Danke für nichts! – Ein Kommentar im Blog?

Sollten Sie á la Frau Geercken von den Lübecker Nachrichten der Ansicht sein, der blackbek- sei ein „Schmierblog“, was man auch, aber nicht nur an den Artikeln über die jüngste Stadtverordnetenversammlung sehe, dann gäbe ich Ihnen Recht. Der Blog ist Meinung. Er ist voreingenommen, wertet, urteilt gar. Aber, und darauf lege ich Wert, der Blog erfindet nichts dazu und lässt nichts weg. Er tut nicht so, als wäre er objektiv, gibt sich nicht den Anschein neutraler Berichterstattung, um dann doch nur tendenziös zu berichten. Außerdem ist der Blog in seiner Wertung zurückhaltend. Sie lachen? Dann passen Sie mal auf, wie Meinung aussähe, wenn wir hier so täten, als wären die Artikel Berichte:

Soll der Bürgermeister doch sehen, woher er das Geld nimmt!

Mit der jüngsten Nicht-Entscheidung (Anm.: Umzug Jugendtreff – wir berichteten) ließen die Stadtverordneten endgültig die Hosen herunter und leisteten ihren politischen Offenbarungseid. Dieser enthüllte nicht nur den mangelnden Arsch in der Hose, den Wünschen des SKJB eine vorübergehende Absage zu erteilen, sondern auch die nicht vorhandenen Eier, Verantwortung zu übernehmen und den Bürgermeister anzuweisen, woher er das nötige Geld zu nehmen hat, wenn man denn schon trotz schwarzen Loches in der Kasse teure Umzüge bestellt. Über Wochen, Monate und Jahre, teilweise sogar Jahrzehnte zeigt man sich unfähig, Realitäten zur Kenntnis zu nehmen und daraus die allfälligen Konsequenzen zu ziehen. Nein, hier geht es nicht um Besserwisserei und/oder Klugscheißerei. Die handelnden Personen sind nicht dümmer oder blinder als man selbst. Der Wahnsinn hat a) Methode und b) ist es den Damen und Herren schlicht egal, wie die Schwarzenbeker Kassenlage ist. Unterscheiden muss man nur noch zwischen den Antreibern, die sich neben dem eigenen Wohl und Fortkommen auch noch mehr oder weniger sichtbaren Vettern verpflichtet fühlen, und den Mitläufern, denen das Putzen des eigenen Egos und/oder die Nebeneinnahmen unverzichtbar sind.

Hans Koch

In diesen Tagen wird u.a. der ehemalige Bürgermeister Hans Koch gefeiert, der es in Wirtschaftswunderjahren und Baby-Boomer-Zeiten vermochte, die Bevölkerung Schwarzenbeks zu verdoppeln, ohne dabei die Stadtkasse zu sprengen. Dafür hatte er circa ein Vierteljahrhundert Zeit. Die Herren Delfs & Co. (und ja, da gehört auch Eberhard Schröder dazu) benötigten roundabout 30 Jahre – so lange sind die vorne mit dabei – um die Einwohnerschaft noch einmal zu verdoppeln. Dabei ruinierten sie den Haushalt so nachhaltig, dass sie Schwarzenbek für die nächsten 30 Jahre strangulierten. Man würde auch diesen Herren nur zu gerne das ihnen gebührende Andenken wahren. Dazu müssten Sie nur endlich von der politischen Bildfläche verschwinden!

Danke für nichts. Schwarzenbek geht es eben nicht besser, sondern Dank ihres Wirkens um ein Vielfaches schlechter. Die Anzahl der Einwohner ist kein Wert an sich, sondern putzt bestenfalls die Eitelkeit der Honoratioren. Dorfältester auf der Kuhblöke hat weniger Renommee als Hauptausschussvorsitzender der Europastadt. Wir kennen das ja: Hast du nur ein paar Euro im Plus, bist du ein armer, unbedeutender Schlucker. Bist du jedoch der Vorsteher aller Bankrotteure mit Millionenschulden, kennt die Bank dich beim Namen und da die Banken von Schuldenmachern leben, mögen sie dich auch besonders gern.

