Kriegt die FWS die Kurve?

Immer isoliert betrachtet?

„Wir haben ja nichts dagegen, dass Investoren sich eine goldene Nase verdienen, Eigentümer ihre Grundstücke veräußern, NeubürgerInnen sich ihren Traum vom Häuschen im Grünen verwirklichen“, machte Herr Rose, seines Zeichens Vorsitzender der FWS, zu Beginn deutlich. Auch sei man sich bewusst, dass es eine einfache Antwort nicht gebe, aber zwei Dinge trieben ihn und seine Mitstreiter besonders um: „Ist den Neubürgern tatsächlich bewusst, welchem Bahnlärm sie ausgesetzt sein werden?“ und „Darf man die ohnehin schon prekäre Verkehrssituation an der Einmündung der Bismarckstraße und vor allem in der eng geschnittenen Kurve zur Feldstraße hin noch verschärfen?“. Die FWS sähe durchaus noch andere Probleme, ist sich nicht einmal einig, ob überhaupt noch ein Neubaugebiet gebraucht würde. Immerhin stünden auch zahlreiche Einfamilienhäuser zum Verkauf, wobei das aber nicht heiße, dass die Neubauten nicht dennoch erfolgreich verkauft werden könnten.

Tatsächlich undurchdringlich?

Die Pläne für das Neubaugebiet „Brüggemannsche Koppel“ (B 25) würden immer recht isoliert betrachtet, die Karten zeigten regelmäßig nicht die Einbettung in das gesamte Stadtgebiet bzw. mindestens ein wenig über den Tellerrand hinaus. Inwieweit man die verkehrstechnische Anbindung verbessern könnte, wussten die Herren jedoch auch nicht zu sagen. Der Anschluss durch das Biotop hindurch an die B 404 sei dabei wohl ebenso illusorisch, wie eine Straße an der Bahnlinie entlang. Einzige Möglichkeit auf die Schnelle und finanziell auch überschaubar sei eine Einbahnstraßenlösung bei gleichzeitiger Öffnung der Pflasterstraße in Richtung zum  Neubaugebiet Wohnpark Sachsenwald. Dabei sei der FWS bewusst, dass die dortigen Anwohner davon ausgegangen waren, dass die Pflasterstraße eine Sackgasse bliebe. Auch die Tunnellösung der FDP durch die Feldstraße hindurch unter dem Bahndamm entlang fände die Unterstützung der Freien Wähler, wenn sie denn nicht so illusorisch wäre. „Das bekommt man nicht durch“, ist sich Schröder sicher, „dagegen sprechen schon zu viele sachliche Dinge“.  Auch wenn ein konkreter Antrag der Wählervereinigung bei dem Ortstermin, zu dem man mit dieser Mail eingeladen hatte, nicht erkennbar wurde, bezeichnete man einen solchen für den kommenden Haupt- und Planungsausschuss als wahrscheinlich. „Das kommt als Tischvorlage“, zeigte sich der Vorsitzende Rose überzeugt.

Wieviele Fahrradfahrer und Fußgänger müssen Sie sich hier noch dazu denken, bevor es zu eng wird?

Auch wenn eine Lösung nur schemenhaft sichtbar wurde, das eine Problem zeigte sich auch bei dem Pressetermin sehr deutlich: Die Bismarckstraße ist nicht nur relativ eng, sondern in der betreffenden Kurve auch sehr scharf und unübersichtlich geschnitten. Hier wird es immer wieder bereits ziemlich eng, wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen. Kommt dann noch ein Radfahrer hinzu, kann das schnell gefährlich werden, wovon sich die Pressevertreter selbst überzeugen konnten. Es verwundert nicht, dass fast alle Radfahrer, die in der guten halben Stunde diese Stelle passierten, auf die Fußwege auswichen. Das kann nicht im Sinne einer fürsorglichen Verkehrsplanung sein. Man möchte sich nicht vorstellen was passieren kann, wenn einmal alles unglücklich zusammenkommt, zumal in der Kurve nicht einmal ein Halteverbot gilt. Während der Bauphase dürfte das Ganze noch einmal gefährlicher werden. Gegen den Vorwurf, dass man recht spät mit diesen Überlegungen ankomme, verwahrten sich die Herren Rose, Heitmann und Schröder. Sicher sei richtig, dass das Vorhaben nicht mehr gestoppt werden könne, aber immerhin wäre es die FWS gewesen, die überhaupt erst entsprechend informiert und problematisiert habe. Man nehme sehr wohl für sich in Anspruch, die Anwohner frühzeitig informiert und angehört zu haben. Neu ist die Problematik wirklich nicht, wenn man sich zum Beispiel diesen Artikel vom 30. März in der BZ anschaut.

