Ist die SPD Schwarzenbek käuflich?

Was böse Zungen schon lange lästerten, wurde jetzt zur traurigen Gewissheit: Die Sozialdemokratie in Schwarzenbek bietet sich zum Verkauf an. Viele hatten sich bereits gewundert, wie es überhaupt angehen kann, dass man trotz des Aufstiegs zur stärksten Fraktion den verschwenderischen Steuermann Delfs noch immer am Ruder lassen wollte. Wie es der politische Pleitier allerdings vermochte, den  Kaufpreis aufzubringen, bleibt ein Rätsel. Vermutlich waren die Genossen sehr billig zu bekommen. Vielleicht hat man aber auch nur die oberen Zehntausend erworben, im Falle der städtischen Sozis sind das drei. Das erklärte auch, warum der den Machterhalt einleitende Antrag persönlich eingebracht wurde und nicht von der Fraktion.

Die Linkleiste des virtuellen Rathauses

Nicht erklären kann es, warum der Rest des Ladens in aller Ruhe zuschaute, wie die stolze SPD zum Steigbügelhalter heruntergewirtschaftet  wurde. Man gibt sich auch gar keine Mühe mehr, das irgendwie zu übertünchen. Der Lack scheint so gründlich ab zu sein, dass jede Hoffnung auf Renovation vergeblich ist. Wie anders ist zu erklären, dass man im Rathaus in selbstbewusste Fraktionen schauen kann, egal ob man nun die CDU, die FWS oder die FDP anklickt, bei der SPD allerdings nur auf eine wie zwangsgeräumt erscheinende Bretterbude:

 Und dann gibt man in der Suchfunktion ‚SPD’ ein und erlebt, dass sich ein kleines Bildchen ändert, sonst nichts. Und das wiederholt man mit „Inhalte“, „Ziele“, „Überzeugungen“, aber es tut sich nichts. Schließlich entdeckt man den Klick „Fragen zu dieser Domain?“ und hofft nun auf Antworten und siehe, da erscheint auch des Rätsels Lösung:

Ah, ja, na klar, nun haben Sie mich erwischt! Natürlich nur die Sp.de und nicht wirklich der ganze Verein. Der bleibt als echter Ladenhüter auch weiter unverkäuflich. Und der böse Blog macht sich lustig, nur weil auf der Homepage des Rathauses ein falscher Link hinterlegt ist. Die wahre Homepage der SPD Schwarzenbek befindet sich nämlich hier und auch wenn weder Link, noch E-Mail-Addy der Vorsitzenden stimmen, weht da natürlich ein ganz anderer Wind: Statt totaler Flaute tobt dort ein stürmischer Stillstand, egal ob redaktionell oder im Gästebuch:

Was ist los? Kein Interesse an Kommunikation oder findet sich in der Volkspartei kein einziges Mitglied, dass sich mit den mittlerweile gar nicht mehr so neuen Medien auskennt? Kann man denn nicht wenigstens einen kleinen Teil der geschätzt zwischen 30.000 und 40.000€ betragenden Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder für den Internetauftritt erübrigen? Trotz der jüngsten Anhebung nicht? Die Triumvirn der SPD scheinen davon auszugehen, dass sich mindestens immer genügend dumme Kühe finden, welche die SPD wählen, um wenigstens 3 Listenplätze dabei herauskommen zu lassen. Und da man sich in der Vergangenheit und auch aktuell als verlässlicher Mehrheitsbeschaffer bewiesen hat, sollte es dann auch zukünftig für den Stadtrat Siepert, die stellvertretende Bürgervorsteherin Francke und den Bauausschussvorsitzenden Hilger reichen. Wenn man sich da mal nicht verrechnet, denn an die 700 Vollpfosten muss man erst einmal zum Kreuzchenmachen bringen.

