Mit Versagern zufrieden?

Halb voll oder halb leer?

Sie kennen das: Optimisten bezeichnen das Glas als halb voll, Pessimisten als halb leer. Ansichtssache, mag man meinen, doch empfand ich die Frage schon immer als viel zu kurz gesprungen. Die Betrachtung kann doch nur hinsichtlich der Entwicklung erfolgen: Wurde das Glas halb gefüllt oder halb geleert? Für solche halben Sachen ist der seit gefühlten Äonen für das Schwarzenbeker Glas verantwortliche Mehrheitsführer ohne Mehrheit, der schwarze Oligarch von roten Gnaden, Hans-Joachim Delfs offenbar nicht zu haben. Bekanntlich leerte er das Glas, das Schwarzenbeker Stadtsäckel nicht nur, sondern verpfändete auch noch die Füllungen der kommenden 20 Jahre. Aber, und da kennt der begnadete Schönfärber nichts, selbst diesem, einen Saufaus zur zweifelhaften Ehre gereichenden Durst, gewinnt er Zufriedenheit ab: „Mit dem Erreichten“, so stand es in der Oster-LN zu lesen, sei man zufrieden.

Auch immer mit sich selbst zufrieden: Honecker

Nun mag ja sein, dass die tägliche Hundertschaft der treuen Blogleser und die 50 weiteren politisch interessierten Einwohner Schwarzenbeks, die den Blog unverständlicherweise nicht lesen, nicht jedes Glas trinken, das ihnen vorgesetzt wird. Aber für die restlichen Bürgerinnen und Bürger stellen nach wie vor die Zeitungen den einzigen Zugang zum Verständnis der herrschenden Verhältnisse dar und wenn dann dem Stadtverweser Delfs derart die Hand gereicht bzw. der Steigbügel gehalten wird, dann finde ich das schon bedenklich. Man muss sich doch fragen, ob die CDU Schwarzenbeks nun ihren Altersdurchschnitt dramatisch senken konnte, weil man ja Silke Geercken von den Lübecker Nachrichten als Mitglied gewinnen konnte. Anders ist nämlich nicht zu erklären, dass Herr Delfs seine Halbzeitbilanz derart frisieren konnte, dass aus komplettem Versagen auf ganzer Linie ein ganz normal klingender Wahnsinn wurde. Es erinnert immer mehr an den real exisitierenden Sozialismus: Nach einem Wettrennen zwischen Honecker und Kohl berichtete die Presse, der Staatsratsvorsitzende habe einen ehrenvollen zweiten Platz errungen, während der Kanzler der BRD nur Vorletzter wurde.

„Jetzt arbeiten wir daran, die Schulden weiter abzubauen“, wird Herr Delfs zitiert und diese Frechheit wird lediglich damit kommentiert, „noch“ betrage der Schuldenstand 16,3 Millionen, aber 2012 solle er bereits auf 14,4 Millionen sinken. Zwar weist auch Frau Geercken darauf hin, dass man das mit den Steuereinnahmen allein wohl nicht schaffen könne, aber nennt auch gleich die Entschuldigung: Von den 4,5 Millionen in 2010 seien 4,3 Millionen für die Kreisumlage drauf gegangen. Tut mir ja leid, liebe Lübecker Nachrichten, aber das reicht nicht. Wenn ihr schon mit dem Menschen sprecht, der für die Schwarzenbeker Schuldensintflut verantwortlich ist, dann dürft ihr nicht gleichzeitig Arche spielen. Erstens beträgt der Schuldenstand nicht sech-zehn, sondern eher sech-zig Millionen und dann kann die CDU auch nicht daran arbeiten, diesen Berg weiter abzubauen, denn sie hat ihn ja bislang lediglich aufgetürmt! Und wie man bei einem aktuellen Kassenkredit, also dem ungedeckten Dispo von 16 Millionen und der Notwendigkeit, weitere Kredite aufnehmen zu müssen, nur um die Schuldzinsen bezahlen zu können, jemals wieder auf einen grünen Zweig kommen will, bleibt völlig offen. Völlig unerwähnt bleibt zudem, dass Schwarzenbek ja auch massiv Gelder aus Kreis und Bund bekommen hat, nicht zuletzt die Fehlbetragszuweisungen, die den notleidenden Gemeinden zugestanden wird, die nicht einmal mehr ihre Mindestausgaben finanzieren können.

