Wer schreit, hat Unrecht

Wenn man so mit der Kirche umspringt, muss man sich über die "Rache des Papstes" nicht wundern?

Wie oft ich mich über diesen dummen Satz schon aufregte, kann ich nicht mehr zählen. Man darf offenbar in ruhigem Ton die schlimmsten Dinge sagen, nur aufregen darf man sich nicht. Immer ganz ruhig bleiben, dann bleibt nämlich auch alles ganz unbemerkt. Wie bringt man aber die Presse dazu, über einen Missstand zu berichten? Wie oft muss ein Bürgervorsteher gegen die Gemeindeordnung verstoßen, damit die Journalisten begreifen, dass sie es nicht unkommentiert lassen sollten, wenn das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf Fragen in der Einwohnerfragestunde grob missachtet wird? Seit Jahren werde nicht nur aber immer wieder ich in eben dieser Fragestunde missachtet. Und dabei war das keineswegs von Beginn an so, dass ich scharf formulierte oder gar in diesem Blog schrieb. Es verhält sich auch nicht so, dass mir etwa aus dem Wald entgegen schallte, was ich dort hineinrief. Ich habe lediglich Fragen gestellt. Die aber wurden fast ausschließlich nicht beantwortet, weswegen gelegentlich mein Ton schärfer wurde, das gebe ich gerne zu. Und seit ein paar Monaten ist es so, dass ich kaum noch meine Fragen stellen kann, sondern immer wieder unterbrochen werde. Antworten gibt es sowieso keine. Und zuletzt wurde mir eben auch noch das Wort entzogen. Nun darf ich noch nicht einmal mehr die Fragen stellen. Das war schon im März so peinlich, dass wenigstens das örtliche Anzeigenblatt erwähnte, dass man nun aber auf die Antworten am 13. Mai gespannt wäre. Gab es Antworten? Was für eine Frage!

"Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."

Und wurde wenigstens darüber berichtet? Begreifen Journalisten, dass man nicht die Meinungen teilen muss, um doch dafür zu kämpfen, dass sie wenigstens gesagt werden dürfen, werden müssen? Was erwartet die Presse eigentlich, dass man unternehmen solle, wenn sie morgen verboten würde? Glauben Sie im Ernst, Herr Jürgensen, ich sollte dafür eintreten, dass Sie Ihren Beruf ausüben dürfen? Vermutlich sind Sie der Meinung, dass Sie nicht auf mich angewiesen sind und da haben Sie auch recht. Aber denken Sie an Pastor Niemöller und überlegen Sie sich beim nächsten Mal, ob Sie wirklich erst reagieren sollten, wenn es gilt, auf den Querulanten einzuschlagen. Nun wird es aber Zeit, den Leser/innen zu sagen, warum ich Ihnen zürne. Nun, es ist der heutige Artikel in der Bergedorfer Zeitung, der sich zwar endlich mit den Vorgängen in der Einwohnerfragestunde beschäftigt, jedoch in einer Art, die falscher und tendenziöser kaum sein könnte. Nun will ich mich nicht beschweren, dass auch an mir Kritik geübt wird oder dass die Sprache dieses Blogs als unangemessen oder sogar beleidigend empfunden werden kann. Letztendlich musste ich ja offenbar derart aufdrehen, dass überhaupt berichtet wird. Aber beklagen möchte ich, welche Schieflage hier gezeichnet wird.

Lesen Sie gelegentlich mal nach!