5 Responses to Ist die SPD Schwarzenbek käuflich?

  1. Bekannnt says:

    Den Artikel kann man eventuell auf fast alle Parteien in Schwarzenbek anwenden.
    Ich könnte mir vorstellen, daß nicht nur Führungsetagen, sondern auch Mitglieder Gelder dankbar annähmen, um dann umzusteigen und in das gewünschte Horn zu stoßen. Den kleinen Ortsverbänden wird es ja bisweilen vorgelebt von den Bundesvorständen und prominenten Mitgliedern.
    Wir in Schwarzenbek werden wohl vergebens auf die Aufklärung warten, ich glaube jedenfalls nicht daran.
    Was ist bloß aus diesen Parteien geworden? Es könnte so schön sein, wenn neue Gesichter die Stadt regieren könnten.
    Nun gut, wer weiß, was noch so alles auf uns zu kommt.

    • Matthias Borchelt says:

      Hallo Bekannnt,

      jetzt möchte ich aber doch für mich in Anspruch nehmen, dass es sich bei dem Artikel bloß um eine Satire handelt. Wie ja auch deutlich wird, unterstelle ich nicht wirklich, dass die SPD sich etwa verkauft, also Geld für entsprechendes Stimmverhalten angenommen hätte. Vielmehr hat ein Ausverkauf der Ideale und auch Wahlversprechen stattgefunden und das ist bildlich gesprochen. Also noch einmal, um nicht missverstanden zu werden: Die Posten und Pöstchen scheinen einigen Mitgliedern, besonders den Granden der kommunalen SPD so wichtig zu sein, dass man dafür sogar die sprichwörtliche „Kröte“ Delfs schluckt und das Wahlergebnis von 2008 sowie das Auseinanderbrechen der CDU komplett ignoriert. Von wegen Verantwortung. Die übernimmt man gerade nicht!

      Beste Grüße
      Matthias Borchelt

  2. Bekannnt says:

    Selbstverständlich habe ich diese Zeilen als Satire so gelesen, aber könnte es doch eventuell so sein?
    Beste Grüße und schöne Ostern

  3. Tom Sacks says:

    Es war einmal eine kleine Stadt in Schleswig-Holstein (schön romantisch, oder?), in deren Stadtvertretung die CDU-Fraktion die stärkste Fraktion war (arme Stadtvertretung!), bis zwei ihrer Mitglieder sich entschlossen, aus der Fraktion auszutreten (na, dämmert‘s?). Nun war auf einmal die SPD-Fraktion die stärkste Kraft im Stadtparlament (sehen Sie, so kommt es manchmal). Und was tat die SPD (Sie ahnen, nein, Sie wissen es schon?) – sie beanspruchte die der stärksten Fraktion zustehenden Ämter (na ja, war ja auch nicht Schwarzenbek, ist Bad Oldesloe). Ja, Frau Francke, Herr Siepert und Co., so macht man Politik – nicht durch sich Wegeducken nach dem Motto: Hauptsache, die Aufwandsvergütung wird pünktlich überwiesen und möglichst erhöht und stets an die zulässigen Höchstsätze gekoppelt. Dass Sie unter der Bezeichnung SPD segeln, ist ungefähr so aussagekräftig wie wenn Herr Delfs von Transparenz schwadroniert.

  4. Blogfan Nr. 1 says:

    Die SPD steht zwischen den Fronten: Die linke Seite ist spätestens seit Fukushima von den Grünen vereinnahmt – was erscheint also logischer, als den Versuch zu starten, die CDU rechts zu überholen.

    Scheint auch ganz gut zu funktionieren: In S´bek trägt der schwarz-rote Koalitionshandel hinter verschlossenen Rathaustüren saftige Früchte, und die Bundespartei zieht es vor, ihren Sozialdarwinisten Nr. 1 doch nicht vor die Tür zu setzen.

    Wäre strategisch auch reichlich unklug – man kann ja nicht die Wähler verprellen, die nach außen die linksbürgerliche Fassade wahren, obwohl sie Hartz IV-Empfänger, Einwanderer und andere Geldabzapfer per se eigentlich zum Kotzen finden.

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