Seine Gnaden Frank von Swarte Beke

Le Schwarzenbek, c'est moi!

Wieviel grünen Tee muss man trinken, um in einen Höhenrausch zu geraten? Anders als mit Drogeneinfluss lässt sich das ungeheuerliche Benehmen des grün angestrichenen Verwaltungschefs von Schwarzenbek nicht mehr erklären. Vielleicht ist er aber auch vor Schmerzen wahnsinnig geworden, denn der tägliche Anblick des von ihm angerichteten Schulden-Grand-Canyons kann auch die stärksten Gemüter erzittern lassen. Allerdings war ja aber auch nicht zu erwarten, dass der überhebliche Bürgermeister seine Art des Umganges mit den gewählten Repräsentanten der Schwarzenbeker Einwohner verändern würde. Großkotz, Hochmut und Heimlichtuerei haben uns schließlich auch in den Abgrund geführt. Wie konnte man erwarten, dass der Louie von der schwarzen Beke trotz aller anderslautenden Lippenbekenntnisse tatsächlich etwas Demut gelernt hätte?

Eindeutig die Rede von 60.000 m² Grundstücksgröße

Am vergangenen Dienstag im Hauptausschuss kam der Bürgermeister auf die „Irritationen“ zu sprechen, die sich aus dem Artikel des Wochenendanzeigers über das Grundstücksgeschäft zwischen der Firma Fette und dem potentiellen chinesischen Investor ergeben könnten. Er, ruppert, sähe das gelassen. Der CEO der LMT-Gruppe habe ihn am vergangenen Freitag angerufen und gefragt, wann man sich zusammensetzen könne. Das sei nun an eben diesem Dienstag geschehen und man habe „in guter Atmosphäre ein konstruktives, gutes Gespräch geführt“, weshalb er, Ruppert, hoffentlich bald Positives zu berichten habe. Daraufhin verwunderte sich die Stadtverordnete Heyer-Borchelt, wie es denn zu dem Sinneswandel gekommen wäre? Immerhin habe sich Dr. Heinrich doch ziemlich negativ geäußert. Aber Ruppert mauerte: Er könne das Gesagte nur noch einmal bestätigen und hoffe und sei positiv gestimmt, dass er bald mehr sagen könne. Was einzelne Redakteure so schrieben (nach meinen Informationen ist der Autor ein freier Mitarbeiter), mag etwas anderes sein, so eine Zeitung müsse ja auch verkauft werden, selbst wenn es nur ein Anzeigenblatt sei. Das rief nun Herrn Schröder von der FWS auf den Plan: Ob man denn in der Sache weitergekommen wäre? Na ja, wich Ruppert aus, in den Zeitungen wäre ja nun mehrfach breit ausgeführt worden, ob der Investor nun etwa nach Lauenburg gehe. Dazu könne er nur sagen, wenn Zhu sich jetzt ein privates Grundstück am Elbhang kaufe, dann könne er das schon verstehen. Der dortige Bürgermeister habe ja auch so einen famosen Ausblick, das könne schon reizen.

Das heiße aber nicht, dass auch das European Trade Center (ETC) etwa nach Lauenburg ginge. Er, Ruppert, sei der festen Überzeugung, dass das Projekt nicht gefährdet sei und wer die Chinesen kenne, der wisse auch, dass ein Gesichtsverlust so ziemlich das Schlimmste für die wäre und schließlich sei das ETC ja auch in Schwarzenbek gegründet worden. Der Kollege Thiede wäre zurecht irritiert, dass und wenn man ihm unterstellte, er wolle das Projekt nach Lauenburg holen. Alles schön und gut, beharrte Schröder, aber ob er denn nun in dem Gespräch mit Dr. Heinrich in der Sache vorangekommen wäre? Und erneut drückte sich der Bürgermeister. Also, die Überschrift und den Schlusssatz des Artikels könne er bestätigen und auch seinerseits nur empfehlen, die Ruhe zu bewahren. Das war schon peinlich und das bemerkte auch der freundliche Vorsitzende des Ausschusses, weshalb er wohl seinem Bürgermeister helfen wollte und das Wort ergriff. Im Gegensatz zum Bürgermeister antwortete er aber nicht etwa nicht, sondern beantwortete eine Frage, die gar nicht gestellt worden war: Die Fraktionsvorsitzenden, die da in Lauenburg das, wie sagt man, na ja, also dieses Arbeitsessen hatten, nicht wahr, die wüssten schon, dass so ein Visum natürlich in China verlängert würde, aber es hätte sich eben um den letzten Tag der aktuellen Aufenthaltserlaubnis gehandelt und daher habe man auf Einladung des Lauenburger Bürgermeisters dort gegessen. Herr Zhu wollte nämlich das Büro des Herrn Thiede kennen lernen. Diese seltsamen Ausführungen lasse ich jetzt mal unkommentiert auf Sie wirken. Ich weiß nämlich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll, wenn ich diese Salamis und ihre Taktik sehe.

Oder war das Arbeitsessen eher ein Abschied und jetzt kann Herr Ruppert nur noch für eine politische Wiedergeburt in Kiel beten?

