4. Akt: Das Oberste Wesen

[Finale der Farce über die HAPL-Männer]

Alle sind so dumm und ich bin der Chef

Herr Delfs war aber noch weiter gefordert. Denn Heyer-Borchelt meldete sich noch einmal zu Wort und bestätigte zur 3. Delfschen Nichtalternative, das sehe sie natürlich genau so. Aber „wenn wir Beratungsbedarf haben“ und es doch allen angeblich vorrangig um die Jugendlichen gehe, „dann können wir doch eine weitere Stadtverordnetenversammlung einberufen und die unter einer Stunde halten, so dass keine Sitzungsgelder fällig werden. Man muss doch Prioritäten setzen!“ Was nun, Herr Delfs? Na, den alten Fuchs sollte man nicht unterschätzen: „Selbstverständlich könnten wir vertagen“, entgegnete der und lieferte sofort einen weiteren Beweis schamloser Rabulistik und Polemik, indem er warnte: „Es wäre aber doch fatal, wenn in einer solch wichtigen Frage eine Zufallsmehrheit entstünde, die keiner wolle.“ Man bedenke doch bitte, dass sich die Stadtverordneten auf den Sitzungsplan eingestellt und ihre Termine danach geplant hätten. Putzig ist nur, dass die reichlich spontane Anberaumung einer Sonderversammlung am 28.09.2011 zur Feierstunde der sich zum 50. Mal jährenden Europapreisverleihung unbeanstandet blieb. Noch putziger, dass er sich nicht vorstellen kann, dass man fair miteinander umgeht, obwohl er angeblich unterstellt, dass „keiner“ eine Zufallsmehrheit wolle.

Selbstverständlich sekundierte der treue Gefährte Siepert sofort: „Eine Sondersitzung könnten wir natürlich machen“, stieß der ins gleiche Konjunktiv missbrauchende Horn. Er sei ja nun keine Führungskraft, das müsse er zugeben. Musste er nicht, denn es ist hinlänglich bekannt, aber er wollte darauf hinaus, dass er dennoch „bis unters Dach zu“ sei. Auch das keine Überraschung, denn der Mann brummelte sich derart in den Bart, dass ich davon ausgehe, dass nicht einmal seine neben ihm sitzenden Genossinnen ihn vollständig verstanden haben dürften. Jedenfalls hätte die Sache keine 4 Monate Zeit, artikulierte er als letzten klaren Gedanken, oder was man dafür hält. Herr Böttel beklagte sich dann noch über die Delfsche Polemik. Keiner wolle eine Zufallsmehrheit! Herr Delfs entschuldigte sich sofort, obwohl das doch genau das war, was er gesagt hatte und für Herrn Böttel war die Sache damit erledigt. Herr Heitmann betonte, die FWS sei nicht etwa gegen das pädagogische Konzept, sehe aber nun einmal die Kosten. Den Bauhof zwei Mal verkaufen funktioniere nicht.

Sahen nicht fröhlich aus: Mitglieder des SKJB und der Stadtjugendpfleger

Nicht besonders erwähnenswert, eigentlich, aber da das pädagogische Konzept immer wieder mal im Munde geführt wurde, frage ich mich ganz naiv: Welches Konzept eigentlich? Wo wurde das besprochen, wo beschlossen und seit wann war das denn der Grund für den Umzug? Wollen wir mal spekulieren? Der Jugendtreff musste da raus, weil Kiefaber angeblich kaufen wollte. Vorher war davon nie die Rede. Ein Umzug in ein gerade nicht baufälliges Gebäude kostet aber keine 250.000€. Wurde also der Umzug zum Anlass genommen, ein neues Konzept zu erarbeiten und kostet in Wahrheit dieses Konzept eine Viertelmillion? Und dann überlegen Sie bitte weiter: Darf man angesichts der ruinierten Kassen und des in 2012 bei unveränderter Entwicklung drohenden vollständigen Verlustes des Eigenkapitals auch nur einen einzigen Gedanken an ein solches, neues, teures Konzept verschwenden, wenn man keine entsprechende Einnahme hat bzw. bevor man diese Einnahme sicher hat? Bei aller Sympathie für alle Jugendlichen und Kinder und bei aller Wertschätzung für die Arbeit des Stadtjugendpflegers ist meine Antwort ein ebenso klares, wie selbstverständliches Nein. Schade, aber Nein. Ich fürchte, hier geht es darum, aus dem Verkauf des letzten Tafelsilbers und damit gerade der Vernichtung des letzten Eigenkapitals noch ein, zwei vermeintliche Wohltaten zu schöpfen, auf denen man dann in einen doch noch erfolgreichen, weil ansonsten aussichtslosen Wahlkampf 2013 ziehen kann.

Epilog:

Seltener Gast: Bernhard Böttel (rechts: Jürgen Heitmann)

Ach ja, abgestimmt wurde dann auch noch. Herr Heitmann von der FWS war offenbar so sauer, dass er als Einziger sogar dagegen stimmte, den Vorschlag der Verwaltung auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Vielleicht war sein Nein aber auch nur ein Protest gegen diese vollkommen schwachsinnige Abstimmung. Aber er blieb auch die einzige Gegenstimme bei dem Beschluss, die Verwaltung möge den Umzug des Jugendtreffs auch unter finanziellen Aspekten für das Frühjahr 2012 planen. Es enthielt sich neben Herrn Böttel zwar auch Frau Heyer-Borchelt, so recht verständlich war die Enthaltung nicht. Hier wäre ein klares Nein erforderlich und nach den Redebeiträgen auch schlüssig gewesen. Dieses Nein erfolgte beim dritten Punkt und das ist irgendwie seltsam, denn ein Tagesordnungspunkt auf der SVV kann nicht verkehrt sein und das Grobkonzept der Stadt wollten doch eigentlich alle sehen!? Egal, beide Punkte gingen mit 5 Stimmen mehrheitlich durch und im Grunde sind alle diese Abstimmungen und Beschlüsse, mindestens mit diesen Formulierungen doch der reinste Stuss. Der Hauptausschuss, ohnehin in Schwarzenbek zu einer Art Regierungszentrale pervertiert, koordiniert normalerweise nur die Arbeit der Fachausschüsse. In Schwarzenbek fungiert er eher als Superausschuss und sein Vorsitzender ist der Großmufti, der einfach in allen Belangen allwissend ist, zumindest alles besser weiß und wo nicht, hat er ebenso ominöse wie unsichtbare Sachverständige, die ihm flüstern was geht und was nicht.

One Response to 4. Akt: Das Oberste Wesen

  1. Bekannnt says:

    Was soll man dazu sagen???
    Der Artikel sagt alles , die Angelegenheit ist doch schon beschlossene Sache, alle haben Angst vor einer Sondersitzung, weil vielleicht doch Zahlen dann ins Spiel kommen , die bis zum heutigen Tage keiner kennen darf.
    So ein Getue und Gehabe ist unmöglich, ob alle mit erhobenen Hauptes durch Schwarzenbek gehen können?
    Immer auf die Kleinen und die Schwächsten, nur zu.

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