Abi-Ferien

Man schließt eine ganze Schule, um in zwei oder drei Räumen zu prüfen!?

Die Lübecker Nachrichten machen heute mit einem Streit um Extra-Ferien für die Gymnasiasten auf, wobei sie sich auf die schulfreien Tage für die anderen Schülerinnen und Schüler bezieht, die nicht geprüft werden. Tatsächlich ist es mehr als fragwürdig und nicht einzusehen, dass rund 90 % der Schüler schulfrei haben, wenn 10 % geprüft werden. Selbstverständlich ist man an einem ruhigen Ablauf interessiert, aber der ließe sich auch anders organisieren. Kritik kam in diesem Jahr nun verstärkt auf, weil man überwiegend offenbar gleich 3 Tage freigab, um dank Himmelfahrt und einem beweglichen Ferientag am Freitag eine ganze Woche frei zu haben. „Ungewohnt großzügig“ nennt die Vorsitzende des Landeselternbeirates das und bleibt damit wie gewohnt in der Rolle der zahnlosen Tigerin. Denn natürlich ist das ein Unding und entbehrt jeglicher Grundlage. Wer hätte je gehört, dass Universitäten geräumt würden, wenn ein paar Prozent der Kommilitonen in Staatsexamen schwitzen? Und gerade wenn man sich eine Schule wie das Gymnasium in Schwarzenbek ansieht, böte das ohne Probleme die räumlichen und baulichen Voraussetzungen für einen ungestörten Prüfungsverlauf. Das würde aber bedeuten, man wäre vorrangig daran interessiert.

Leistungskurve

Nun weiß ich nicht, wie das heute ist, aber noch vor vier Jahren beklagte der Elternbeirat, dass die mündlichen Prüfungen am ersten Prüfungstag von morgens früh um 8 Uhr bis weit in den frühen Abend hineingingen, nur um am 2. Prüfungstag bereits mittags zu enden. Einige Schüler mussten auch mehrfach ran, aber nicht nur für die waren Prüfungen im Leistungsknick nicht gerade vorteilhaft. Bei der Schulleitung stießen wir damals nicht nur auf Unverständnis, sondern auch auf die übliche Empörung, weil man sich erneut in organisatorische Dinge einmischte. Außerdem würden die Lehrer/innen am zweiten Tag nicht etwa mittags Feierabend machen, sondern anschließend konferieren. Ich fürchte, das war nur eine Schutzbehauptung, denn was für eine Konferenz sollte das denn gewesen sein? Schaut man nun aber auf den Kalender des Gymnasiums, stellt man fest, dass Schwarzenbek offenbar nicht zu den „meisten der 100 Gymnasien“ gehört, die bereits nächste Woche prüfen. Hier hat man offenbar nicht drei Tage, sondern nur die üblichen 2 eingeplant, und das erst in der darauf folgenden Woche am Dienstag und Mittwoch. Insofern können alle Lehrerinnen und Lehrer zwar ein langes (Donnerstag bis Sonntag), aber keine/r der Kolleg/innen ein überlanges genießen. Warum es allerdings sinnvoll sein soll, wenn man schon dem Rest freigibt, die Woche derart zu zerstückeln, will mir auch nicht in den Sinn. Wenn ich darüber nachdenke, wieviel Missgunst damals im Kollegium herrschte, dann gönnt man vielleicht auch heute noch den Kollegen keinen freien Tag, wenn man selbst ran muss. Jedenfalls wird es die Stimmung nicht gerade befördern, wenn man eine der wenigen Ausnahmen ist.

Eine gute Nachricht für die Schule hörte man auf dem letzten Sozial- und Kulturausschuss. Die Stelle des Schulleiters wird jetzt ausgeschrieben, zum übernächsten Schuljahr wird der Posten neu besetzt. Möge der Wahlausschuss dann ein glückliches Händchen haben, damit aus der Abermillioneninvestition am Ende vielleicht doch noch etwas wird.

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