Hat sich bislang noch nie über Bahnlärm beschwert

Auch der Bahnlärm ist bereits seit Monaten ein Thema. Rechtlich sei der Planer auf der sicheren Seite, führte Rose aus, jedoch nützten solche Durchschnittswerte den Anwohnern wenig. „Wir wollen nicht, dass die Stadt hinterher sagt, nach DIN-Norm sei das alles zulässig. „Mag ja sein, dass dicke Mauern und schalldichte Fenster den Lärm abhalten, aber die Bewohner wollen schließlich auch einmal ihre Fenster öffnen oder gar im Garten sitzen“, sagt Rose. Er bezweifelt, dass die Käufer alle das Kleingedruckte lesen und verweist auf das Beispiel mit den Knickschutzstreifen im Lupuspark. Am Ende des Pressetermins bleibt auch ein wenig Ratlosigkeit. Problem erkannt, Gefahr nicht gebannt. Darf man gespannt sein, ob und wenn ja, zu welchen Anträgen es kommen wird? Oder möchte die FWS lediglich dokumentieren, vor den Problemen gewarnt zu haben? „Auch das“, räumte Rose ein. Man lasse sich jedoch nicht vorwerfen, nicht auch schon frühzeitig auch und gerade an den Bauamtsleiter herangetreten zu sein. Bleibt abzuwarten, ob man am Ende nun auch hier mit geballter Faust in der Hosentasche zustimmen wird. Zu wünschen wäre allerdings, dass man sich mindestens bezüglich der gefährlichen Kurve auf sichernde Maßnahmen besänne. Wo steht geschrieben, dass man nicht vom Amt verlangen könnte, eine Lösung zu finden, ohne dass man selbst eine in der Tasche hätte? Die FWS will hoffentlich nicht nur ihre Sorge protokolliert wissen. Gar nicht auszudenken, wenn etwas passierte und man Recht behielte, ohne das man aber über einen entsprechenden Antrag auch Abhilfe zu schaffen versucht hätte!

One Response to Kriegt die FWS die Kurve?

  1. Bekannnt says:

    Bei diesem Thema sieht man ganz deutlich, daß der Bauamtsleiter und der Bauausschuß keine Ahnung von der Materie haben, hier wollen sich nur Leute beweihräuchern, wie gut Sie sind.
    Ich bin mir sicher, daß bis heute keiner sich diesen Plan vor Ort angesehen hat, denn nur so kann man planen. Der Plan hinkt doch in allen Ecken und Kanten, warum wird keine Begehung gemacht,nein dazu muß man ja gehen und man muß den Stuhl verlassen, wer denkt eigentlich an die Kinder die dort wohnen und spielen, wie kommt der Rettungsdienst und die Feuerwehr im Notfall hin, es ist jetzt schon unerträglich wie in den Strassen geparkt wird, aber dieses ist den Verantwortlichen auch egal, es sind ja nicht meine Kinder oder Angehörige die dort wohnen,die Anwohner haben ja keine Ahnung mit denen kann es machen, der Einwand von der FWS kommt viel zu spät, denn ich bin mir fast sicher, daß dieses Projekt unter Dach und Fach ist, leider geht die Bevölkerung zu wenig auf die Barrikaden, dann könnte sich etwas ändern.
    Warum haben die Herren Rose und Heitmann so wenig Mut und machen mobil gegen diesen Plan, mehr Mut ist hier angebracht.

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