Der Zug ist abgefahren

Lärm macht krank

Ich wage mich jetzt auf das Glatteis, weil ich ein Thema behandeln möchte, welches nicht natürlicherweise meines ist. Aber ich riskiere es dennoch und zwar aus zwei Gründen:

  1. Ich hoffe, dass berufene Köpfe sich einmischen oder ich eventuell sogar eine/n Co-Autor/in oder mehrere für den Blog gewinnen kann. Neben der Politik für den Selbstzweck – viel mehr beschreibe ich ja nicht – gibt es viel wichtigere Themen, die hier aber komplett brachliegen.
  2. Ab sofort bis zur Neuwahl will ich hier verstärkt auch Themen behandeln, die mit den vergangenen Erfolgen der CDU um Herrn Delfs zu tun haben.

Einer der Tagesordnungspunkte der vergangenen Stadtverordnetenversammlung war die Lärmkartierung Schwarzenbeks. Ich habe davon so gut wie keine Ahnung und möchte daher vornehmlich auf die Art und Weise eingehen, mit der dieses Thema in der Versammlung behandelt wird. Ich erlaube mir dazu eine auf die Kernpunkte verkürzte, keineswegs wörtliche (!) Zusammenfassung der Redebeiträge der üblichen Verdächtigen in Blau mit einer anschließenden, in Grün abgesetzten Übersetzung meinerseits:

H.-J. Delfs

H.-J. Delfs: Die EG-Richtlinie erzwingt die Lärmkartierung. Glauben Sie, wir würden ansonsten so etwas Überflüssiges unternehmen? Was die Rülau angeht, muss übrigens die Bahn die Erhöhung der Lärmschutzwände leisten, weil sie das Gleisbett nachträglich höher gelegt hat. Und ansonsten danke ich dem Himmel, dass die Bürger/innen nur Anspruch auf die Kartierung haben, nicht etwa auf Lärmreduzierung. Weil das so ein wichtiges Thema ist und jede/r Gelegenheit haben soll, sich das in Ruhe anzuschauen, soll die öffentliche Auslage der Karte auf 3 Monate verlängert werden und der Beschluss erst nach der Sommerpause erfolgen. Ist das schön, wenn man Transparenz und Bürgersinn beweisen kann, ohne dass es weh tut, und gleichzeitig Zeit gewinnen kann und noch schöner, wenn Beschlüsse nur Absichtserklärungen sind.

E. Siepert: Das ist auch für die SPD ein wichtiges Thema. So wie jedes andere auch und damit natürlich irgendwie auch wieder unwichtig. Lärmschutzwände sind der SPD besonders wichtig, aber nicht nur in der Rülau, sondern in der ganzen Stadt.Ich finde das toll, dass immer Worte heraus purzeln, wenn ich den Mund aufmache.

Könnt Ihr mal leise sein, ich kann den Zug gar nicht hören?

E.Schröder

E. Schröder: Dieser Tagesordnungspunkt hat es in sich! Bin ich eigentlich immer der Einzige, der hier etwas schnallt? Der Nachteil der heutigen Bestandsaufnahme ist doch, dass sie rechtliche Anwendung erst in der künftigen Planung findet, die Bürger aber jetzt leiden! Tja, Leute, das wusstet ihr auch, aber manchmal ist Opposition eben schöner. Ziel muss doch daher auch sein, ob die damalige Planfeststellung korrekt umgesetzt wurde und für diese Klärung ist der Bürgermeister gefordert. Und wieder was weggeschafft.

H. Stolze: Für mich stellt sich eine Frage aus der Vergangenheit: Warum ist man nicht aktiv geworden, als das Gleisbett erhöht und die Frequenz gesteigert wurde? Echt, ich freu mich jeden Tag, dass ich gestern noch nicht verantwortlich war.

H.-J. Delfs: Also, das muss ich jetzt aus dem Gedächtnis beantworten. Ein Glück, da kann man sich dann immer auf Lücken berufen. Wir haben die Erhöhung des Gleiskörpers erst bemerkt, als die mit der Arbeit fertig waren. Wir haben genug damit zu tun, uns über unsere eigene Wichtigkeit zu freuen. Und als wir später anfragten, hieß es: Nun sind wir ja fertig, nun ist es kein Neubauvorhaben mehr. Heute werden sie das natürlich erst recht sagen, aber ich hoffe doch, dass inzwischen alle vergessen haben, dass ich vor 5 Minuten gesagt habe, die Bahn müsse das bezahlen. Das ging damals auch so schnell, weil die Planfeststellung ein beschleunigtes Verfahren im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit war. Echt super, wenn ich nie etwas dafür kann! Aumühle und Wohltorf haben damals geklagt und auch obsiegt, aber da spielten irgendwie auch noch zusätzliche Belastungen eine Rolle, S-Bahn oder so. Wunderbar, wenn man so unverbindlich bleiben darf!

So war das und so hörte sich das für mich an. Und wenn Sie hier jemanden vermissen, dann ist das eventuell Matthias Schirmacher? Der Fraktionsvorsitzende der Grünen muss sich seine Redebeiträge offenbar gut einteilen und ein grünes Thema war ihm eventuell nicht wichtig genug. Wie dem auch sei, am Ende waren sich alle einig und stimmten auch so.

One Response to Der Zug ist abgefahren

  1. Bekannnt says:

    Hier sieht man ganz deutlich, daß die Damen und Herrn keine Ahnung haben und die Aufsichtspflicht sträflich vernachlässigt haben, man kann sogar sagen, daß Sie grob fahrlässsig gehandelt haben,und nun ist der Zug abgefahren. Die Lärmbelästigung ist doch gar nicht so groß, was sollen denn die Anwohner sagen, die im Bereich der Start-und Landebahn in Hamburg wohnen?? sollte tatsächlich eine Lärmschutzwand errichtet werden, so haben wir ein ganz schlechte Mauer in Schwarzenbek stehen, den Protest möchte ich dann erleben. Die Grünen können gar nichts sagen, weil Sie kein Konzept haben, denn auch Sie können diese Mauern nicht bauen, weil Sie keine Mehrheit bekommen, die CDU und auch die anderen Parteien tun gut daran, dieses Projekt zu begraben.

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