nachricht, da der Blogbetreiber sich im Gegenzug selbstverständlich verpflichten lassen musste. Wie jeder Stadtverordnete und auch sonst jeder Teilnehmer an nicht-öffentlichen Sitzungsteilen, unterliegt fürderhin natürlich auch der „Schmierblogger“ (Silke Geercken) der Geheimhaltungspflicht. „Das ist ja der Sinn der nicht-öffentlichen Debatten und Verhandlungen und insofern haben wir nie so recht verstanden, was Herrn Borchelt umtreibt“, äußerte die Verwaltung sich zwar etwas ratlos, aber doch erfreut, den Quälgeist so relativ billig losgeworden zu sein. In der Tat mag man sich fragen, warum es den journalistischen Entrepreneur so sehr in die nicht-öffentlichen Sitzungsteile trieb, dass er sogar den letzten öffentlichen Kredit riskierte, als er dem städtischen Kinder- und Jugendbeirat dessen regelmäßige Teilnahme neidete, sich damit als Kinderhasser outete und beträchtlichen Zorn auf sich zog.

Jetzt sollen die Strippen offenbar woanders gezogen werden.

Das Unverständnis dürfte noch zunehmen, denn wie Borchelt jetzt verkündete, hat er für die Teilnahme dann auch im Ältestenrat sogar die vollständige Aufgabe jeglicher journalistischen Tätigkeit erklärt. Die Stadtoberen sind es natürlich zufrieden und auch in der einen oder anderen Redaktion dürfte Erleichterung zu spüren sein, da man nun wieder ausschließlich unter Profis am Pressetischchen Platz nehmen kann. Aber wie kam es zu solcher Entscheidung des zwar nicht selbst erklärten, aber doch von vielen so empfundenen Querulanten und Dauernörglers? Wie will er sein missionarisch anmutendes Sendungsbewusstsein künftig befriedigen? „Man muss halt Opfer bringen“, erklärte der dilettierende Schreiberling dazu. „Was sind schon diese digitalen Pöbeleien, die doch nur von ein paar Hundert Leutchen gelesen werden, gegen die große Chance, nun aber auch wirklich an alle Informationen zu gelangen?“, fragt der Blogger rhetorisch und gibt sich gleich selbst die Antwort: „Nun können die Schwarzenbekerinnen und Schwarzenbeker endlich beruhigt sein, dass alles ordnungsgemäß abläuft, denn jetzt passe ich ja auf.“ Mehr Transparenz gehe nach Borchelts Meinung nicht und mehr brauche es auch nicht.

Offene Frage: Taucht Ruppert in Kiel unter oder auf?

Die viel größere Sensation lieferte aber der Bürgermeister, als er zu den Vorgängen befragt wurde: „Nachdem die Spatzen es ja schon seit Monaten aus dem löchrigen Rathausdach pfeifen, dürfte es mittlerweile niemanden mehr überraschen, dass ich nach der Landtagswahl als Gebrauchtwagenhändler in mein Wohnwagenbüro nach Kiel ziehe. Ehrlich gesagt, habe ich keine Lust mehr, mich mit einer Verwaltung, die nur noch den Mangel und einer Selbstverwaltung, die nur noch sich selbst verwaltet,  herumärgern zu müssen. Das kann ich für mehr Geld und Anerkennung in Kiel genau so haben.“ Was Borchelt angeht, zeigte Ruppert sich wenig überrascht. Ihm sei schon immer klar gewesen, dass mehr dahinter stecke, wenn einer sich dermaßen engagiere. „Würde mich nicht wundern, wenn der am Ende noch als Bürgermeister kandidiert“, lacht Ruppert, warnt aber gleichzeitig davor, Idealisten in politische Ämter zu wählen: „Das wissen wir doch spätestens seit der Französischen Revolution, dass solche Leute schnell den Kopf verlieren.“ Dass der blackbekblog nun eingestellt werde, lässt Ruppert allerdings kalt: „Wir haben uns hier im Rathaus regelmäßig amüsiert, aber nicht etwa, weil das so komisch gewesen wäre.“ Ob Schwarzenbek dadurch ärmer geworden ist? „Na ja, vielleicht um eine Rücktrittsforderung“, grinst Ruppert.

3 Responses to blackbekblog: Mission accomplished

  1. Bürgerin says:

    April, April

  2. H.Rose says:

    Einem On-Dit zufolge soll demnächst ein Presse-Beirat begründet werden. Dessen Sitzungsgelder sollen – auf rein freiwilliger Basis natürlich – einem Förderverein zufließen. Und der wiederum soll für das Erscheinen des Bb-Blogs auch über den 1.April hinaus sorgen.

    Dem bisherigen Blog-Betreiber wünscht die interessierte Leserschaft nach acomplishter Mission einen geruhsamen Lebensabend (ist das eigentlich denkbar?).

  3. von Interesse says:

    hmmm. Was soll man davon halten… Zum Glück ist heute der 01.04. Aber die Rücktrittsforderungen an Ruppert weden deswegen trotzdem nicht verklingen. Einziges Probelem dabei: Ruppert ist ja soooooooo was von schwerhörig.

    Viel Spaß noch heute beim Leute foppen. Verwaltung und Teile der Politik handeln ja täglich nach dem Motto „April April“ oder um in der Sprache Hollywoods zu bleiben: „und täglich grüßt das Murmeltier“

    Nicht wahr?

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