So entzog Herr Beckmann mir nicht „nach einigen Fragen“ das Wort, sondern nach einer Frage. Und er tat das auch nicht mit Verweis auf die „noch folgende Erklärung des Bürgermeisters“, sondern mit Verweis auf den Tagesordnungspunkt. Darin sehe ich einen Verstoß gegen die Gemeindeordnung. Ganz abgesehen davon ist ein Verweis auf eine noch folgende Erklärung lediglich anstelle einer Antwort denkbar. Bereits eine Frage abzuwürgen, ist jedoch ein Unding und stellt wie gesagt, nicht nur die Gemeindeordnung auf den Kopf, sondern bricht grundgesetzliche Rechte, spricht mir meine Bürgerrechte, wenn nicht sogar Menschenrechte ab. Soviel zur Ursache des Anstoßes, jetzt zur Wirkung. Herr Jürgensen macht sich nun erkennbar darüber lustig, dass sich „der großgewachsene Mittvierziger“ von Herrn Beckmann eingeschüchtert fühlt und fügt in Klammern folgende Bemerkung hinzu: „(Anmerkung der Redaktion: Karsten Beckmann wird am 31. Mai 70 Jahre alt.)“ Was will er damit sagen? Soll der großgewachsene Mittvierziger den armen Greis notfalls körperlich überwältigen? Darf sich ein großgewachsener Mensch grundsätzlich nicht eingeschüchtert fühlen? Auch dann nicht, wenn es dem Bürgervorsteher gefällt, ihn aus der Einwohnerschaft auszusondern und ganz grundsätzlich dessen Recht anzuzweifeln, in der Fragestunde auch Fragen zu stellen? Darf „der Ehemann der SPD-Abgeordneten“, worauf Herr Jürgensen natürlich auch hinweist, nicht fürchten, dass hier eine Art Sippenhaft zum Zuge kommt, wenn Herr Beckmann z.B. eine Frage dahingehend kommentiert, der Frager kenne die Antwort doch bereits? Wird hier nicht ganz klar unterstellt, die „SPD-Abgeordnete“ gebe vertrauliche Informationen weiter?

Tun Sie sich den Gefallen und gehen am 10. Juni hin und bilden sich eine eigene Meinung!

Am Ende des Artikels lässt er die Katze aus dem Sack: Wer eine so große Klappe in seinem Blog riskiere und dem armen, alten Bürgervorsteher nicht nur Dilettantismus, sondern bereits Delirium andichte und dann auch noch Sätze wie diesen schreibe: „Teilweise brabbelt er nur noch unverständliche Worte ins Mikrofon“, der brauche sich nicht zu wundern, wenn er keine Antworten erhält und eingeschüchtert dürfe der sich schon gar nicht fühlen. Gut, das letzte schrieb der furchtlose Redakteur nicht, aber er lässt das Ende offen und alleine die Erwähnung und diese Auswahl tut ihren Dienst. Ja, das Delirium und das Gebrabbel sind harter Tobak, keine Frage (wobei ich Wert auf die Feststellung lege, dass es um die Amtsversehung durch Herrn Beckmann geht. Abgesehen von seiner Amtsführung beschrieb ich Herrn Beckmann stets als freundlichen, sogar charmanten Gentleman alter Schule). Aber nach der Logik des Herrn Jürgensen wäre ich sogar entschuldigt. Denn zuerst kam das Huhn und dann das Ei. Zunächst führte sich der Bürgervorsteher auf wie ein Vorsitzender des Zentralkomitees der Einheitsparteien Schwarzenbeks (erstaunlicherweise hatten ja sogar hünenhaft gewachsene Mittzwanziger Angst vor dem Greis Honecker) und führte mich in der Fragestunde vor, um mich anschließend auch noch zu diskriminieren und danach beschrieb ich tatsächlich schonungslos die Tatsachen. Das kann man so vorsichtig tun, wie die Lübecker Nachrichten („Der Bürgervorsteher war sichtlich überfordert“), man könnte aber auch Kommentare aus den Zuschauerreihen zitieren: „Warum findet heute eine Sitzung statt, obwohl der Pfleger des Bürgervorstehers fehlt“. Ich will mir aber diese furchtbare Logik  gar nicht zu eigen machen, sondern plädiere dafür, dass Herr Jürgensen einfach alles wertfrei beschreibt, wo er beschreibt und nicht etwa kommentiert!