Sieht das mit den Erfolgen etwas differenzierter: G.Krämer

Aber so geht das munter weiter mit dem erfüllten Wahlprogramm: Die kommunale Selbstverwaltung sei erreicht, da das Rathaus sich den Luxus modernster Technik leiste. Kein Wort davon, dass der Landrat kurz davor ist, Schwarzenbek wegen seiner finanziellen Unzurechnungsfähigkeit zu entmündigen. Die Stadtgestaltung gehe voran, weil Kaiserhof und Jugendtreff saniert werden sollen, der Vertragsabschluss stehe kurz bevor. Mittlerweile soll der Kaiserhof zwar abgerissen werden und der Vertragsabschluss steht seit Jahren kurz bevor, aber das sind ja nur Lässlichkeiten. Ganz toll: Verkehr wird durch den Ausbau Schmiedestraße und den bevorstehenden Ausbau Uhlenhorst abgehakt. Wir erinnern uns, wie die Diskussion um die finanzielle Beteiligung der Anwohner die Stadt spaltete und einmal mehr zeigte, dass die Projekte wie üblich mit Schulden finanziert und nicht ausreichend geplant werden. Bei der Wirtschaftsförderung wird natürlich das chinesische Abenteuer zitiert, bei dem erstens außer Spesen bislang nichts gewesen ist; zweitens eine Ansiedlung nur deswegen erfolgreich sein könnte, weil ansonsten niemand mit den Schmuddelkindern spielen möchte und drittens vollkommen fraglich ist, welcher Vorteil sich daraus überhaupt ergeben soll! Wer noch immer an 1.000 Arbeitsplätze und nennenswerte Steuererträge glaubt, der glaubt auch an  Herrn Delfs als Weihnachtsmann.

Bezeichnend auch die Erfolge bei Familie und Senioren: „Einheitliche Öffnungszeiten der Kitas sind in der Planung“ und „der Seniorenbeirat darf tagsüber das Zimmer der CDU-Fraktion nutzen“. Vielleicht muss man das ja auch gar nicht kommentieren und der Artikel arbeitet wie der Kabarettist Pispers bei Frau Merkel. Die könne er gar nicht besser beleidigen, als sie wörtlich zu zitieren, sagt er bisweilen und vielleicht will Frau Geercken das ähnlich handhaben? Aber danach sieht es eigentlich nicht aus. Auch die gigantische Steuergeldverschwendung im Bereich der Schulbauten wird lediglich als „Investition großer Summen“ bezeichnet und wenn dann am Ende des Artikels geradezu schamhaft auch die „unerledigten Aufgaben“ aufgezählt werden, wird noch einmal deutlich, wie tendenziös dieser Artikel ist. Denn das bislang nicht Erreichte ist entweder „nicht realisierbar“ oder aber am „Widerstand“, mindestens an mangelnder Unterstützung anderer gescheitert. Mithin soll uns also verkauft werden, dass es ein Erfolg ist, die Stadt immer weiter, immer hoffnungsloser zu verschulden. Die mageren Ergebnisse der Verschuldung sowie die noch nicht umgesetzten Planungen reichen für die Zufriedenheit von Herrn Delfs und Frau Geercken offenbar aus. Für meine nicht. Delfs & Co. haben lediglich bewiesen, dass sie Rekordschulden auftürmen können, ohne die Verantwortung dafür übernehmen zu wollen. Ihr eigener Laden bricht ihnen gerade unter dem Hintern weg und ihr Bürgermeister wird auch nicht schamrot, sondern grün und setzt sich eventuell nach Kiel ab. Der Wirtschaftförderer hat die Welle des zweifelhaften Erfolges ja auch genutzt, bevor das Desaster erkennbar werden konnte. Das halten Sie für Pessismismus? Nun, bislang wurde das Glas lediglich geleert. Woher nehmen Sie den Optimismus, dass es halb voll sein könnte?

One Response to Mit Versagern zufrieden?

  1. Bekannnt says:

    Das Glas ist leer und keiner kann und will es füllen, denn keiner hat es leer getrunken. Ein neues Wort könnte in Schwarzenbek vielleicht die Runde machen: Club der Unbeholfenen. Denn es ist doch unmöglich, was sich hier abspielt. Was ich nur nicht verstehe, warum schaltet sich die obere Instanz nicht ein?
    Die Verantwortlichen der Stadt verlassen das sinkende Schiff und bekommen sehr hohe Ablösesummen für Ihre sehr gut geleistet Arbeit. Schade, keiner hat es vorher gesehen und nun beginnt das große Geschrei um Hilfe, damit das berühmte Glas wieder voll wird. Den Katzenjammer haben die Bürgerinnen und Bürger von Schwarzenbek.
    Zum Schluß: wie tief sind wir gesunken!!!!!

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