Interview-Reihe zur Marketing GmbH

Die beiden lokalen Tageszeitungen sehen vermutlich keine offenen Fragen mehr, obwohl in der Stadtverordnetenversammlung vom 13. Mai nicht nur keine einzige beantwortet, sondern auch noch neue Fragen abgewürgt wurden. Jedenfalls erschien nach diesem Freitag dem 13. weder in der Bergedorfer Zeitung, noch in den Lübecker Nachrichten ein entsprechender Artikel. Die Bergedorfer erwähnte zwar den Eklat in der Einwohnerfragestunde, recherchierte von sich aus jedoch nicht weiter. Anders die Anzeigenblätter und das ist schon ein wenig traurig, wenn Werbeblätter, deren ursprüngliche Aufgabe ist, Annoncen zu verbreiten und denen im Grunde nur pro forma lokale Nachrichten beigepackt werden, einen kritischeren und aufgeweckteren Journalismus aufweisen. Jedenfalls räumt das Gelbe Blatt neben der Kritik am Fragesteller auch den Berichten über die offenen Fragen und den Mundtotmacher Beckmann breiten Raum ein. Und auch der heute erscheinende Sonntags-Kurier beschäftigt sich noch einmal mit dem Thema. Mag nach der Meinung der Hauptdarsteller der Vorhang am 13. Mai auch gefallen sein, die Fragen sind allemal offen.

Vereinbarte adhoc einen Interview-Termin

Daher beschloss ich, eine Interview-Serie zu starten und dem Bürgermeister sowie den 5 Fraktionen Gelegenheit zu geben, die offenen Fragen zu beantworten. Für diesen Zweck wertete ich die von mir im Laufe der letzten Wochen mündlich oder schriftlich gestellten Fragen aus, zu denen bislang  keine Antwort erging. Das waren leider alle. Nun entkleidete ich diese Fragen von allen „Fast-Beleidigungen oder Quasi-Unterstellung von Straftaten“ (Gelbes Blatt) und hatte derart einen kleinen Katalog von 10 Fragen, welche ich – quasi der Tradition des Gelben Blattes folgend – den Fraktionsvorsitzenden schriftlich vorlegte. Jene, denen ich die Bereitschaft dazu auch im Rahmen eines Interviews zutraute, bat ich um ein solches. Zu meiner nicht geringen Überraschung meldete der Bürgermeister sich unmittelbar und lud mich für kommenden Freitag ein, um Rede und Antwort zu stehen. Mit Herrn Schröder von der FWS bin ich für morgen zu einem Telefonat verabredet und Herr Stolze von der FDP versprach, sich bei mir nach Lektüre der Fragen wegen eines Termines zu melden. Von den Fraktionsvorsitzenden der SPD und der CDU habe ich noch keine Rückmeldung erhalten. Bei den Grünen mailte ich den zweiten Mann an, da der Fraktionsvorsitzende weder Gesellschafter, noch Aufsichtsrat der Stadtwerke war. Wir werden sehen, wie ernst die das mit der Transparenz nehmen.

Auch sofort bereit, terminlich aber erst etwas später verfügbar

Nun drängte sich die Frage auf, wie ich das überhaupt technisch bewältigen sollte? Aus den Einwohnerfragestunden wusste ich bereits, dass man nicht konzentriert Fragen stellen und auf die Antworten reagieren kann, wenn man sich gleichzeitig Notizen machen muss. Es half alles nichts, ich musste mir entsprechendes Equipment zulegen, um die Gespräche aufzeichnen und anschließend auswerten zu können. Gedacht, getan, die gute Mutter Amazon (oh je, Schleichwerbung!) lieferte von einem Tag auf den anderen. Nun galt es, das Spielzeug auszuprobieren und zwar möglichst in einem praxisnahen Test. Was lag näher, als die Stadtverordnete zu interviewen, die zufällig in meinem Hause lebt und sich zudem in der Abstimmung über die Marketing GmbH der Stimme enthalten hatte? Die wollte aber nicht, denn sie war keineswegs von meinen Auftritten in den Einwohnerfragestunden angetan und ist auch keine Freundin des blackbekblog. Sie geht in ihrer Kritik zwar nicht soweit, wie die Herren Moldenhauer („Müll“) oder Beckmann („Schwarzer Kanal“), geheuer ist ihr der Blog aber dennoch nicht. Außerdem erwartete sie wohl bei den Fragestellungen ähnliche Tiraden wie bislang. Schließlich willigte sie ein, nur um die Gerätschaften zu testen. Wie bei den anderen Eingeladenen versicherte ich natürlich auch ihr, dass sie das Interview hinterher lesen und redigieren könne. Anders als bei den anderen kannte sie die Fragen jedoch nicht vorher und hatte auch keine Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten.

Noch etwas zögerlich, will sich aber melden

Natürlich spricht sie nur für sich selbst, nicht im Namen ihrer Fraktion und auch nicht für die SPD. Sie ist weder Gesellschafterin, noch Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke. Sie ist in die Reihe der Befragten nur geraten, weil sie politisch gesehen das Pech hat, Tisch und Bett mit mir zu teilen. Sie stellte sich den Fragen – und das interpretiere ich jetzt an dieser Stelle, weil ich die Interviews selbst natürlich nicht kommentieren werde – weil sie offenbar weder ein Problem damit hat, zu ihren Überzeugungen, noch zu ihrer gelegentlichen Unkenntnis zu stehen. Denn so recht informiert wurden die Stadtverordneten offenbar nicht. Nun hat sie aber vielleicht auch ein geringeres Problem damit, diese Uninformiertheit auch einzuräumen, weil sie sich aus diesem Grund auch enthalten hat. Wie informiert die anderen zum Zeitpunkt der Abstimmung waren, werden wir nie mehr erfahren. Aber vielleicht wird die Zeit jetzt genutzt, um etwaige Lücken noch zu füllen und dann erfahren die Leserinnen und Leser wenigstens mit Verspätung, worum es eigentlich geht.

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