Kein Fußbreit den Faschisten!

Büchen ruft auf!

Wenn man der Lauenburger Online Zeitung glauben darf – und ich habe keinen Grund, das nicht zu tun – dann ruft der Bürgermeister von Büchen und mit ihm seine Gemeinde dazu auf, am morgigen Sonnabend um 11:30 Uhr zum Büchener Marktplatz zu kommen, um „Präsenz gegen demokratiefeindliche Bündnisse und Aktionen“ zu zeigen. Die Gemeinde hat offenbar Kenntnis erhalten, dass eine „rechtsextremistische Gruppierung beabsichtigt, am kommenden Sonnabend, den 18. Juni, ab 11.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Bürgerplatz vor dem Bürgerhaus in Büchen zu veranstalten“. Nun ist also Einsatz gefragt, selbst wenn sich das Ganze hinterher als Luftblase erweisen sollte. Denn natürlich hat es das in der Vergangenheit schon öfter gegeben, dass sich Hunderte von engagierten Bürgerinnen und Bürgern aufmachten und am Ende waren gar keine oder nur ein paar versprengte Nazis da.

Wenn sogar das Amt das Richtige tut, sollten die Bürger/innen nicht hintanstehen!

Zwei Dinge sind dabei zu bedenken. Erstens ist es ja gar nicht verkehrt, wenn es nicht zu direkter Konfrontation kommt und am Ende die Polizei sich noch schützend vor diese radikalen Dummbeutel stellen muss. Außerdem ist ja auch gar nicht abzuschätzen, ob diese gefährlichen Blindgänger sich es angesichts solcher Aufrufe nicht anders überlegen und lieber in ihren Höhlen und unter ihren Steinen bleiben. Und zweitens ist jede Demonstration für Demokratie und gegen Rassismus und Hass wichtig und richtig. Wenn man schon nicht mehr zu den Wahlen geht, reicht es vielleicht noch zu diesem Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Schließlich gibt es die weder garantiert noch für umsonst. Insofern kann man sich dem Bürgermeister von Büchen, Herrn Uwe Möller nur anschließen, wenn er sagt: „Zusammen müssen wir löschen, bevor es richtig brennt.“

2 Responses to Kein Fußbreit den Faschisten!

  1. Arno Boldt says:

    Wehrhaft soll die Demokratie sein – wehrhafter als die Weimarer ist sie auch geworden. Einer angemeldeten Demonstration rechtsradikaler Kreise muss natürlich in ihrer potentiellen Strahlkraft entgegen gewirkt werden – keine Frage. Zumeist bietet sich dahingehend auch eine Gegendemonstration an. Nur sollte man dabei bedenken, dass selbst Nazis ein Recht auf Demonstration haben, solang sie keine verfassungsfeindlichen Aktionen dabei unternehmen. Ich bekomme regelmäßig das Kotzen, wenn linke Gruppierungen meinen, sie müssten nicht nur dagegen demonstrieren, sondern erst recht die Demo der Rechten verhindern.

    Denn das ist keine Verteidigung der Demokratie. Das ist das genaue Gegenteil davon.

    • Matthias Borchelt says:

      Man muss verdammt aufpassen, da gebe ich dir unumwunden recht, dass man nicht in diese Falle tappt. „Wir“ sind doch die Guten, „die da“ die Bösen und daher auch kein Problem, wenn die ihre Meinung erst gar nicht mehr sagen dürfen. Völlig klar, dann wird man selbst zum Gegner der Demokratie. Es ist nun einmal so: Die Demokratie schützt auch ihre Feinde. Ich hoffte, dass in meinem Eintrag deutlich wurde, dass die Polizei das Demonstrationsrecht auch der Nazis schützen muss. Oft genug wird sie ja dafür kritisiert und das ist meine Sache nicht! Ja, natürlich müssen auch Ultrarechte demonstrieren dürfen. Was nur leider auch immer wieder vorkommt, ist dass die Polizei deren Demos schützt, obwohl dort verbotene Fahnen, Abzeichen und Grüße zu sehen sind. Das würde ich zu gerne einmal erleben, dass eine linke Demo geschützt würde, obwohl darin verbotenes Tun zu entdecken ist. Nein, will ich nicht. Das andere aber auch nicht.

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