Er tut nämlich so, als wäre der Verweis auf die Erklärung des Bürgermeisters ein folgerichtiger Verweis. Es wird der Eindruck erweckt, als nerve Borchelt in der Fragestunde mit Fragen, die entweder schon geklärt wurden oder aber doch jetzt und gleich ohnehin geklärt werden, als wäre Borchelt nur ein unverbesserlicher Selbstdarsteller (und natürlich Rentnerbasher). Dass der Bürgermeister aber keine einzige der Fragen auch nur ansatzweise beantwortet, wird nirgendwo erwähnt. Dass die Erklärung des Bürgermeisters ausschließlich aus einer Erläuterung des Umstandes besteht, warum er eine Erklärung abgeben müsse und dann aber an der Stelle abbricht, an der die Erklärung einsetzen müsste, das beschreibt Herr Jürgensen nicht. Dass hier in Schwarzenbek die Rechte der Stadtvertretung ausgehebelt werden, die Stadtvertreter durch eigenmächtiges Gründen von Gesellschaften zu pflichtwidrigem Verhalten und dann zwangsläufig zum nachträglichen Absegnen einer Firma getrieben wird, die mit Wassergebühren (!) China-Kontakte pflegen hilft, das alles war dem eifrigen Zeitungsmann noch nicht eine einzige Zeile wert. Vielleicht sehe ich das ja auch alles falsch? Aber wenn dann auch noch die Fragen zu solch merkwürdigem Gebaren einfach abgewürgt werden, dann sollte das einen Journalisten nicht nur dazu verführen, die vermeintlich rohe Gesinnung des Fragestellers zu hinterfragen. Ich muss mich schon sehr zusammenreißen, um nicht wieder zu unhaltbaren Vergleichen zu kommen. Ich kann nur abschließend feststellen, dass die freie Meinungsäußerung nichts wert ist, wenn sie a) so einfach aberkannt werden kann und b) auf Fragen gar nicht mehr reagiert werden muss. Dann kann sie auch gleich beerdigt werden und mit Herrn Beckmann hätten wir auch den passenden Totengräber. Los, Herr Jürgensen, das können Sie jetzt wieder schreiben!

Foto: Rache des Papstes – Author: Aquarius-BRE- This file is licensed under the Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported.

16 Responses to Wer schreit, hat Unrecht

  1. von Interesse says:

    Kennen Sie den?:

    Es reicht nicht nur aus sich keine Gedanken zu machen, nein,
    man muss auch noch unfähig sein, diese auszudrücken.

    Dann kann ich Stadtverordneter in Schwarzenbek werden. Yippie.

    Ich glaube dieser Kommentar passt zu allem was die Stadtverordneten, unser lieber Herr Beckmann (auf den trifft`s im besonderen zu), die Verwaltung im allgemeinen und unser Bürgermeister im besonderen so treiben und (nicht-) sagen. Ich hatte bisher immer ein paar Favoriten, die für mich Gut-Menschen waren, ich betone: WAREN.

    Inzwischen sind nicht nur die Schwarzen und die Roten verfilzt, inzwischen traue ich auch der FWS nicht mehr. Und das Ganze scheint ja auch noch sehr lustig zu sein: http://www.geesthachter-anzeiger.de/fileadmin/user_upload/anzeigenblaetter/downloads/sa/2011/sa_2011_20kw.pdf

    • Matthias Borchelt says:

      Ich denke, die sind auch deswegen auf mich nicht gut zu sprechen, weil ich das alles nicht so lustig finde. Aber auf welchen Artikel im Anzeiger heben Sie ab? Der Link geht zum ganzen Blatt.

      • von Interesse says:

        Ich finde das ganze Possenspiel hier in Schwarzenbek so traurig, das ich nur noch lachen kann (nach dem Motto: nach fest kommt lose) über die ganzen Schlafmützen die wir da haben. Ich kann Sie gut verstehen Herr Borchelt das Sie sich veralbert fühlen.

        Der Link sollte auf Seite 7 des Schwarzenbeker Anzeigers führen. Da ist ein Foto von Herrn Kranacher wie er lacht und strahlt.

        Aber was will man von Herrn Jürgensen erwarten? Ich muß mal eine Lanze für ihn brechen: Von wem bekommt er seine Info`s aus erster Hand: von Ruppert/Beckmann und Konsorten oder von M.B.? Also Glatze und ab in den 12 Finger… Ist doch irgendwie logo, das es so läuft. Das das nichts mit überparteilichkeit (siehe Geerken von LN), geschweige denn mit professionellem, kritischen und hinterfragenden Journalismus zu tun ist den hiesigen Lesen allen klar.

        In der jüngsten Vergangenheit konnten wir es doch quasi live miterleben: da werden Fragen gestellt, nicht beantwortet und einige Tage später kann man dann eine tolle Stellungnahme unseres BM lesen.

        Anmerkung: schon aufgefallen? Der Anzug des BM ist weiterhin nur schwarz (hat der nur einen, soll schwarz groß machen??) aber die Krawatten enthalten immer irgendwie etwas grünes… zzzzzz wer`s glaubt und darauf reinfällt…

        Sie haben so durchdachte und qualifizierte Fragen bei den Bürgerfragestunden, da wäre es doch mal ein Trick, dass nicht Sie selber die Fragen stellen, sondern jemand anderes. Sie sollten aber dabei sein, um ggfs. „eingreifen“ zu können.

