3. Akt: La donna è mobile

[3. Akt der Farce über die HAPL-Männer]

Und sie bewegt(e) sich doch: H.Wladow

Wie sollte man nun erreichen, am 9. September entsprechend beschließen zu können? Na, so wie immer. Man redet so lange drum herum und bleibt möglichst unverbindlich und wenig bis gar nicht konkret, bis die Entscheidung ansteht. Mangels Alternativen muss man dann ja leider, leider, Augen zu und durch. Und natürlich versteht man die Bedenken. So auch Frau Wladow, die jetzt zunächst Herrn Siepert beipflichtete: Eine Entscheidung müsse her, denn es werde sonst zu teuer. Sie verstehen Sie wohl richtig, wenn Sie von einer günstigen Entscheidung pro Umzug (250.000€) und einem zu teuren Verbleib (80.000€) ausgehen. Natürlich könne sie auch Heyer-Borchelt verstehen, „aber das lässt sich sicher noch bis zum 9. September klären.“ Die Kommunalaufsicht habe übrigens auch nicht etwa gesagt, man dürfe gar nichts mehr machen, sondern man solle „verantwortungsvoll mit dem umgehen, was man hat“. Wir dürfen auch bei ihr feststellen, dass „vernünftig“, „Sinn machend“ und „verantwortungsvoll“ immer das ist, was man selbst möchte. Dagegen habe ich gar nichts, umgekehrt wäre es auch sehr befremdlich, nur sollte man bitte diese Art des Pseudo-Argumentierens lassen. Wenn wir durch Umzug Centa-Wulf 70.000€ Miete einsparen und die einen wollen 80.000€ und die anderen 250.000€ ausgeben, dann müssen letztere mehr zu bieten haben, als die Vernunft und den Sinn für sich zu reklamieren. „»Vorzeigen!« rief der Neger“ und ich tu es ihm gleich.

Er dagegen nicht, schauen Sie genau hin!

Frau Francke wies an diesem Punkt darauf hin, dass man ja Beratungsbedarf angemeldet hatte und auch weiter beraten wolle, aber offenbar nicht hier und jetzt. Allerdings könne sie sich gut vorstellen, den 3. Teil der Delfschen Beschlussvorlage zu unterstützen. Das hatte ich ja bereits vor Tagen vorausgesagt, dass die SPD zwar in Sozial- und Finanzausschuss vertagten, aber nur, um dort ja nicht wieder darauf zurückkommen zu müssen. Auch jetzt war offenbar der Punkt einer gewissen Sprachlosigkeit wieder erreicht. Sie erinnern sich an die Eingangsfragen von Frau Francke und an ihren Zusatz „Umzug vorbehaltlich Verkauf Bauhof“? Dennoch wollte sie jetzt für einen entsprechenden TOP auf der SVV stimmen? Was denn mit Punkt 1 wäre, Kenntnisnahme? Das könne Sie doch auch, lockte Delfs. Und Punkt 2, was spräche denn gegen den? Francke ließ sich nicht lange bitten. Ein „grobes Finanzkonzept“ sei bis zur SVV einzureichen. Auf entsprechende Nachfrage Warmers spezifizierte sie: „Einnahmen, die zu erwarten sind und die Alternative, wenn die ausblieben“. Ihr Parteikollege Siepert sekundierte: „Möglichkeiten im Haushalt, was wegfallen könne“. Erinnern Sie sich an den Sozialausschuss, als Herr Hildebrandt (FDP) fragte, was er sich unter diesem Ruppertschen Passus vorstellen solle? Das wollte man damals im öffentlichen Teil nicht sagen, aber offensichtlich hat es im nicht-öffentlichen Teil auch niemand getan oder Herr Siepert war nicht informiert. Leider blieb eben dieser Herr Hildebrandt jetzt stumm, so dass wir es wohl niemals erfahren werden, denn auch auf der SVV wird es dann ja wohl bestenfalls im nicht-öffentlichen Teil erörtert.

Wo ich hier gerade Verdi sehe: Wo waren eigentlich seine Namensvetter?

Wenn Sie bis hierhin durchgehalten haben, werden Sie jetzt mit einem Zuckerl belohnt. Wenn Sie bis jetzt noch nicht wussten, was das Unwort des Jahres 2010 bedeutet, dann erklärt es Ihnen jetzt der Vorsitzende des Haupt- und Planungsausschusses und gibt dabei zugleich eine exemplarische Vorführung konsensualer Kommunalpolitik in Schwarzenbek. Zunächst einmal äußerte er Verständnis (was denn sonst?) für alle, die ihre Bedenken äußerten. „Wir stehen vor einer Frage“, hob er theatralisch an, nur um deutlich flacher fortzusetzen: „wo wir uns entscheiden müssen“. Drei Alternativen gäbe es, und nun passen Sie einmal auf, welche das sind:

  1. Sanieren. Ja, sicher, aber er, Herr Delfs, sei „mit Baufachleuten“ durch das Objekt gegangen und die hätten gesagt, „das kann man nicht erhalten.“  Der geneigte Zuhörer erkennt: Die Alternative ist gar keine.
  2. Umzug. Ja, das geht. Außerdem „müssen wir die 250.000 € ja nicht sofort bezahlen“. Sondern? Na ja, nicht sofort, jedenfalls. Nicht direkt nach dem Beschluss, meinte er vielleicht, sondern nach Baufortschritt, und wenn das nicht ein Argument ist, dann weiß ich auch nicht mehr.
  3. Ja, drittens, aber das wollen wir doch nicht einmal denken, denn drittens hieße ja, den Jugendtreff zu schließen. Nein, das kann ja keiner wollen. Will auch keiner, steht auch gar nicht zur Debatte, hat niemand vorgeschlagen, ist völlig aus der Luft gegriffen, pure Polemik oder reiner Unsinn. Auf jeden Fall keine Alternative.

Sehen Sie, das heißt alternativlos.

One Response to 3. Akt: La donna è mobile

  1. Blogfan Nr. 1 says:

    Wenn Egon Siepert nicht schnellstmöglich eine 180-Grad-Wendung vollführt und in Zukunft davon absieht, das allseits bereite Echo für HJ Delfs zu spielen, läuft er große Gefahr, seine Karriere als Kommunalpolitiker und 1. Stadtrat in den Sand zu setzen – die „Ernsthaftigkeit“, mit der er die CDU-Thesen stützt, ist so witzig wie bitter, disqualifiziert ihn aber als ernstzunehmenden Diskussionspartner.

    Ganz im Gegensatz zu Heike Wladow, die es geschickt versteht, unauffällig im Hintergrund zu agieren und in relativ kurzer Zeit im CDU-Ortsverein zu einer Machtfülle gekommen ist, die klar darauf hindeutet, dass sie eines Tages das Delfssche Imperium übernehmen wird. Das sollte Grund genug sein, dieser Frau in nächster Zukunft genau auf die Finger zu schauen – ein effektiver Fortschritt für Schwarzenbek darf jedenfalls bezweifelt werden.

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