Bis hierhin war das Verhalten einfach nur unverschämt. Wenn ich aber heute morgen in der Bergedorfer Zeitung diesen Artikel lese und erkennen muss, dass der Bürgermeister offenbar am nächsten Tag der Presse mehr Informationen zukommen lässt, dann setzt das dem Fass die Krone auf.  Die gewählten Repräsentanten der Schwarzenbeker Einwohner speist er mit Brosamen ab und dem Redakteur seines Vertrauens legt er ausgewählte Brocken in die Suppe, auf dass die ein wenig andicke? Der Bürgermeister hat den Stadtvertretern auf Anfrage Auskunft zu erteilen, verdammt noch eins. Für wen hält er, Ruppert, sich eigentlich? Tut so, als gäbe es Informationen, die er eben noch nicht preisgeben könne, nur um sie dann seinem Spezi Huhndorf in den Block zu diktieren, weil der keine dummen Fragen stellt? Wirklich prima in Schwarzenbek, denn nun müsste sich wieder ein Normalsterblicher finden, der in der morgigen Einwohnerfragestunde dem Bürgermeister folgende Fragen stellte:

  1. Mit welchem Recht verweigern Sie den Stadtverordneten Antworten, die Sie alsdann der Presse erteilen?
  2. In welcher Eigenschaft verhandeln Sie im Auftrag des chinesischen Investors mit der Firma Fette?
  3. Sollten Sie in Vertretung des Geschäftsführers der Schwarzenbek Marketing GmbH handeln: Besitzt diese folglich den Gewerbeschein nach § 34c Gewerbeordnung (Makler, Anlageberater, Bauträger, Baubetreuer), so wie im Handelsregister ja auch vermerkt?
  4. Wenn das so ist: Hat nicht der Aufsichtsrat mit seinem Beschluss vom 20. Dezember 2010 der Schwarzenbek Marketing GmbH den Handel mit Grundstücken ausdrücklich untersagt, „um Risiken auszuschließen“, so wie Herr Hinzmann das am 7. Dezember im Gelben Blatt kommunizierte?
  5. Wieso sprach der CEO von Fette von 60.000 m² Grundstücksfläche, die für den Investor reserviert wären, einer Aussage, der Sie sich ausdrücklich anschlossen, wenn jetzt von einem nur 8.000 m² großen Grundstück die Rede ist?
  6. Sollen tatsächlich 60.000 m² Geschossfläche auf diesen 8.000 m² untergebracht werden? Das entspräche bei einer Grundflächenzahl von 0,75 exakt 10 Stockwerken. Oder geht es hierbei nur um eine erste Tranche?

Und diese Fragen würden dann wie üblich nicht beantwortet. Denn das scheint der Sonnenkönig vom Sachsenwald nicht nötig zu haben. Der spricht nicht mit niederem Volk. Der lässt seinen Herold verkünden, was er, Ruppert, für richtig hält. Und dann geht er vielleicht mit Investoren essen und schmunzelt über den dummen Pöbel, während die rechtswidrig gegründete Schwarzenbek Marketing GmbH die Rechnungen bezahlt. Frechheit siegt. Mit Demokratie und Transparenz hat das nichts mehr zu tun. Wer will in diesem Land eigentlich noch Kinder erziehen, das Richtige zu erkennen und dann auch zu tun, wenn die Elite der Gesellschaft eine solches Laissez faire mit der res publica vorlebt? Aber selbst wenn Sie, liebe Besucher dieses Blogs, mein Altmännergemurmel nicht teilen wollen, sollten Sie aber nicht vergessen, dass es er, Ruppert, war, der schon mehrfach versprochen hatte, mehr Transparenz üben und sich nicht weiter durchwurschteln zu wollen. Was kann man ihm eigentlich noch glauben?

2 Responses to Seine Gnaden Frank von Swarte Beke

  1. Bürgerin says:

    Antwort auf Ihre letzte Frage:

    Gar nichts!!!

  2. Eckhard Schäfer says:

    Angesichts der Bauerweisheit, dass man gegen einen Misthaufen nicht anstinken kann und der Tatsache, dass diejenigen, die vorgeben für mich gestalten zu wollen, meine Verblödung nicht wirklich voran treiben konnten, hatte ich mir vorgenommen, selbige eigenverantwortlich in die Hand zunehmen. Bisweilen hilft es sogar der Gesunderhaltung.
    Regelmäßiger Blogleser bin ich natürlich weiterhin geblieben, weil ich grundsätzlich der Auffassung bin, dass die Blogs zwischenzeitlich die sogenannte etablierte Presse größtenteils als Vierte Gewalt im Staate abgelöst haben. Insofern erfüllt auch der blackbek-blog auf lokalem Sektor eine wichtige Aufgabe. Da stimmt es zuversichtlich, dass die Zahl derer zunimmt, die auch mal einen kritischen Blick auf die lokale Presse werfen. Das Tempo und der Energieaufwand, mit dem Matthias Borchelt diesen Blog betreibt, ruft bei mir gemischte Gefühle hervor, vor allem aber Respekt und Anerkennung.
    Schmunzeln musste ich aber beim Lesen des Artikels auch.
    In meinem Kommentar am 19.11.2010 zu: „Muss noch gewählt werden?“ wies ich sarkastisch darauf hin, dass Schwarzenbek als zukünftige Wirtschaftsmetropole einen Zugang zum Wasser braucht. In diesem Zusammenhang fragte ich auch, was so schlimm daran wäre, wenn zukünftig Dschunken das Stadtbild Lauenburgs unter dem Rufer zierten? Manchmal bewegen sich Visionen ganz nah an der Realität.

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