        Beste Grüße

    • Blogfan Nr. 1 says:

      @von Interesse

      Eine etwas einseitige Sicht, das Bild ohne den dazugehörigen Text zu bewerten, finden Sie nicht?

      Ich gebe zu, dass ich zunächst schwer enttäuscht war, dass die FWS-Fraktion ihr angekündigtes Abwahlprogramm nicht durchgezogen hat. Aber wenn man einige unvorhergesehene Faktoren wie z. B. die Abwesenheit von zwei Stadtverordneten hinzurechnet, bekommt das Ganze schon einen Sinn…

      • Matthias Borchelt says:

        Beim nächsten Mal sitze ich vielleicht schon nicht mehr auf der Zuschauertribüne, sondern am Pressetisch. Vielleicht findet man aber auch einen Weg, mir das zu verwehren. Warten wir es ab. Dann würde ich aber keine Einwohnerfragen mehr stellen, denn das wäre dann doch etwas albern. Allerdings könnte ich ja eine Rubrik vorstellbarer Einwohnerfragen einrichten, aus der man sich bedinen könnte. 😉

        Was den Spaß angeht, so hat Herr Kranacher sicher nicht die ganze Zeit gelacht. Aber so wie die meisten, bzw. eigentlich immer fast alle, hat auch er nichts gesagt. Aber nun sind die beiden BUBen ganz neu in der FWS und können da noch nicht das große Wort führen, das muss man schon verstehen.

      • von Interesse says:

        @ Blogfan Nr. 1
        Nicht vergessen: das Ganze hier ist nicht immer ganz ernst gemeint, aber in allem steckt ein Stück Wahrheit. So denke ich jedenfalls. Es fällt auf, das – wenn Herr Kranacher abgebildet ist – er immer lacht und sehr vergnügt ist. Das mag ja sein Naturell sein, läßt für mich aber auf rel. wenig Demut und notwendige Ernsthaftigkeit schließen, ohne ihm Unrecht tun zu wollen.

        Das immer mal wieder Abgeordnete fehlen ist doch nichts Neues. Seit wann geht denn auch die FWS auf Kuschelkurs, wie sonst die Schwarzen und die Toten ähh Roten? Machen das in Kiel, Hannover, München, Berlin usw. die Parlamente genauso? Normalerweise nimmt man das doch als Chance! Auch wenn vielleicht bald wieder neu gewählt werden müßte. Egal! Und dann noch am Vorabend alles untereinander zu „bemauschscheln“ finde ich schon sehr grotesk. man scheint ja auch in der FWS nicht ganz einig zu sein, sonst wäre doch Herr Böttel nicht gegangen, er war ja nicht informiert über das Donnerstags-Fraktionsvorsitzende-Gespräch-mit-BM. das ist nicht egal! So bleibt die Demokratie auf der Strecke. Schlimm schlimm. Das ist das, was mich am meisten an der letzten StVV erschrocken hat, dass unsere Demokratie, der Bürgerwille mit Füssen getreten wird und nur noch Mauscheleien stattfinden. Und genauso erschreckend wie enttäuschend ist für mich, das nicht nur CDU/SPD/Verwaltung mauscheln, sondern nun auch die FWS vorne mit dabei ist.

        Ich hoffe, dass hier in Schwarzenbek noch irgendjemand auf den Plan kommt, den man beim nächsten mal wählen kann. Ob`die BUB ist? Oder noch etwas Neues? FDP ist nicht wählbar, die Grünen auch nicht, da ist Herr Ruppert Mitglied (auch hier in der Ortspartei?). Mal sehen was da noch kommt.

        Ich gebe hier nur das wieder, was ich persönlich empfinde und wahrnehme. Und da frage ich mich auch ganz ehrlich, warum sind Frau Jennrich und Herr Kranacher eigentlich nicht gleich zur FWS gewechselt nach ihrem CDU-Austritt (den ich übrigens sehr begrüßt habe!!).

        Es drängen sich soviele Fragen auf, die in mir hochkommen, aber nach den Erfahrungen der StVV`s traut sich doch KEINER etwas zu sagen, zu fragen oder mal Antworten zu geben. Da kann man doch nehmen wen man will. Es gibt 4 Zampanos (Delfs, Siepert, Francke, Schröder), dann vielleicht noch 2-3 die mal leise etwas husten, Frau H.-B. die als einzige Mumm hat mal gegen ihre eigene Fraktion zu stimmen und der Rest? Der Rest ist doch nur da um die Bänke zu füllen und zu nicken, was der Franktionschef sagt. Ist das noch so blöd wird trotzdem genickt. Ha Ha.