Auch im Zuge der Wahl von Hans Koch zum Bürgermeister mangelte es nicht an Protest

Kein Protest mehr zu erwarten

Und bevor die Herren jetzt wieder sagen: ‚Wir waren das doch nicht allein! Alle haben mitgemacht!‘, sage ich: Dann nehmt die Bagage gleich mit! Aber es stimmt ja auch gar nicht. Wie bei der letzten Abstimmung, gab es immer auch warnende und ablehnende Stimmen. Jetzt waren das – und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! – die Vorsitzenden des Sozial- und Kulturausschusses und des Finanzausschusses. Wann ist es also an der Zeit, endlich einzusehen, dass man offenbar permanent die falschen Entscheidungen trifft, und daraus den logischen Schluss zu ziehen? Die jetzt gezogene Konsequenz, die originär politische Entscheidung und das wohl wichtigste Recht der Stadtvertretung, nämlich die Haushaltshoheit, an den Bürgermeister, an die Verwaltung zu delegieren, ist de facto ein Rücktritt. Nun sollte man auch so ehrlich sein und das Mandat ablegen! Die Stadtvertretung unter der Führung der Herren Delfs und Siepert hat schlicht die Hosen voll. Der Vorsitzende des Haupt- und Planungsausschusses wirkt nicht erst seit vorvergangenem Freitag kopf- und planlos. Der Vorsitzende der Mehrheitsfraktion hat nie anders gewirkt.

3 Responses to Danke für nichts! – Ein Kommentar im Blog?

  1. U.B. says:

    Bravo! Diese klaren Worte wurden Zeit und werden – nicht nur von Ihnen sehr geehrter Herr Borchelt – sondern auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern ausgesprochen und von noch vielen vielen mehr gedacht.

    Es gibt Ihrem Kommentar und Ihren Forderungen nichts wesentliches mehr hinzuzufügen.

  2. Eckhard Schäfer says:

    Aufgrund der Reaktionen in meinem Umfeld, muss ich annehmen, dass die Ausführungen des blackbek-blog. und die dazugehörigen Kommentare auch in „höchsten Kreisen“ zur Kenntnis genommen werden.
    Doch nun zum Thema „Schmierblog“:
    Lübecker Nachrichten – Moralische Instanz oder Angst vor Kontrollverlust?
    LN ist die Zeitung, für die das Innenministerium SH in mindestens einem Fall die Übernahme der Journalistischen Sorgfaltspflicht erklärt hat.
    Lauenburgische Nachrichten ist das Blatt, das mir als Leserbriefschreiber „ans Herz legte“, mir doch Themen zu suchen, die nicht mittelbar mit Herrn Schlie zusammenhängen. Nach meinem Zensurvorwurf wurde ich „gebeten“, dem Blatt keine weiteren Briefe oder Meinungsäußerungen zukommen zu lassen.
    Dabei gibt es doch durchaus Freudiges über Herrn Schlie mitzuteilen. Der Mann musste offenbar erst Minister werden, um zu erkennen, dass verbale und physische Gewalt gegenüber Polizeibeamten kaum mehr Grenzen hat. Das lässt doch auf eine positive Entwicklungsprognose des Ministers schließen. Ich bin mir sicher, dass er irgendwann zu der Erkenntnis gelangen wird, dass auch Polizeibeamte, die außerhalb ihreres Dienstes als mündige wahlberechtigte Bürger Wert legen auf Freizügigkeit (Art. 11 GG), Anwendung des Gleichheitsgrundsatzes (Art. 3 GG) und Freie Meinungsäußerung (Art. 5 GG), Anspruch auf einen menschenwürdigen Umgang (Art. 1 GG) haben.
    Und wenn es dem Minister, dem die Respektsbekundungen für die Arbeit der Feuerwehr und Polizei wie geschmiert von den Lippen gleiten, gelingen sollte als kleines Wahlgeschenk die Streichungen und Kürzungen beim Weihnachtsgeldes der Beamten zurückzunehmen, ist mir um seine Zukunft nicht bange. Ja dann könnte es sogar klappen, aufgrund eines verfassungskonformen Gesetzes in das Amt des Ministerpräsidenten zu gelangen.
    Glück auf, Herr Minister.

    Es grüßt
    Eckhard Schäfer

  3. Blogfan Nr. 1 says:

    @ Herr Schäfer

    Beschreien wir es lieber nicht. Ein Innenminister, der sich derart dreist in Dinge einmischt, die ihn de jure nichts angehen, ist schon schlimm genug…

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