Ehro Gnaden versteht nicht recht

"Und Sie meinen, das Ding hier nimmt den ganzen Stuss auf, den ich verzapfe?"

Wie in den letzten Tagen erkennbar, legt nicht jeder Mensch Wert darauf, korrekt zitiert zu werden. Für die meisten dürfte jedoch gelten, dass sie, wenn man ihre Aussagen denn schon aufzeichnet, auch vollständig und wahrheitsgemäß wiedergegeben werden wollen. So ging es jedenfalls einem Bürger, der bei der jüngsten Einwohnerfragestunde darauf hinwies, dass das Protokoll der letzten Stadtverordnetenversammlung aus seiner Sicht und Erinnerung nicht nur unvollständig, sondern teilweise auch unzutreffend sei. Er habe jedenfalls eine andere Erinnerung an die Einwohnerfagestunde der vorangegangenen Versammlung. Nachdem nun aber jeweils aufgezeichnet aufgezeichnet würde, sei es sicher ein Leichtes, die Fehler zu beheben. Um so größer nun sein Erstaunen, als ihm eröffnet wurde, die Tonbandaufzeichnung sei bereits gelöscht. Beruhigen sollte ihn danach der Hinweis, er könne ja seine Erinnerung zu Protokoll geben, das würde dann zu den Unterlagen genommen werden.

König Gerd der Viertel-vor-zwölfte

Diese Aussage befremdete jedoch auch mich. Ich selbst habe auch schon erlebt, wie selektiv und unzutreffend die Einwohnerfagestunden bisweilen protokolliert werden. Allerdings wurde auch mir mitgeteilt, dass die Mitschnitte gelöscht würden, und zwar sobald die Protokolle in der jeweils folgenden Versammlung beschlossen würden. Nun, das macht ja auch Sinn, wohingegen jedes frühere Löschen ziemlich unsinnig wäre. Ich störte mich zwar bereits an dem Umstand, dass die im Protokoll erscheinenden Bürger im Gegensatz zu den Politiker/innen keinerlei Möglichkeit hätten, sich zum Protokoll zu äußern, jedoch hatte auch mir der immer verbindliche Büroleiter Björn Warmer angeboten, meine andere Sicht zu Protokoll zu geben. Ich habe das damals nicht getan und bislang war es mir auch nicht wichtig genug, das zu bedauern.

Als in der Sitzung vom vergangenen Freitag jedoch der allzu häufig polternde Gerhard Moldenhauer wie der König von Deutschland auftrumpfte und genervt zum Besten gab, dass die Bürger überhaupt keinen Anspruch darauf hätten , protokolliert zu werden und sich gefälligst freuen sollten, wenn sie überhaupt Erwähnung fänden, platzte auch mir der Kragen. Und für den Fall, dass das wiederum nicht im Protokoll erscheint, sei hier festgehalten, dass ich dem ungehobelten König erwiderte, dass wir hier nicht in einer Monarchie lebten und dass man, wenn es denn schon keinen „Anspruch“ auf ein zutreffendes Protokoll gäbe, man die Einwohnerfragestunde gefälligst auch nicht aufzeichnen solle. Und für den Fall, dass er das nicht begreift, sei ihm hier noch ergänzend erklärt, dass die Tonbandaufnahme eine unbestechliche und zutreffende Mitschrift suggeriert, welche jedoch nicht existiert, wenn am Ende doch nur lücken- und fehlerhaft protokolliert werde.

Bleibt noch nachzutragen, dass mir nach dem Ende der Versammlung noch mitgeteilt wurde, dass die Aufzeichnung der letzten Sitzung doch noch existierte. Und nachdem das Protokoll incl. der noch nachzureichenden Einwendungen des betroffenen Bürgers beschlossen wurde, können die ja auch noch exakt eingearbeitet werden. Selbst wenn er keinen Anspruch darauf hat. Seine Majestät Moldenhauer wird es hoffentlich ertragen.

2 Responses to Ehro Gnaden versteht nicht recht

  1. Heiner Wilhelmi says:

    Endlich ein Neuanfang und einer der Mut hat die Mißstände in Schwarzenbek beim Namen zu nennen,
    hoffentlich lesen viele Mitbürger diese Meinung und werden dadurch wachgerüttelt, um den Herren Delfs und Moldenhauer die Meinung zu sagen

    • Bürgerin says:

      Ja Herr Wilhelmi, die Meinung kann man den Herren der CDU sagen, aber die Meinung der Bürger interessiert diese Herren nicht, dagegen sind die Herren resistent.
      Dieses hat der Bürger lange erkannt und er hat auch ein gutes Gespür wie diese beiden Herren mit
      aller Macht an ihren Ämtern klammern.
      Aber die nächste Wahl steht vor der Tür und der Wähler wird das Verhalten einiger Mandatsträger honorieren. Der Wähler tat es im Fall des Herrn Moldenhauer schon einmal, man wollte ihn nicht,wieder dabei haben, aber durch einen sicheren Listenplatz hat man ihm wieder die Möglichkeit gegeben in der Politik mitzumachen. Ob zur Freude der Bürger sei dahingestellt.

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