        Schönen tach noch…

  2. Tom Sacks says:

    War es nicht auch dieser Lohnschreiber Jürgensen, der die ach so erfolgreiche Delegation Schwarzenbeker Honoratioren nach China begleitete? Da muss er sich die Reisekosten gewiss noch durch weitere bürgervorsteher- und bürgermeisterfreundliche Artikel sauer verdienen.

    • Matthias Borchelt says:

      Normalerweise habe ich sogar ein gewisses Maß an Verständnis, denn als Redakteur darf man heute nicht mehr schreiben, wie man möchte, sondern muss offenbar schreiben, wie man soll. Wenn er allerdings dazu übergeht, körperliche Merkmale und Familienmitglieder ins Spiel zu bringen und dann auch noch so tut, als müsse Herr Beckmann eher Angst vor mir haben, als dass ich mich durch ihn gemobbt fühlen dürfte, dann ist der Rubikon überschritten. Beckmann hat MIR das Wort entzogen, hat Mich angeschnauzt, mit welchem Selbstverständnis ich mich als Einwohner sähe und MIR lauthals vorgeworfen, dass Schwarzenbek zum Stillstand käme, wenn alle wie ich wären. Und da soll ich mich nicht eingeschüchtert fühlen, sondern dem Bürgervorsteher offenbar eine reinhauen, oder wie?

  3. Robert T. says:

    Man darf es den Herren Jürgensen und Huhndorf nicht übelnehmen. Mit nicht nachlassendem Querulantentum stehlen Sie ihnen doch schon wieder die Schau. 40 Zeilen müssen mal wieder herhalten, weil der Bürger Borchelt die Füße und den Mund nicht stillhalten kann.

    Wie schön hätten dort ein Foto und Text Platz gefunden. Zumindest ein kleines Foto, das (mal wieder) großen Geltungsdrang hätte dokumentieren können. Von Zweien, die sich selbst gern im Rampenlicht aalen mit Geschichten über Heldenmut (zwei erwachsene Männer ließen sich impfen) oder auch Geschichten von investigativem Journalismus erster Güte (von Einem, der mit dem China-Freund ins Reich der Mitte auszog, um Kuschelstorys und (mal wieder) Fotos seiner selbst zu veröffentlichen, nur leider keinen Ton bzw. Zeile über die Menschenrechtsverletzungen verlauten lässt ).

    Vielleicht ist die Presse aber auch mittlerweile unter die Artenschützer gegangen: Jeder darf im öffentlichen Amt so viel Quatsch anrichten, wie er Lenze zählt?! Im Falle eines 70-Jährigen darf man dann ja gespannt sein, was noch kommt.

    • Matthias Borchelt says:

      Neben der Pressezensur (halb zog es ihn, halb sank er hin?) importieren wir jetzt vielleicht auch die Menschenrechtsverletzung? Bei letzterem denkt man immer sofort an das Schlimmste, aber es fängt im Kleinen an. Die „Anregungen“ in der Einwohnerfragestunde wollte er mir ja auch immer untersagen und nun sind es halt auch die Fragen zu Beratungsgegenständen.Warten wir mal den 10. Juni ab, was ich dann auch nicht mehr darf.

  4. Robert T. says:

    Die Reise ins Reich der Mitte ist beendet. Ai Weiwei weit weg- wahrscheinlich hat man es deshalb im Hause der Redakteure nicht so mit den Menschenrechten, der Pressefreiheit oder weiterem Demokratie-Dings.

    Der Deutsche Presserat dagegen hat u.a. das Eintreten für die Pressefreiheit zum Ziel. Weitergehend aber auch: „Ziffer 9 – Schutz der Ehre: Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.“ „Ziffer 10 – Religion, Weltanschauung, Sitte: Die Presse verzichtet darauf, religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen.“

    Wenn ein Redakteur sich offenbar berufen fühlt, auf ausgewiesene Satire in einer doch hoffentlich seriösen Tageszeitung und deren Berichterstattung zu antworten, sollte es zu denken geben. Was treibt solch einen Redakteur?

