Im Großen und Ganzen nicht ganz dicht

Unbequem: E.Prinz

Einer der Bürger, dessen Fragen immer wieder als quälend empfunden werden, ist Eugen Prinz. Nun hat der nicht nur die Neigung, bei seinen Fragen mitunter auszuholen, auch kann man ihm einen gewissen Hang ins Dramatische nicht absprechen. Besonders irritierend, zumindest für den Bürgermeister, dürfte die Prinz’sche Hartnäckigkeit sein. So wurde aus Frank Ruppert in der letzten Einwohnerfragestunde ganz kurz ein Frank Ruppig, als er dem notorischen Prinz vorwarf, dessen Vorwurf würde auch durch die Wiederholung nicht richtiger. Denn erneut monierte der umtriebige Aktivist, dass sein Fragenkatalog vom 6. Mai 2010 noch immer nicht beantwortet sei und längst wirkt dieses stetige Mahnen wie das Ceterum censeo Catos d.Ä. Auf 30 Seiten will die Verwaltung längst geantwortet haben, was nun wieder Prinz empörte: Man könne doch nicht im Ernst meinen, dass das Wortprotokoll des Informationsabends plus die Kopie eines Schreibens des Gebäudemanagers die Antwort auf seine Fragen darstelle!? Aber das konnte man sehr wohl und so blieb die Frage offen, ob Prinz längst Erledigtes anmahnte.

Schreiben vom 30.04.2009

Der Vorgang schimmelt schon länger vor sich hin. Bereits im Frühjahr 2009, genau am 30. April 2009 schrieb die Firma Müller-Altvatter Gebäudemanagement GmbH einen zweiseitigen Brief an die Stadt, den Schulleiter und den Schulelternbeirat des Gymnasiums, nachdem bereits mehrere Wochen lang etliche Räume der Europaschule gesperrt waren. Begonnen hatte alles wohl mit einem Loch in einer Leichtbauwand, aus dem erstaunlicherweise auch Wasser bzw. Feuchtigkeit sickerte. Schnell kam man vom Kleinen ins Große und stellte Feuchteschäden in 5 Klassenräumen fest. Diese sollten durch das Unternehmen beseitigt werden, welches die Heizung eingebaut hatte. Als man in den Osterferien mit den Sanierungsarbeiten begann, stellte man schnell fest, dass „weitaus mehr Räume betroffen sind, als vorerst angenommen“. Zu diesem Zeitpunkt will man dann auch den partiellen Schimmelbefall entdeckt haben. Die Stellen wurden freigelegt, der Schimmel zunächst abgewaschen und die Räume „in Abstimmung mit der Schulleitung gesperrt“. Ein „Fachunternehmen“ wurde beauftragt, die Räume mit Wasserstoffperoxyd zu benebeln. Diese Methode wird angeblich „für die Gesundheit von Menschen als unbedenklich eingestuft“. Die dazu vorliegenden Datenblätter und Fachmeinungen behielt man offenbar für sich.

Die 13 prinzipalen Fragen

Neben diesem Schreiben erhielt der Wiederholungstäter Prinz im Dezember 2010 einen ebenfalls unkommentierten Auszug aus der Einwohnerfragestunde der Stadtverordnetenversammlung vom 6. Mai 2010. Diesen 15 Seiten soll nicht nur der verdiente und besorgte Bürger Prinz, sondern nach dem Wunsch des Bürgermeisters auch die Öffentlichkeit die aus seiner Sicht zufriedenstellenden Antworten auf die meisten Fragen entnehmen können. Abgesehen davon, dass es kaum akzeptabel erscheint, wie hier der Schulträger seine Fürsorge- und Informationspflichten delegiert, stellen diese 15 Seiten mithin die offizielle Stellungnahme der Stadt dar. Nehmen wir sie also beim Wort und schauen uns an, wie man mit einer ganz und gar nicht harmlosen Gesundheitsbedrohung insbesondere für Immungeschwächte und Allergiker umgeht: Man ergeht sich in Vermutungen, legt sich an keiner Stelle fest, verharmlost und verschleiert. Gerne widerspricht man sich auch selbst und/oder vertagt die Antworten auf den St.-Nimmerleins-Tag. Denn wenn der Bürgermeister die Nachfrage bzw. Erinnerung des Herrn Prinz vom 10. Juni 2011 noch immer mit den Antworten von vor einem Jahr abzuspeisen gedenkt, dann will man offensichtlich nicht antworten.

Um Ihnen nun nicht 15 Seiten Nebel zuzumuten, werde ich den Inhalt drastisch zusammenfassen und dabei deutlich überspitzen. Lesen Sie aber bitte selbst nach, ob ich dabei verzerrend übertreibe. Ich meine nicht, wenn ich die Aussagen wie folgt zusammenfasse:

  • Die betroffenen Räume befinden sich nur im Erdgeschoss, es sei denn, sie befänden sich woanders.
  • Müller-Altvatter geht als „Unabhängige“ von einem Materialfehler  bei den Fittings aus, bezeichnet das aber gleichzeitig als reine Spekulation.
  • Es handelt sich um das weltweit einzige geschlossene System mit einer Öffnung für die automatische Nachfüllung.
  • Es sind „vermutlich nicht viele Tausend Liter Wasser“ ausgetreten, sondern eventuell nur wenige Tausend Liter.
  • Das Heizsystem ist im Gegensatz zu den handelnden Personen „im Großen und Ganzen eigentlich dicht“.
  • Eine abschließende Einschätzung des Gesundheitsamtes liegt nicht vor, was daran liegen könnte, dass es gar nicht eingeschaltet wurde. Das können die Kollegen aber genauer sagen.
  • Nach der bisherigen Einschätzung ist von einer hohen Sporenbelastung nicht auszugehen, von einer niedrigen aber auch nicht.
  • Die Feuchtigkeit hat sich gezeigt durch Schimmel, oder war es anders herum? Ursächlich war jedenfalls eine Leckage und die wurde beseitigt.
  • Die Belastung für die Schüler/innen und Lehrer/innen hält sich in den Ferien in Grenzen, weil man nur dann saniert.

– Fortsetzung folgt –

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