„Augen zu und durch“?

Bald Geschichte, so oder so

Kiefaber und kein Ende. Das Thema Innenstadtgestaltung ist in Schwarzenbek auch ohne den nunmehr seit zwei Jahren gärenden Verkauf der Gebäude am Markt 6 und 8 eine unendliche Geschichte. Man darf gar nicht darüber nachdenken, wie viele Planungen hier schon erstellt, bezahlt und wieder verworfen wurden. Die jüngste Farce um den Verkauf an den Investor Kiefaber begann, als CDU und FWS zwar nicht gemeinsam, aber vom Ergebnis her ziemlich gleichlautend den Abriss der alten Gebäude favorisierten, die man zuvor für teures Geld wieder erstanden hatte. Über den Kaufpreis, den die Stadt bezahlt hatte, kursierten die unterschiedlichsten Zahlen und die Frage des Blogbetreibers nach der konkreten Zahl wurde vom damals angeblich zuständigen Herrn Thiede mehrfach vertröstet. Offenbar darf sich jeder einen Preis ausdenken. Die Untergrenze der Kaufsumme liegt nach letzter Recherche des Blogs bei 1.500.000 DM und damit mindestens beim Doppelten des zuletzt kolportierten Angebotes des Herrn Kiefaber.

Dieser Abriss rief nun den Bürgerverein auf den Plan und mit bis dato unbekannter revolutionärer Energie und entsprechendem Facklzug gelang es, selbst einen so unerschrockenen Kämpfer wie Herrn Delfs von der CDU zu beeindrucken. Die hatte sich kurz zuvor noch mit einer Online-Umfrage durchzusetzen versucht, die eine ebenso eindeutige, wie äußerst fragwürdige Mehrheit für den Abriss ergeben hatte. Die gleichzeitige Abstimmung mit den Füßen und die Volksmeinungszählung der Bergedorfer Zeitung nach klassischem Muster mit gegenläufigem Ergebnis verfehlten ihre Wirkung nicht. Als dann auch noch die SPD einen Investor aus dem Hut zauberte, der seine hochfliegenden Pläne auf das Innere der Gebäude beschränkte, sah die CDU offenbar keinen Ausweg mehr. Ebenso rasch wie nicht überzeugend wechselten  die Christdemokraten ihre Überzeugung und kämpften nun wieder gemeinsam mit der SPD für den Verkauf an Kiefaber. Die FWS um Herrn Schröder blieb als letzter Mohikaner bei ihrer grundsätzlich geäußerten Überzeugung, grummelte aber nur mehr leise, denn die Mehrheit war nun deutlich für den Verkauf. Deutlich? Der Blog wird das Possenspiel nicht so schnell vergessen, als zum Beispiel der schwarze Vorturner einmal versehentlich an falscher Stelle die Hand hob und seine Lemminge brav folgten. Eilig wurde der Fehler in anschließender Neuauszählung behoben. Noch schöner konnte man sich die nicht öffentlichen Szenen vorstellen, als vier konservative Kaninchen fluchtartig den Abstimmungssaal verließen, weil die Schlange Schröder ‚Buh‘ gemacht hatte und ihr eigener Beschwörer Delfs unpässlich war. Hier musste man nun auf die nächste Sitzung warten, aber selbstverständlich wurde auch hier abgestimmt, bis das Ergebnis passte.

Mag nicht mehr: Heinz-Werner Rose

Die FWS hat nun anscheinend die Nase voll. In ihrer jüngsten Presseerklärung stellt sie ihren Antrag auf Einstellung der Vertragsverhandlungen vor. Die „Hoffnung, dass schlussendlich doch etwas Positives für unsere Stadt dabei heraus kommen werde“ hat sich offenbar verflüchtigt. Nicht nur die FWS rätselt, ob „überhaupt noch ein Vertragsabschluß angestrebt“ wird, oder ob „ein oder beide Vertragspartner kalte Füße bekommen haben“. Angesichts der jüngsten Entwicklungen könnte das durchaus sein. Die FWS zitiert zutreffend, dass „mittlerweile der Holzbock im Gebälk eines der Gebäude gesichtet“ und „das andere Gebäude gar plötzlich abgerissen werden“ muss.   Trotz dieser „fundamentalen Lageänderung“ höre man nichts von Rot-Schwarz, außer dass nach wie vor der Verkauf angestrebt werde. „Augen zu und durch?“, fragt der Vorsitzende und resümiert:

„Aus Sicht der FWS ist die Geschäftsgrundlage entfallen. Die Verhandlungen sind zu beenden.“

Und so lautet dann auch der Antrag für die Stadtverordnetenversammlung am 10. Juni 2011. Bleibt abzuwarten, wie sich die SPD und der aus Sicht der Sozialdemokraten einzig verlässliche Partner dazu stellen werden. Vielleicht ist ja auch wieder jemand im Krankenhaus oder läuft vor der Verantwortung davon und dann käme es tatsächlich zum Aus? Kaum vorzustellen, denn dann müsste man noch vor der Sommerpause eine Sondersitzung einberufen, um erneut abzustimmen und den Running Gag der bevorstehendsten Vertragsunterzeichnung aller Zeiten fortzusetzen. Letztere Formulierung hier aus dem Blog hat der FWS so gut gefallen, dass sie diese zitiert. Nicht ohne Quellenangabe wie gerade en vogue, aber doch nur mit einem verschämten Hinweis auf einen „in Schwarzenbek erscheinenden Internet-Blog“. Nur Mut, meine Herren, jeder weiß wer gemeint ist und wenn selbst der Bürgermeister bisweilen im Blog blättert, dann dürfen Sie das auch. Stellen Sie sich nur mal vor, ich präsentierte Ihre Pressemitteilung als die einer in Schwarzenbek ansässigen Wählergemeinschaft.

One Response to „Augen zu und durch“?

  1. Bekannnt says:

    Diese Posse kann man auch vergleichen mit dem Kaspertheater von früher, wo das Krokodil immer wieder versucht, sein Ziel zu erreichen, was aber nicht gelingt. Die Posse ist wirklich nicht mehr zum Lachen. Keiner weiß wo es lang geht, der Stadtjugendring ist fertig mit den Nerven, dem Stadtjugendpfleger geht es auch nicht besser. Und der sehr geehrte Herr Thiede hat sich verabschiedet und nun müßen wir die Karre aus dem Dreck ziehen.
    Wer will dieses Projekt noch haben? Die Stadt macht keinen Finger krumm, warum auch?
    Herr Ruppert, wann sprechen Sie mal ein Machtwort, oder trauen Sie sich nicht?

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