    Ziffer 15 […] des Pressekodex`: „Wenn Journalisten über Pressereisen berichten, zu denen sie eingeladen wurden, machen sie diese Finanzierung kenntlich.“ Den Berichten habe ich nicht entnommen, dass der Herr Jürgensen aus dem Schwarzenbeker Rathaus, vom Landtagsabgeordneten oder gar aus China Reisekostenerstattungen bekommen hat. Also sollten wir alle annehmen dürfen, dass er die Reise selbst finanziert hat? Also eine private Reise? Schön, ich werde zukünftig auch meine schönsten Urlaubsfotos mit einer Lobhudelei auf das Gastgeberland in die Redaktionen schicken und mir das dann fürstlich entlohnen lassen mit einem Redakteursentgelt.

    Wenn dies aber doch nicht so funktioniert, stelle ich gern die Frage noch einmal: Was treibt einen Redakteur zu diesem, nicht als solchen gekennzeichneten, Kommentar?

    • von Interesse says:

      @ Robert T.: sehr guter Kommentar, gut recherchiert!

      Aber wer weiß? Vielleicht hat Herr Jürgensen ja doch von der Verwaltung die Reise gesponsort bekommen, und ist deswegen verpflichtet so zu berichten. Hat er irgendwann einmal verbindlich mitgeteilt, dass er die Reise SELBER bezahlt hat? Wenn ja ist es mir entgangen. Somit müssen wir also weiter spekulieren.

      Wenn nicht: wieder ein kleiner Posten wo ein kleiner Teil der vielen fehlenden Euro`s abhanden gekommen sein könnte. Aber dafür wurde die Stadtmarketing ja wohl gegründet, damit einen Topf hat, aus dem man sich bedienen kann, ohne das ständig nachgefragt wird (hoffte man jedenfalls)

      Ich gehe davon aus, das Herr Jürgensen diesen Blog ebenfalls verfolgt und er kann sich nun überlegen, wir er mit diesem Thema insgesamt umgehen will.

      Aus heutigen Gesprächen mit 3 Bürgern aus SWK habe ich erfahren, das diese seine einseitige „Hofberichterstattung“ ebenfalls sehr kritisch betrachten – und das schon seit längerem.

  5. Marcus Jürgensen says:

    Es freut mich, dass ich mit meinem kleinen Artikel eine so große Resonanz erzielen konnte. Hatte ich doch in letzter Zeit den Eindruck, als würde der Blog nicht mehr ganz so intensiv gelesen und kommentiert.
    An meine Kritiker: Es handelte sich um keinen Kommentar.
    An Matthias Borchelt: Sie haben völlig Recht. Die Einwohnerfragestunde ist zum Fragen da und Bürger haben ein Recht auf eine Antwort. Dass ihnen das Wort entzogen wurde, deckt sich nicht mit der Gemeindeordnung. Lustig ist nur, wenn Sie von „Einschüchterung“ sprechen – ich tippe mal, dass mehr Stadtverordnete (samt Bürgervorsteher) Furcht vor Ihnen und Ihrem Blog haben, als andersherum.
    Übrigens: Danke für das „Zitat des Tages“

    • Matthias Borchelt says:

      Keine Ursache. Es zeigt Größe, dass Sie sich hier melden, das muss der Neid Ihnen lassen. Ihre Sorge hinsichtlich der Frequenz ist freundlich, aber unbegründet. Nur weil ich zuletzt einmal über 500 Besucher an einem Tag hatte, sind die seit kurzem regelmäßigen 200 ja nicht wirklich wenig. Leider kommentieren die Wenigsten, das ist wahr.

  6. Hirn.In.Halt says:

    Witzig, hier haben Sie das Zitat, das ich eben brachte, ja selbst schon angesprochen. Las ich aber wirklich erst jetzt.

    • Matthias Borchelt says:

      Ja, aber ich habe auch schon einen über die Mütze dafür bekommen und vermutlich nicht zu Unrecht. Ich musste zwar auch sofort an dieses Zitat denken, aber ein Verweis auf das Floriansprinzip wäre sicher angemessener gewesen, als immer wieder das größte Menschheitsverbrechen heranzuziehen. Es dämonisiert nicht nur überzogen die „Täter“, sondern überhöht auch die eigenen „Opfer“-rolle in unerträglicher Weise. Allerdings ging es mir hier um das Prinzip, welches Niemöller sehr eindringlich beschreibt. Ich wollte keinesfalls irgendeine der handelnden Personen auch nur annähernd mit Nazis vergleichen oder gar gleichsetzen.

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